LebensmittelinfektionListerien-Infektion: Wann die Listeriose gefährlich wird

Ein gutes Immunsystem schützt vor einer Listerien-Infektion. Bricht die Listeriose aber doch aus, kann sie für manche Menschen sehr gefährlich werden.

Inhalt
  1. Symptome: Wie äußert sich eine Listeriose?
  2. Für wen wird die Listeriose gefährlich?
  3. Wie gefährlich ist eine Infektion für Schwangere?
  4. Wie behandelt man eine Listeriose?
  5. Wie kann ich mich vor Listerien schützen?

Listerien sind Bakterien, die sich vor allem auf Lebensmitteln tummeln. Dabei handelt es sich um wahre Überlebenskünstler: Listerien brauchen weder Sauerstoff, noch viele Nährstoffe. Aus diesem Grund können sie sich sogar in verpackten Lebensmitteln noch wunderbar vermehren. An Kälte stören die Bakterien sich auch nicht – lediglich Hitze macht ihnen Probleme. 

Es ist also kaum verwunderlich, dass sich die Bakterien in unserer gesamten Umwelt wiederfinden. Über Lebensmittel, insbesondere tierischen, aber auch pflanzlichen, kommt der Mensch mit ihnen in Kontakt. Auch Leitungswasser kann mit Listerien belastet sein. Das alleine muss jedoch nicht heißen, dass er sich auch infiziert – wir sind tagtäglich von Millionen Bakterien umgeben, mit denen ein gutes Immunsystem klarkommt.  

Neue Studien weisen jedoch darauf hin, dass vermehrt auch Gesunde sich mit Listerien infizieren. Und für manche Menschen werden Listerien zu einer wirklichen Gefahr. Infiziert man sich mit ihnen spricht man von einer Listeriose.

 

Symptome: Wie äußert sich eine Listeriose?

Bei der Listeriose handelt es sich um eine Lebensmittelinfektion. Die Symptome treten wenige Stunden bis sechs Tage nach dem Kontakt mit den Bakterien auf und fallen je nach Stärke und Gesundheitszustand unterschiedlich aus:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Gliederschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Allgemeines Krankheitsgefühl
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall

Bei gesunden Menschen heilt eine Listerien-Infektion meist spontan wieder ab.

Listerien befinden sich in vielen Lebensmitteln.
In Lebensmitteln befinden sich unzählige Bakterien, doch nur die wenigsten schaden uns.
Foto: iStock
 

Für wen wird die Listeriose gefährlich?

Bei immungeschwächten Menschen lösen die Bakterien leichter eine Infektion aus. Sie erkranken meist an einer deutlich schwereren Version der Listeriose, die sogar zu einer Sepsis (Blutvergiftung) oder Hirnhautentzündung führen kann.  Unbehandelt kann sich die Infektion auf den gesamten Körper ausbreiten, mehrere Organe befallen und sogar zum Tode führen.

Zu den Risikogruppen gehören ältere Personen, Neugeborene, chronisch Erkrankte und Schwangere. Insbesondere Letztere sind bei einer Listeriose gefährdet: Die Infektion kann auf das ungeborene Kind übertragen werden.  

 

Wie gefährlich ist eine Infektion für Schwangere?

Schwangere selbst merken von der Infektion nur grippeähnliche Symptome. Kritischer wird die Listeriose für das Ungeborene.

Es besteht das Risiko, dass es zu einer Früh- oder Totgeburt kommt oder aber das Neugeborene krank geboren wird. In der ersten Lebenswoche kann es daraufhin zu einer Blutvergiftung und dem Atemnotsyndrom kommen.

Manchmal steckt sich das Baby auch erst während der Geburt bei der Mutter an. Da das Immunsystem in diesem Stadium noch nicht stark genug ist, ist das Risiko bei Babys in der ersten Lebenswoche besonders hoch, an einer schweren Form der Listeriose mit einer Hirnhautentzündung zu erkranken.

 

Wie behandelt man eine Listeriose?

Bei Verdacht auf eine Infektion, versucht der Arzt, den Erreger in Blut, verdächtigen Lebensmitteln oder Körperflüssigkeiten nachzuweisen. Danach folgt meist eine hochdosierte Antibiotikatherapie. Bei gefährdeten Patienten oder einer hohen Rückfallgefahr muss die Behandlung mindestens über drei Wochen durchgeführt werden.

Viele Menschen haben Listerien im Körper. Bricht die Krankheit jedoch aus, ist die Lage ernst und kann bei immungeschwächten Menschen sogar zum Tode führen.

Wichtig: Infizierte scheiden den Erreger noch Monate später aus.

 

Wie kann ich mich vor Listerien schützen?

Wie erwähnt sind Listerien extrem widerstandsfähig. Lediglich durch mindestens zweiminütiges Kochen werden die Bakterien abgetötet.

Gefährdeten Personen wird daher empfohlen, risikoreiche Lebensmittelgruppen wie Rohfleischerzeugnisse, Räucherfisch, Rohmilchprodukte oder abgepackte, vorgeschnittene Salate zu meiden.

Grundsätzlich empfehlen Ärzte zum Schutz vor Listerien:

  • Lebensmittel schnell zu verbrauchen
  • Bereits beim Transport auf Kühlung zu achten
  • Obst und Gemüse zu waschen
  • Küchenutensilien und Hände nach der Zubereitung gründlich zu reinigen
  • Schwämme, Wischlappen und Handtücher regelmäßig zu wechseln und zu waschen (mindestens einmal pro Woche bei mindestens 60 Grad)
  • Hände vor und nach der Zubereitung zu waschen
  • Lebensmittel im Kühlschrank immer abgedeckt zu lagern

Mehr Informationen zu Listerien und wie besonders gefährdete Personen sich schützen können gibt das Bundesinstitut für Risikobewertung in diesem Merkblatt.

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(ww4)

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