UrteilMessie-Mutter aus Lünen: Zwei Babys starben in ihrer Wohnung

In Lünen ließ eine Mutter ihre Babys alleine verwahrlosen, um arbeiten und feiern zu gehen. Die beiden Mädchen überlebten nicht, dennoch wurde die Mutter nur zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt.

In Dortmund wurde am Montag eine Mutter (35) aus Lünen vom Dortmunder Landgericht wegen schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Kellnerin hatte sich nicht um ihre Säuglinge gekümmert, sodass sie nach nur kurzer Zeit in der zugemüllten Wohnung verstarben. Marie wurde sechs Monate alt. Nach ihrem Tod wurde die Mutter erneut schwanger. Doch auch Emma schaffte es nur für drei Wochen.

Die Knochen der beiden Babys wurden durch Zufall im Jahr 2012 bei einem Wohnungsbrand von der Feuerwehr entdeckt. Die genaue Todesursache war da schon nicht mehr feststellbar, doch Rechtsmediziner entdeckten Zeichen der Mangelernährung.

Die Mutter soll ihre Kinder bis zu zwölf Stunden am Stück allein gelassen haben, um arbeiten oder feiern zu gehen. Nach der Befragung durch die Polizei im Jahr 2012 kam die Mutter wieder auf freien Fuß und wurde zwei weitere Male schwanger. Die Kinder gab sie dieses Mal aber zur Adoption frei.

Ein psychiatrisches Gutachten bescheinigte der Angeklagten eine eingeschränkte Schuldfähigkeit und eine Persönlichkeitsstörung. Die Weltsicht der Mutter sei zudem verzerrt. Da zudem keine konkrete Todesursache feststellbar war, kam keine Verurteilung wegen Totschlags oder Körperverletzung mit Todesfolge infrage. Vier Monate der dreieinhalbjährigen Haftstrafe gelten aufgrund der langen Verfahrensdauer bereits als verbüßt.

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