Darum ist erste Hilfe so wichtigMann stirbt in voller Straßenbahn - Keiner hilft!

Die ersten Minuten nach einem Unfall entscheiden oft über das Leben des Betroffenen. Mit unseren Erste Hilfe Tipps bist du für solche Situationen gerüstet und kannst Menschenleben retten.

Inhalt
  1. Rechtliche Grundlagen für Erste Hilfe-Maßnahmen 
  2. Die Herzmassage
  3. Stabile Seitenlage
  4. Was du sonst noch tun kannst.

Immer wieder werden wir durch Nachrichten erschüttert, in denen Menschen durch fehlende Erste Hilfe Maßnahmen versterben. So auch kürzlich: Ein Mann twitterte über einen Vorfall in der Straßenbahn. Dort sei ein Passant umgekippt und schlussendlich verstorben. Der Grund: Trotz voller Straßenbahn wählte nur einer den Notruf, aber reanimiert hat niemand.

Dies verdeutlichen auch die Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, kurz DGAI: In Deutschland sind nur 15% der Bevölkerung bereit, Erste Hilfe, insbesondere eine Herzmassage durchzuführen. Im Vergleich sind in Schweden und Norwegen ganze 60% dazu bereit
Die Folge: Das mangelhafte Reanimieren kostet jährlich Tausende das Leben. 50.000 Deutsche erleiden einen Herzstillstand, dabei bekommt aber nur jeder Dritte von ihnen Hilfe durch einen Laien. Experten schätzen sogar, dass jedes Jahr bis zu 10.000 Menschen gerettet werden könnten, wenn wir uns mehr Reanimationen zutrauen würden.
Sind wir einfach nur mangelhaft informiert und geschult oder haben wir Angst?

Dabei kann das Reanimieren und das Erste Hilfe leisten so einfach sein. Wir erklären dir, wie es geht.

 

Rechtliche Grundlagen für Erste Hilfe-Maßnahmen 

Vorab: Gemäß §323c ist es unsere rechtliche Pflicht, Personen in Not Hilfe zu leisten, wenn es uns den Umständen nach zuzumuten ist. Verletzten wir diese Pflicht gilt das als unterlassene Hilfeleistung oder gar als fahrlässige Körperverletzung/Tötung und kann Bußgelder oder Freiheitstrafen mit sich ziehen.

Gehörst du zu einer Blaulichtorganisation, kurz BOS, bist du durch deine Garantenstellung zu erweiterten Erstmaßnahmen verpflichten, wie deine Qualitäten es zulassen. Dazu zählen zum Beispiel Polizei, Verfassungsschutz, der Zoll, Feuerwehr, alle Rettungsdienste und die Bundeswehr.

 

Die Herzmassage

Für die Wiederbelebung gibt es eine einfache Regel: Prüfen, rufen, drücken.

Gemeint ist damit, dass du zunächst prüfen musst, ob die betroffene Person noch bei Bewusstsein ist. Schau sie dir also genau an, spreche sie an und stelle Fragen und fass sie erst dann an. Solltest du festgestellt haben, dass sie nicht mehr bei Bewusstsein ist oder eine Verletzung aufweist, rufst du den Rettungsdienst über 112 und übermittelst denen die wichtigsten Informationen. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes musst du nun die Wiederbelebung durchführen. Dabei musst du den Brustkorb des Betroffenen 100x pro Minute ca. 5 Zentimeter tief drücken. Um den Rhythmus zu halten, kannst du zum Beispiel „Atemlos“ von Helene Fischer, „Dancing Queen“ von ABBA, „Treasure“ von Bruno Mars oder auch „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees mitsummen.

Zusätzlich zur Herzmassage, kannst du den Betroffenen noch zusätzlich mit der Mund-zu-Mund-Beatmung oder mit der Mund-zu-Nase-Beatmung beatmen. Aber: Die Beatmung ist dabei nur ein kann, während die Herzmassage ein absolutes MUSS ist. Verfahre dabei im Wechsel, 30x drücken und 2x beatmen.

Bevor du allerdings jemanden beatmest, solltest du einmal den Hals überstrecken und alle Fremdkörper aus dem Mund- und Rachenraum entfernen.

Achte außerdem darauf, dass du den richtigen Druckpunkt gefunden hast. Geh dafür neben dem Brustkorb des Betroffenen auf die Knie. Den Ballen deiner einen Hand legst du auf das untere Drittel des Brustbeins. Nun setzt du den Ballen der anderen Hand auf die erste Hand und verschränkst die Finger miteinander.

Hab dabei keine Angst davor, die Knochen des Betroffenen zu brechen. Gebrochene Rippen sind eindeutig das kleinere Übel als ein Hirnschaden oder gar der Tod. Und nur durch deine Herzmassage kann der Restsauerstoff im Blut weiter zirkulieren und das Gehirn vor einem Sauerstoffmangel und vor irreparablen Schäden schützen.

Erste Hilfe Herzmassage reanimieren
Reanimieren kann Menschenleben retten!
Foto: iStock
 

Stabile Seitenlage

Ist die betroffene Person allerdings noch bei Bewusstsein, bringst du sie am besten in die stabile Seitenlage. Damit kannst du die Person vor dem Ersticken bewahren, indem die Atemwege freigehalten und Erbrochenes, Blut etc. abfließen können.

Kontrollier auch hier immer wieder die Lebenszeichen. 

 

Was du sonst noch tun kannst.

Gib dem Betroffenen das Gefühl, dass du für ihn da bist, indem du ihn darüber informierst, welche Schritte du schon eingeleitet hast und was du nun vor hast, sprich ihm beruhigend zu und halt auch gerne seine Hand. So fühlt man sich gleich viel eher  in sicheren Händen.

Außerdem solltest du den Unfallort absichern, den Betroffenen aus der Gefahrenzone retten und Blutungen so schnell wie möglich stillen, um den Blutverlust so gering wie nur möglich zu halten.

Eine tolle Idee hatte das Deutsche Rote Kreuz mit ihrer Entwicklung der App „Erste Hilfe“. Diese App ist eine interaktive Begleitung für dich und unterstützt dich in Notfallsituationen und bei deinem Lernprozess.

Fühlst du dich weiterhin unsicher, besuche doch einfach zur Auffrischung einen Erste Hilfe Kurs in einer Nähe.

Rettet zukünftig mehr Menschenleben, indem ihr euch informiert, Erste Hilfe Kurse besucht  und euch einfach mal traut.

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