Finanzielle EntlastungMehr Kindergeld: Familien sollen ab 2019 finanziell deutlich entlastet werden

Die Bundesregierung hat am Mittwoch ein Milliardenpaket verabschiedet, mit dem Familien ab 2019 finanziell deutlich stärker entlastet werden soll. Was das bedeutet, erklären wir. 

Inhalt
  1. Die wichtigsten Entlastungen für Familie 2019 im Überblick
  2. So profitieren Familien mit mittlerem und geringen Einkommen
  3. Auch Besserverdiener werden entlastet
  4. Kalte Progression soll abgebaut werden
  5. Kinderfreibeträge und Kindergeld werden erhöht 
  6. Entlastungen gehen über Koalitionsvertrag hinaus

Das Bundeskabinett hat einen Entwurf von Finanzminister Olaf Scholz beschlossen, das vorsieht, das Familien ab 2019 200 Euro und mehr zur Verfügung haben. Konkret heißt das zum Beispiel: Eine Familie die über ein jährliches Bruttogehalt von 60.000 Euro verfügt wird ab dem nächsten Jahr um 9,36 Prozent entlastet und hat somit 251 Euro mehr in der Tasche. Ein Alleinverdiener-Paar mit zwei Kindern, dass ein Bruttojahresgehalt von 45.000 Euro hat, wird jährlich um 220 Euro entlastet. Das gesamte Entlastungspaket beträgt 9,8 Milliarden Euro. 

 

Die wichtigsten Entlastungen für Familie 2019 im Überblick

  • ab Juli 2019 wird das Kindergeld monatlich um zehn Euro erhöht
  • ein höherer Grundfreibetrag bei der Steuer
  • der Kinderfreibetrag wird ebenfalls erhöht
 

So profitieren Familien mit mittlerem und geringen Einkommen

Die sogenannte "kalte Progression" soll Familien mit einem mittlerem und geringem Einkommen deutlich entlasten. Durch diese Änderung soll die Steuerlast deutlich gemindert werden. Finanzminister Olaf Scholz sagte der Heidelberger "Rhein-Neckar-Zeitung": "Wir stärken Familien mit diesem Gesetz spürbar." Besonders Familie mit einem geringen Einkommen sollen ab 2019 profitieren. 

 

Auch Besserverdiener werden entlastet

Familien mit einem höheren Bruttojahreseinkommen sollen ebenfalls netto mehr zur Verfügung haben. Bei einem Familieneinkommen von 120.000 Euro brutto soll die Entlastung zukünftig 380 Euro betragen - sprich 1,8 Prozent Einsparung im Vergleich zum Vorjahr. 

Möglich machen es die hohen Steuereinnahmen aus 2017, die ein Resultat aus der weiterhin gut laufenden Konjunktur und den geringen Arbeitslosenzahlen sind. Olaf Scholz hatte deswegen auch eine zusätzliche Entlastung bei der Einkommenssteuer angekündigt. 

 

Kalte Progression soll abgebaut werden

Im kommenden Jahr soll die "kalte Progression" um 2,2 Milliarden Euro abgebaut werden. Die Summe ist in der Gesamtbelastung von 9,8 Milliarden Euro eingerechnet und soll nicht nur Familien betreffen. 2020 soll die Entlastung 2,1 Millionen Euro betragen. 

Das Problem der „kalten Progression“ entsteht, wenn Einkommens- und Lohnerhöhungen nur die Inflation, also die Teuerung von Produkten ausgleichen, die Kaufkraft aber so gut wie gar nicht steigt. Durch den Tarifverlauf bei der Einkommensteuer zahlt man dann überproportional mehr Steuern an den Fiskus - quasi eine schleichende Steuererhöhung.

Bei der Berechnung der Entlastung geht die Bundesregierung von einer Inflationsrate von 1,84 Prozent für 2019 und 1,95 Prozent für 2020 aus. Damit steigt der Grundfreibetrag für Steuerzahler 2019 von 9.000 auf 9.168 Euro und soll 2020 auf 9.408 Euro weiter angehoben werden. Der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltszahlungen soll ebenfalls leicht steigen. 

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Kinderfreibeträge und Kindergeld werden erhöht 

Der Kinderfreibetrag soll 2019 von 7418 auf 7620 Euro und 2020 auf 7812 Euro erhöht werden. Das Kindergeld soll in einer zweiten Stufe gemäß dem Koalitionsvertrag bis 2021 monatlich um insgesamt 25 Euro pro Kind und Monat erhöht werden. Eine zweite Erhöhung um 15 Euro ist ab Januar 2021 geplant. Ein Teil der Entlastung ist gesetzlich jedoch eh geboten. 

 

Entlastungen gehen über Koalitionsvertrag hinaus

Union und SPD hatten bereits spürbare Entlastungen im Koalitionsvertrag vereinbart, manche Maßnahmen gehen aber noch darüber hinaus. Der Grund: die steigenden Steuereinnahmen. Wie die neuste Steuereinschätzung im Mai ergeben hatte, können Bund, Länder und Gemeinden bis 2022 mit bis zu 63,3 Milliarden Euro mehr Einnahmen rechnen. "Familien halten unsere Gesellschaft zusammen. Sie zu stärken und zu entlasten, ist unser Ziel", hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag geschrieben.

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