Rote Zelte für die FrauMenstruation auf dem Festival? Dafür gibt es jetzt Red Tents!

Das Festival steht an – und die Menstruation steht vor der Tür. Kein Grund zur Panik: Sogenannte „Red Tents“ sorgen diesen Sommer dafür, dass du auch mit Periode sorglos feiern kannst.

Ausgerechnet dann, wenn es am wenigsten passt, überrascht sie uns. Die Periode lässt sich – mal abgesehen von der Anti-Baby-Pille – in einem natürlichen Zyklus nun einmal nichts sagen. Wenn wir sie sehnsüchtig erwarten, kommt sie meistens nicht, dafür gerade dann, wenn wir inständig hoffen, dass sie noch auf sich warten lässt.

So geht es vielen Frauen auf Festivals. Aber wegen der Menstruation ein Wochenende sausen lassen? Auf keinen Fall! Doch auch wenn man zu den Glücklichen gehört, die nicht unter starken Schmerzen leiden, gibt es Schöneres, als auf verdreckten Dixie-Klos einen Tampon zu wechseln.

 

Red Tents: Menstruation feiern statt verstecken

Aus diesem Grund gibt es jetzt die sogenannten „Red Tents“. Dabei handelt es sich um rote Zelte, die dieses Jahr auf mehreren Festivals (Tech Open Air, Melt Festival, Lollapalooza) vertreten sein sollen und Raum für Frauen, vor allem aber die Menstruation, bieten. So beschreibt sich das Zelt selbst:

„Ein Coachella für die Vulva als Teil einer Bewegung für eine bessere Periode. Das Red Tent steht für die Periodenrevolution.“

Periodenrevolution, das haben wir in letzter Zeit häufiger gehört, sei es in Verbindung der freien Menstruation oder der Petition zur Abschaffung der Tamponsteuer. Tatsächlich scheint die Periode - ein natürlicher Vorgang dem wir unsere Existenz zu verdanken haben – noch immer tabubelastet. Hier wollen die Zelte Abhilfe schaffen. Aber müssen sie unbedingt rot sein? Kann man sich dann nicht gleich einen Zettel mit den Worten „Ich menstruiere“ auf die Stirn kleben?

Ja, muss es, denn genau das ist die Intention der „goalgirls“, einer Agentur, die hinter der Zelt-Aktion steckt. Frauen sollten sich nicht für ihre Periode schämen müssen, im Gegenteil, sie soll zelebriert werden. Daher sind nicht nur Frauen, die gerade menstruieren, willkommen, sich kostenlose Hygiene-Sets, Tampons und Binden abzuholen, sondern alle – auch Männer. Denn die wissen meist erschreckend wenig über den weiblichen Zyklus, was zur Tabuisierung beiträgt.

 

Was passiert in den roten Zelten?

Die Weiblichkeit soll in vollen Zügen gefeiert werden. Es gibt Workshops über den Zyklus, Yoga gegen die Krämpfe und Informationen rund um Tampon-Alternativen und Co. Das I-Tüpfelchen: Eine Bar, an der Bloody Mary ausgeschenkt wird. Wer keine Workshops mitmachen will, kann also auch einfach nur entspannen.

Die Idee hinter den Red Tents ergibt Sinn. Doch klingt sie abschließend doch eher nach einer Aktion für die Männer. Es ist immer wieder erschreckend, wie wenig Mann über das andere Geschlecht weiß. Und aus Unwissenheit entstehen wie so oft Vorurteile, schlimmstenfalls Ekel. Ein Red Tent könnte den Männern also durchaus guttun. Viele Frauen würden sich hingegen schon über kleine Hygiene-Stationen auf dem Camping-Gelände freuen, in denen man ein Stück weit Ruhe und Sauberkeit für die Tage auf den Festival-Tagen bekommt.

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