SuchvorschlägeMaserninfektionen: Sorgen Google und Facebook für mehr Todesfälle?

Die Suchergebnisse zum Thema Impfen bei Google und Facebook fallen pro Impfgegner aus - und führen uns in die Irre. So reagieren die Konzerne jetzt auf die Kritik. 

Masern sind gefährlich und nicht nur eine harmlose "Kinderkrankheit": Weltweit starben 2017 laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) über 110.000 Menschen an der Infektionskrankheit. Viele von ihnen waren unter fünf Jahre alt. Durch Impfungen konnten aber auch im Zeitraum zwischen 2000 und 2017 etwa 21 Millionen (!) Todesfälle nach Schätzungen der WHO verhindert werden.  Die WHO hat Impfgegner 2019 als "globale Bedrohung" bezeichnet. 

So viel zu den Fakten, denn noch immer wird das Thema "Impfen" kontrovers diskutiert: Impfkritiker auf der einen, Impf-Befürworter auf der anderen Seite. Liegt das auch an Suchmaschinen, wie Google und Sozialen Netzwerken, wie Facebook?

 

Impfungen: Google und Facebook schlagen Fehlinformationen vor

Wenn wir uns über ein Thema informieren wollen, geht das am schnellsten mit Hilfe von Suchmaschinen wie Google: Ein paar Stichwörter eingetippt und schon werden uns unzählige Artikel zum gewünschten Inhalt angezeigt. Was allerdings vorher schon passiert: Google schlägt Suchbegriffe vor. Ein Spiegel-Redakteur probierte das mit dem Wort "Impfungen sind" aus. Wir haben selbiges auch getestet. Das Ergebnis: Die ersten vier Vorschläge sind "gift", "ja doch nur ein kompott der pharmaindustrie", "nicht vegan" und "gefährlich" (Stand März 2019). 

Ähnliche Ergebnisse spuckt Facebook aus: Die „Impfen, Nein danke“-Community steht laut Recherchen der Welt an erster Stelle, weitere Anti-Impfgruppen folgen daraufhin. Und jede einzelne hat über 10.000 Mitglieder. Drückt man dann den "Gefällt mir"-Button oder tritt der Gruppe ein, werden einem weitere Impfgegner-Foren und sogar entsprechende Werbung angezeigt. 

 

Google und Facebook: Kritik an Suchvorschlägen 

In den USA stehen Facebook und Google sowie YouTube wegen ihrer automatisierten Meinungsvorschläge in der Kritik. Facebook hat in den USA angekündigt, verstärkt auf Seiten, die Anit-Impfungen propagieren sowie entsprechende Werbung zu achten und entsprechend herabstufen. Auch Googles-Tochtergesellschaft YouTube gab an, Impfinformationen in Zukunft neutraler zu gestalten. Der Konzern streicht zudem Impfgegnern Werbegelder. In Deutschland wurden derartige Schritte von Facebook oder Google bisher nicht gemacht.  

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