GerichtsurteilLungenkrebs als Berufskrankheit auch bei Rauchern anerkannt

Wenn starke Raucher an Lungenkrebs erkranken, gilt auch für sie die Berufskrankheiten-Entschädigung, hat das Bundessozialgericht entschieden.

Wer an Lungenkrebs erkrankt, bekommt eine Berufskrankheiten-Entschädigung - jedenfalls dann, wenn er eine Arbeit ausgeführt hat, die das Lungenkarzinom begünstigen kann. Dazu gehören Arbeitsstellen, die z.B. eine hohe Asbest-Belastung aufweisen.

Was aber, wenn die betroffene Person ein starker Raucher war? Gilt der Lungenkrebs dann als Berufskrankheit oder ist er selbst verschuldet? Dieser Frage ging nun das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel nach.

 

30 Jahre lang eine Zigarettenpackung täglich geraucht

Im speziellen Fall ist ein Mann an Lungenkrebs erkrankt. Er rauchte 30 Jahre lang täglich 20 Zigaretten - also rund ein Päckchen pro Tag. Da der Betroffene acht Jahre lang (von 1977 bis 1985) bei dem Stahlverarbeiter ThyssenKrupp als Schweißer gearbeitet hat,  beantragte er eine Berufskrankheiten-Entschädigung. Schließlich war er am Arbeitsplatz mit krebserregenden Stoffen wie Asbest, Nickel und Chrom in Berührung gekommen.

Lungenkrebs Berufskrankheit auch Raucher
Das Bundessozialgericht entschied, dass auch Kettenraucher eine Entschädigung im Fall von Lungenkrebs erhalten können
Foto: iStock

Die Berufsgenossenschaft allerdings weigerte sich, dem nachzugehen. Sie argumentierte mit dem starken Tabakkonsum des Mannes: Nicht etwa die Arbeit, sondern die Zigaretten wären die Hauptursache für den Lungenkrebs, wie Statistiken belegen würden. Der Fall landete vor Gericht.

 

Chrombelastung bei der Arbeit kann Lungenkrebs verursachen

Das Bundessozialgericht urteilte nun zu Gunsten des ehemaligen Schweißers. Die Begründung: Ist die Belastung bei der Arbeit so hoch, dass sie als "wesentliche Ursache" für die Erkrankung gelten kann, sind weitere mögliche Ursachen (erst einmal) irrelevant. Gerade Tumorerkrankungen haben häufig mehrere Ursachen. Für welche die Unfallversicherung nun aufkommt und für welche nicht, sein keine statistische Frage, sondern eine "reine Rechtsfrage."

Im vorliegenden Fall hat das Hessische Landessozialgericht (LSG) festgestellt, dass die Chrombelastung auf der Arbeitsstelle des ehemaligen Schweißers schon mit hoher Wahrscheinlichkeit Lungenkrebs ausgelöst hätte - unabhängig davon, ob der Mann geraucht hätte oder nicht.

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(ww7)

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