Wichtige InformationMasernimpfung: Was viele Eltern leider immer noch falsch machen

Masern können für Säuglinge und Kleinkinder schnell gefährlich werden, daher ist es wichtig, sie gegen die Infektionskrankheit impfen zu lassen. Doch viele Eltern übersehen ein wichtiges Detail.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein klares Ziel: eine Welt ohne Masernerkrankungen. In Deutschland haben zwar 2016 erstmals alle Bundesländer laut dem Robert-Koch-Institut bei der ersten Masernimpfung die benötigte Quote von 95 Prozent erreicht. Aber: Bei der entscheidenden zweiten Impfung ist sie bei Kindern bis zum Schulanfang nur geringfügig auf 92,9 Prozent gestiegen. Kinder des Geburtsjahrgangs 2014 seien sogar nur zu 73,9 Prozent ein zweites Mal geimpft worden. 

 

Auch Eltern müssen ihre Masernimpfung auffrischen

Doch nicht nur bei Kindern wird die zweite und entscheidende Impfung noch zu oft vergessen, auch Eltern sollte auf eine zweite Masernimpfung achten. Laut der Ständige Impfkommission (STIKO) sollten Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden, ihren Impfausweis überprüfen. Falls sie nicht ein zweites Mal in der Kindheit geimpft wurden, sollten sie das so schnell wie möglich nachholen. Viele Kinderärzte impfen die Eltern gleich mit, einfach den eigenen Impfpass beim nächsten Termin für das Kind mitbringen. 

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn fordert mehr Umsicht bei dem Impf-Thema: "Es ist verantwortungslos, Kinder nicht gegen Masern impfen zu lassen oder eigene Impflücken hinzunehmen", sagt er und fordert eine bessere Kooperation bei der Masernimpfung. "Ärzteschaft, Schulen, Kitas, Betriebe, Behörden und natürlich die Eltern müssen noch besser zusammenarbeiten."

 

Masern wieder auf dem Vormarsch

2017 registrierte das Robert-Koch-Institut 929 Masernerkrankungen, fast dreimal so viele wie im Jahr zuvor. Auch das Europaparlament schlägt angesichts der wachsenden Impfskepsis Alarm. Zwischen 2008 und 2015 gab es in Europa 215.000 registrierte Krankheitsfälle, die durch eine Impfung hätten vermieden werden können. Weltweit werden laut EU-Angaben jährlich rund 2,5 Millionen Todesfälle vermieden. Trotzdem sei die Impfrate in Europa noch zu niedrig. 

Ein Grund ist der schlechte Ruf der Impfstoffe sowie mangelnde Aufklärung. "Leider sind über die Impfungen zu viele Fake News im Umlauf und die Menschen vermeiden Impfungen im Glauben, dass sie gefährliche Nebenwirkungen haben", sagt CDU-Abgeordnete Peter Liese.

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