Damit sie Sex haben kannMayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom: Frau ohne Vagina wünscht sich Op

Kaylee Moats aus Arizona hat das Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom (MRKH). Der 22-Jährigen fehlen Vagina und Gebärmutter. Nun kämpft sie für eine OP. 

Die damals 18-Jährige Kaylee ging zum Gynäkologen, weil sie immer noch nicht ihre Periode bekommen hatten. Sie ging bis dahin davon aus, dass sie ein Spätzünder sei. 
Doch dann wurde bei ihr das Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom festgestellt: Ihr fehlt die Gebärmutter und der Vaginaleingang. Kaylee ist unfruchtbar und kann keine Kinder bekommen. Nach der Diagnose hatte Kaylee Angst. "Ich wusste nicht, was auf mich zukommt und wie ich eines Tages eine Familie gründen sollte", erzählte sie letzten Sommer der DailyMail. "Es war schwer in der Schule mit Gleichaltrigen zusammen zu sein, die von ihrer Periode und vom Kinderkriegen redeten."

Kaylee traute sich lange Zeit nicht eine Beziehung einzugehen, bis sie ihren jetzigen Freund Robbie kennenlernte. "Ich erzählte ihm nach einigen Monaten von meiner Krankheit. Er war erst verwirrt, versprach aber, mich zu unterstützen. Unsere Beziehung ist so viel mehr als nur Sex", erzählt sie. 

 

Kaylee wünscht sich eine OP - damit sie Sex haben kann

Kaylee möchte ihr erstes Mal mit Robbie erleben, doch das ist ohne eine Operation nicht möglich. "Eine OP würde mir helfen, mich etwas normaler zu fühlen und so auszusehen, wie alle anderen Mädchen." Ihre Vagina sehe ganz gewöhnlich aus, jedoch an der Stelle, wo die Öffnung sein müsste, ist Haut. Ein Eingriff würde die Amerikanerin 13.000 Euro kosten, die sie selber tragen muss. "Es wird als kosmetische Operation angesehen oder als Geschlechtsumwandlung, was es nicht ist. Das macht mich wütend. Ich habe die Chromosomen einer Frau." 

Um ihrer Schwester zu helfen, hat Amanda Moats eine Spendenseite eingerichtet. Dort sind bereits über 20.000 Euro zusammen gekommen - genug Geld, damit Kaylee sich endlich ihren großen Wunsch erfüllen kann. Doch der Traum, Kinder zu haben, ist damit nicht erloschen. Amanda möchte ihr helfen und Kalyee ein Kind austragen. Wenn das nicht funktioniert, würde Kaylee adoptieren. "Ich versuche zu akzeptieren, keine eigenen Kinder austragen zu können. Aber dieser Teil meines Lebens macht mich immer wieder traurig. Ich versuche täglich mich nicht davon runterziehen zu lassen und mich weniger wertvoll zu fühlen oder mich darüber zu definieren", sagt die Amerikanerin. "Frauen, die auch an dem Syndrom leiden, kann ich nur sagen: Ihr seid nicht alleine, auch, wenn ihr euch vielleicht so fühlt."

 

Was genau ist das Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom?

Etwa eine von 5000 Frauen erkranken an dem Syndrom laut der "Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendgynäkologie". Ganz sicher sind die Zahlen aber noch nicht erforscht. Die Krankheit ist angeboren und betrifft nur Frauen. Diese haben keine Vaginalöffnung, wenngleich die Vagina ganz normal aussieht. Außerdem haben viele keine Gebärmutter oder eine nicht voll entwickelte, sodass sie keine Kinder bekommen können. An der Stelle, wo die Gebärmutter eigentlich sitzt, befindet sich bei dem Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom nur ein Gewebestrang. Die Eierstöcke produzieren zwar Eier, werden aber meist vom Körper wieder abgebaut. 

Die Ursache für das MRKH liegt in der sogenannten Hemmungsfehlbildung, die während der Schwangerschaft entsteht. Normalerweise bilden sich im zweiten Monat die Geschlechtsorgane. Kommt es zu Störungen (die genaue Ursache ist unbekannt, vermutet wird eine Chromosomenstörung), kann es sein, dass sich die Genitalien gar nicht oder nur teilweise entwickeln. Ohne eine Operation ist dann später kein Geschlechtsverkehr möglich. 

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