Einfach mal "Nein" sagenMehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben

Mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben
Foto: iStock // tomazl
Inhalt
  1. 6 Situationen, in denen ein "Nein" nur schwer über die Lippen kommt
  2. 5 Tipps, die es leichter machen "Nein" zu sagen
  3. Strategien sicher durchschauen

Jeder kennt es: "Ja" gesagt, aber "Nein" gedacht. Ohne Scham "Nein" zu sagen fällt vielen Menschen schwer. Für weniger Stress im Alltag und die wirklich wichtigen Dinge im Leben, ist das aber oft sehr wichtig. 

Es sind vier Buchstaben die das Wörtchen "Nein" bilden. Genau zwei mehr als bei dem Pendant. Trotzdem fällt es den meisten Menschen deutlich schwerer "Nein", als "Ja" zu sagen - im Alltag, Beruf und Privatleben. Dahinter steht in vielen Fällen die Befürchtung ein schlechter Mensch zu sein oder als Egoist abgestempelt zu werden. Deswegen stellen wir unsere eigenen Bedürfnisse zurück und rücken die Interessen eines anderen Menschen in den Vordergrund. Auf Dauer ist das nicht gut, denn es macht uns nicht nur unglücklich und bereitet uns Stress, sondern raubt uns zudem auch noch die Zeit für die Dinge, die wir stattdessen lieber in unserer Freizeit tun würden. Deshalb ist es wichtig zu lernen ohne, schlechtes Gewissen "Nein" sagen zu können.

 

6 Situationen, in denen ein "Nein" nur schwer über die Lippen kommt

  1. Jemand bittet Dich immer wieder und sehr hartnäckig um einen Gefallen.
  2. Du sollst für jemanden spontan eine unangenehme Arbeit übernehmen, auf die Du selber eigentlich gerade überhaupt keine Lust hast.
  3. Zum wiederholten Male bittet Dich eine Person ihr Geld zu leihen und Du weißt aus Erfahrung, dass Du es von ihr oft nicht wiederbekommst.
  4. Ein Verkäufer bedrängt Dich mit einem angeblichen Super-Knaller-Angebot, dass es nur noch heute gibt.
  5. Deine Kinder fordern zum x-ten Mal eine Taschengelderhöhnung.
  6. Ein Familienessen steht an und Du hast überhaupt keine Lust hinzugehen, weil Du weißt, dass es eh nur im Streit enden wird.

Die zentrale Frage ist, wie Du es schaffst, auch in solchen Situationen selbstbewusst und bestimmt "Nein" zu sagen, um so mehr Zeit für andere Aktivitäten freizuschaufeln, die Dir wichtig sind. Vielleicht helfen Dir dabei unsere...

 

5 Tipps, die es leichter machen "Nein" zu sagen

1. Nimm Dir Zeit für Deine Entscheidungen

Oft sagen wir überstürzt " Ja" zu etwas, was wir eigentlich doch gar nicht wollen, weil wir uns in dem Moment überrumpelt fühlen und uns nicht die Zeit nehmen in uns hineinzuhorchen. Das Resultat: Du musst am Ende etwas machen, was Dich unter Umständen viel Zeit kostet und Dir nicht einmal Spaß macht. Deswegen macht es durchaus Sinn, sich Zeit für seine Entscheidungen zu nehmen und dem Kommunikationspartner zu sagen, dass man ein paar Minuten darüber nachdenken möchte. Bei Deiner Entscheidungsfindung kannst Du Dir unter anderem die folgenden Fragen stellen:

  • Wie viel Zeit, Kraft, Lust und Energie habe ich gerade selbst, um mich der Aufgabe zu stellen?
  • Was muss leiden oder gar zurücktreten, wenn ich der Bitte nachkomme?
  • Möchte ich gerade diesem Menschen einen Gefallen tun?

2. Warum fällt es Dir schwer "Nein" zu sagen?

Die Gründe dafür, warum es schwer fällt "Nein" zu sagen, sind wahrhaftig vielfältig. Wer weiß, woran es liegt, kann in entsprechenden Situationen besser damit umgehen und durchdachter reagieren.

1. Die Sorge abgelehnt oder nicht mehr gemocht zu werden. 

Sowohl im Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis als auch im Job, sorgen sich die meisten Menschen sehr darum gemocht zu werden. Lehnen wir eine Bitte ab, befürchten wir als Konsequenz, dass Sympathien schwinden. Aber mal ehrlich: Auf einen Menschen, der einem wegen einem "Nein" seine Zuwendung entzieht, können wir doch wirklich allemal verzichten, oder? Außerdem ist es so oder so kaum möglich, immer von allen Menschen gemocht zu werden - auch, wenn Du Dich ständig darum bemühst, wirst Du es wahrscheinlich nicht erreichen. Menschen, zu denen Du kein nennenswertes Verhältnis pflegst, bist Du nichts schuldig.

2. Die Angst vor negativen Konsequenzen

Diese Angst ist berechtigt, denn die meisten Menschen reagieren nun einmal nicht mit einem Freundentänzchen darauf, wenn man ihre Bitte ablehnt. Und klar, es kann natürlich zu Konflikten kommen. Gerade im Berufsleben besteht die Sorge, wohlmöglich den Job zu verlieren oder negatives Feedback zu bekommen. Sicherlich gibt es einige Situationen - gerade im Job - in denen es klüger ist "Ja" zu sagen. Das sollte immer genau abgewogen werden. Generell gilt: Wer immer alles für andere aus der Angst vor einem Konflikt heraus tut, der verliert über kurz oder lang seine Unabhängigkeit und macht sich zur Marionette für andere Menschen.

3. Du möchtest nicht als Egoist bezeichnet werden

Allein die Tatsache, dass Du Dir darüber Gedanken machst, zeigt, dass Du kein Egoist bist. Ein echter Egoist würde keinen Gedanken daran verschwenden, wie sein Handeln auf andere wirkt. Der Egoismusvorwurf ist allerdings sehr wirkungsvoll, um andere Menschen dazu zu bringen, der eigenen Bitte nachzukommen. Diesen fiesen Manipulationsversuch solltest Du nicht zulassen, denn schließlich weißt Du selber am besten, was und wie viel Du für andere Menschen tust und, dass Du nicht "herzlos" bist.

4. Das Empfinden, gebraucht zu werden

Das Gefühl, dass andere die eigene Hilfe und Unterstützung brauchen, ist für viele eine positive Bestätigung im Alltag - vergleichbar mit einem Lob. Natürlich ist es ein schönes Gefühl, für andere da zu sein und ihnen zu helfen. Daraus sollte sich nur kein Helfer-Syndrom entwickeln, bei dem die ganze Bestätigung daraus gezogen wird, anderen einen Gefallen zu tun. Damit schadest Du Dir am Ende nur selbst, denn die eigenen Interessen kommen dabei viel zu kurz und die Gefahr auszubrennen ist nicht allzu fern.

5. Die Sorge, wohlmöglich etwas zu versäumen

In der großen weiten Welt passiert jeden Tag so viel und ständig könnte man sich irgendwo anders tummeln. Auf die coole Feier am Abend, folgt am nächsten Tag eine andere lässige Veranstaltung und darauf wiederum ein weiteres Treffen im neuen, trendigen Café um die Ecke. Nicht auszudenken, dass man etwas verpassen könnte und am Ende des Tages nicht mitreden kann. Nur deswegen neigen wir dazu, manch eine Aufgabe oder Gefälligkeit zu übernehmen, um dabei und mitten im Geschehen zu sein. Ganz wichtig: Lerne Prioritäten zu setzen und frag Dich, wo Du wirklich gerne hingehst und wo Du vielleicht nur aus einem Pflichtbewusstsein erscheinst. Du wirst sehen, dass es gar nicht schlimm ist, wenn Du nicht auf jeder Party tanzt und auch mal eine Einladung freundlich ablehnst. Dadurch schaffst Du dir Freiräume, die Du ganz individuell für Dich nutzen kannst - und zwar nur so, wie Du es gerne möchtest!  

 

Strategien sicher durchschauen

Natürlich möchte die Person, die mit einer Bitte an Dich herantritt unbedingt erreichen, dass Du dieser auch wirklich nachkommst. Dafür gibt es natürlich zahlreiche Strategien, die angewendet werden, um das Ziel auch zu erreichen. Dazu zählen unter anderem:

  • Druck
  • Erpressung
  • Schuldgefühle erzeugen
  • Überrumpelung
  • Schleimereien
  • Mitleidsnummer

Wer in den entsprechenden Situationen darauf achtet, mit welcher dieser Strategien die Person mit der Bitte an einen herantritt, kann sie mitunter schnell entlarven und demjenigen mit ein paar passenden Worten den Wind aus den Segeln nehmen.

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