5-Jährige erkranktMeningokokken-Fall in Wiernsheim: Gesundheitsamt verteilt Medikamente

In Wiernsheim ist eine Fünfjährige an Meningokokken erkrankt. Die Bakterien können eine Hirnhautentzündung auslösen – jetzt schaltet sich das Gesundheitsamt mit einer drastischen Maßnahme ein.

Im Regenbogen-Kindergarten in Wiernsheim, Baden-Württemberg, steht eine ungewöhnliche Mahlzeit auf dem Speiseplan: Alle paar Stunden werden Tabletten geschluckt. Das gilt nicht nur die Kinder, sondern auch für die Mitarbeiter.

Der Grund für die ungewöhnliche Maßnahme ist ein trauriger: Ihre fünfjährige Spielgefährtin ist an einer schweren Meningokokken-Infektion erkrankt. Um der Ausbreitung entgegenzuwirken, hat sich das Gesundheitsamt zu vorbeugenden Maßnahmen entschieden. Alle Kontaktpersonen müssen vorsorglich Antibiotika schlucken.

Schätzungen zufolge trägt zwar jeder Dritte Meningokokken in sich, ohne zu erkranken. Bricht die Infektion jedoch aus, kann sie eine schwere Hirnhautentzündung verursachen, die schlimmstenfalls mit einer Blutvergiftung und tödlich endet. Hier erfährst du alles weitere zu Symptomen, Behandlung und Verlauf einer Meningitis.

Wieso nehmen die Kinder Antibiotika, anstatt geimpft zu werden? Zwar gibt es eine Impfung gegen Meningokokken, diese ist allerdings nur gegen den Typ C wirksam. Bei dem Erreger, an dem die Fünfjährige erkrankte, handelt es sich jedoch um einen bisher unbekannten Bakterientyp der Meningokokken.

Das Gesundheitsamt bemüht sich daher umso mehr, weitere Infektionen bestmöglich zu verhindern. Innerhalb der nächsten Tage organisiert das Amt zusätzlich einen Informationsabend, um Fragen der Eltern und Mitarbeiter des Kindergartens zu beantworten.

Auch wenn die vorschnelle Antibiotikagabe in Verruf ist, mag man hoffen, dass die Maßnahme in diesem Fall schnell greift – so dass keine weiteren Kinder erkranken und das fünfjährige Mädchen bald wieder gesund wird.

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