Mehr Masern-FälleMasern-Infektionen: Robert-Koch-Institut meldet Verdreifachung der Fälle in 2017

Nach einem Bericht des Robert-Koch-Instituts ist die Anzahl der Fälle im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um das Dreifache angestiegen.

Wie das Robert-Koch-Institut vermeldet, sind im Jahr 2017 dreimal so viele Menschen an Masern erkrankt wie im gesamten Jahr 2016. Im vorletzten Jahr lag die Zahl der Erkrankungen in Deutschland bei 325. Im letzten Jahr sind bis zum Ende der 50. Kalenderwoche 919 Masern-Fälle gemeldet worden. Dabei hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eigentlich gedacht, die Krankheit bis 2015 ausrotten zu können.

 

Vermehrte Masern-Infektionen: Besonders NRW ist betroffen

Allein 520 der insgesamt mehr als 900 gemeldeten Masern-Fälle traten in Nordrhein-Westfalen auf. Von den steigenden Infektionszahlen sind hier besonders die Städte Essen und Duisburg betroffen. Mehr als die Hälfte der gesamten in NRW gemeldeten Fälle trat in Duisburg auf.

Robert-Koch-Institut warnt vor steigenden Masern-Fällen
Insbesondere in Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl der Masern-Infektionen 2017 an.
Foto: iStock

Nur 2006 kam es bisher zu mehr Masern-Fällen in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland. Damals infizierten sich in NRW 1750 Menschen mit Masern.

Auch in anderen Bundesländern sind im Verhältnis zu den Einwohnerzahlen gesehen 2017 mehr Masern-Fälle aufgetreten.

In Berlin kam es bis Ende der 50. Kalenderwoche 2017 zu 69 Erkrankungen. Obwohl dies acht Infektionen weniger waren, als im Jahr 2016, liegt Berlin in Bezug auf die Masern-Fälle doch über dem Bundesdurchschnitt. In ganz Deutschland kam es 2017 (bis einschließlich der 50. Kalenderwoche) zu 1,25 Infektionen auf 100.000 Einwohnern. Mit einem Schnitt von 2,07 Fällen auf 100.000 Einwohner liegt Berlin darüber. In NRW waren es 3,08 Fälle auf 100.000 Einwohner. Das Virus trat in jedem deutschen Bundesland auf. 

Obwohl die Impfquote langsam ansteigt, ist der Impfschutz gegen Masern in Deutschland immer noch nicht weit genug verbreitet. Susanne Glasmacher, Sprecherin des Robert-Koch-Instituts, erklärt: "In den vergangenen Jahren hat sich der Schutz von Kindern unter zwei Jahren verbessert - die Lage ist aber immer noch nicht gut."

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(ww8)

 

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