TragischLiverpool: Junge Mutter (23) stirbt nach Einnahme von Durchfall-Medikament

Tödliche Medikamente! Eine zweifache Mutter (23) aus der Nähe von Liverpool wurde bewusstlos in ihrem Bett aufgefunden – fünf Tage später starb sie im Krankenhaus. Die Ursache: eine gefährliche Mischung von Medikamenten.

 

Liverpool: Junge Mutter nimmt Durchfall-Medikament – 5 Tage später stirbt sie

Zu einem tragischen Todesfall kam es im Oktober 2017 in England. Dort starb die junge, zweifache Mutter Brooklyn-Marie Barker aus Croxteth im Alter von 23 Jahren infolge eines tödlichen Medikament-Cocktails.

Die genauen Umstände ihres Todes wurden jetzt in einem Gerichtsverfahren ermittelt. Anscheinend kam es folgendermaßen zu dem Tod der jungen Frau:

Der Freund von Brooklyn-Marie Barker, mit dem sie seit 7 Jahren zusammen war, fand die junge Frau bewusstlos in ihrem Bett. In der Nacht soll sie unter Krampfanfällen gelitten haben, berichtet Liverpool Echo. Ihr Freund soll versucht haben, sie zu stabilisieren, indem er sie in die stabile Seitenlage drehte. Als der Mann seine Freundin später regungslos im Bett liegen sah, rief er einen Krankenwagen. Doch im Krankenhaus konnte der jungen Frau nicht mehr ausreichend geholfen werden. Fünf Tage nach ihrer Einlieferung starb die zweifache Mutter.

Todesursache war schließlich eine Lungenentzündung in Kombination mit einer bakteriellen Infektion. Bei der Obduktion der jungen Mutter stellte sich heraus, dass die Frau in jener verhängnisvollen Nacht außerdem einen Herzinfarkt erlitten hatte.

 

Wie konnte es zu dem Tod einer so jungen Frau kommen?

Da die junge Mutter früher wohl Drogen genommen hatte, vermutete ihre Mutter, dass ihr Lebensgefährte ihr Heroin verabreicht haben könnte. Er wurde deswegen vor Gericht angeklagt. Allerdings wurden keine Spuren von Drogen im Körper von Brooklyn-Marie Barker gefunden.

Schließlich stellte sich heraus, dass der Herzanfall vermutlich durch die Kombination von zwei unterschiedlichen Medikamenten ausgelöst wurde. Die junge Frau hatte, so erläuterte der Gerichtsmediziner, neben dem Epilepsie-Mittel Pregabalin eine sehr hohe Dosis Imodium im Blut. Das Medikament Imodium dient eigentlich zur schnellen Hilfe bei akutem Durchfall.

Imodium soll aber auch eine ähnliche Wirkung wie Morphium haben, weshalb manche Menschen es als Droge missbrauchen sollen. "Ich weiß nicht, warum sie das Imodium genommen hat. Aber Imodium ist ein Medikament aus der Morphium-Kategorie und hat eine ähnliche Wirkung. Das wird zu einer zunehmend missbrauchten Droge. Einige Menschen, die Heroin genommen haben, werden sich Imodium in hoher Dosis besorgen, um den gleichen Effekt zu erzielen", erklärte der Pathologe Brian Rodgers gegenüber dem Liverpool Echo.

Zu dieser Erklärung würden auch Narben im Leistenbereich der Frau passen, die als Zeichen für einen Drogenmissbrauch gedeutet werden könnten. Der ehemalige Lebensgefährte der jungen Frau wurde vom Gericht freigesprochen.

Die Redaktion von Wunderweib.de hat den Hersteller des Medikaments Imodium, die Johnson & Johnson GmbH, um eine Stellungnahme zu den Risiken des Medikaments Imodium gebeten.

Das Unternehmen erklärt: "IMODIUM® (Loperamid HCl) ist vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Deutschland zugelassen. Bei richtiger Anwendung behandelt es die Symptome von akutem Durchfall und weist ein gutes Sicherheitsprofil auf. Wie bei jedem Arzneimittel können Missbrauch oder die falsche Anwendung schwerwiegende Folgen haben. Vor der Einnahme sollten Patienten und Verbraucher immer die Informationen auf der Packungsbeilage lesen und befolgen. Bei Fragen zur sicheren Anwendung von Medikamenten sollten Patienten und Verbraucher grundsätzlich ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen. Weitere Informationen zu IMODIUM®  finden Sie auf der Website und in der Packungsbeilage".

Zum Thema Überdosierung steht im Beipackzettel von Imodium: "Als Zeichen einer Überdosierung von Loperamidhydrochlorid (einschließlich einer relativen Überdosierung aufgrund einer hepatischen Dysfunktion) können ZNS-Depression wie Stupor (Starrezustand des Körpers), anormale Koordination, Somnolenz (Schläfrigkeit), Miosis (Pupillenverengung), erhöhter Muskeltonus und Atemdepression (Herabsetzung der Atmung) sowie Verstopfung, Ileus und Harnretention auftreten. Kinder können auf die ZNS-Wirkungen empfindlicher reagieren als Erwachsene."

Bei Verdacht auf eine Überdosierung eines Medikaments oder bei ungewöhnlichen körperlichen Reaktionen nach Einnahme eines Medikaments, ist es auf jeden Fall immer ratsam, schnellstmöglich einen Arzt zu Rate zu ziehen oder über 110 (112) den Notruf zu kontaktieren.

In dringenden Fällen kann auch der Giftnotruf Göttingen helfen. Die Notrufnummer ist rund um die Uhr erreichbar: 0551-1920.

 

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