Alle Altersgruppen betroffenMasern-Fälle in Köln: Größter Ausbruch der Krankheit seit 16 Jahren

In Köln sind 68 Menschen an Masern erkrankt - so viele Fälle gab es zuletzt vor 16 Jahren. Von der hochansteckenden Krankheit sind alle Altersgruppen, von Rentner bis Säugling betroffen.

 

Im Jahr 2001 gab es in Köln 500 Masernfälle. Danach ebbte die Zahl ab; 2002 waren laut Robert-Koch-Institut 78 Menschen von der Infektionskrankheit betroffen. Dazwischen lagen die Zahlen bei etwa 43 Fällen.

2018 ist noch nicht mal zur Hälfte vorbei und die Stadt meldet bereits jetzt schon 68 Masernpatienten. "Man kann von einer besorgniserregenden Situation sprechen“, sagte Professor Gerhard Wiesmüller von der Infektions- und Umwelthygiene des Kölner Gesundheitsamts gegenüber RP-Online. "Es gibt keine Gruppe, die besonders betroffen ist."

Vor allem die Stadtbezirke Ehrenfeld und Neuehrenfeld sind laut des Gesundheitsamtes betroffen. Aber auch in anderen Städten in Nordrhein-Westfalen gibt es - mal abgesehen von Köln - Masernfälle:

  • Duisburg: 34 Fälle
  • Düsseldorf: Ein Fall
  • Hagen: Vier Fälle
  • Rhein-Erft-Kreis: Sechs Fälle

Insgesamt sind in Nordrhein-Westfalen 126 Menschen an Masern erkrankt. Europaweit gebe es jedoch auch Fälle in Bulgarien, Rumänien, Griechenland, Frankreich und Tschechien.

Masern-Fälle in Köln: Größter Ausbruch der Krankheit seit 16 JahreniStock

 

Masern sind extrem ansteckend - Impfungen unumgänglich

Masernviren werden beim Sprechen, Husten oder Niesen über Tröpfchen in der Luft übertragen. „Die Ansteckungsgefahr ist hoch, ein Masernkranker im Raum reicht, um andere per Tröpfcheninfektion anzustecken", warnt Wiesmüller. 

Typische Masern-Symptome sind:

  • Abgeschlagenheit
  • Hautausschlag
  • Müdigkeit
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Heiserkeit
  • trockener Husten
  • Schnupfen

"Im schlimmsten Fall kann es zu einer Entzündung des Gehirns kommen“, sagt Professor Gerhard Wiesmüller. Und die kann Masern-Enzephalitis kann tödlich oder mit Folgeschäden enden. Um dem Masernausbruch entgegen zu wirken, versucht das Gesundheitsamt, die Menschen zu sensibilisieren und ihren Impfpass zu kontrollieren. Wer nicht gegen Masern geimpft ist, sollte das nachholen: Zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen sind notwendig, um gegen die Infektionskrankheit geschützt zu seinKinder zwischen elf und 14 Monaten sollten beispielsweise gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden.

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