MietminderungMietrecht: Nachts muss die Temperatur mindestens 18 Grad erreichen

Nachts zwischen 23 und 6 Uhr muss die Raumtemperatur mindestens 18 Grad in der Wohnung erreichen können.

Inhalt
  1. Mietminderung bei nächtlicher Raumtemperatur unter 18 Grad
  2. Mieter hat Anspruch auf gut beheizte Wohnung
  3. 25 Prozent Mietminderung bei mangelnder Beheizbarkeit

Wenn es draußen kalt wird, wird es auch drinnen häufig kühler. Vor allem nachts kann es in Wohnungen eisig werden, wenn die Heizungsanlage für diese Tageszeit vom Vermieter abgesenkt wird (um Energie und somit Kosten zu sparen).

 

Mietminderung bei nächtlicher Raumtemperatur unter 18 Grad

Wenn der Vermieter es mit dieser Sparmaßnahme allerdings übertreibt, haben die Mieter ein Recht auf Mietminderung, wie das Amtsgericht Köln entschied.

Im speziellen Fall (Aktenzeichen: 205 C 36/16) haben Kölner ihre Vermieterin verklagt, weil sie die Heizungsanlage zwischen 23 und 6 Uhr auf 16 Grad Celsius absenkte. In der Dachgeschosswohnung der Kläger wurde es den Mietern zu kalt. Sie bestanden auf mindestens 18 Grad Celsius Raumtemperatur in der Nacht.

 

Mieter hat Anspruch auf gut beheizte Wohnung

Das Amtsgericht Köln entschied für die Kläger und berief sich auf das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB §535 und §536). Mieter haben demnach einen Anspruch auf 18 Grad Celsius Raumtemperatur in der ganzen Wohnung - und zwar durchgängig, unabhängig von der Tages- bzw. Nachtzeit.

Die 18 Grad Celsius muss der Vermieter zwischen Anfang Oktober und Ende April gewährleisten (Heizperiode: 1. Oktober bis 30. April). Ist das nicht der Fall, stellt die mangelnde Wärme einen Mangel dar und somit einen Grund zur Mietminderung.

 

25 Prozent Mietminderung bei mangelnder Beheizbarkeit

Das Landgericht Berlin hat schon 1997 ein ähnliches Urteil gefällt (Aktenzeichen: 64 S 266/97). Hier hat der Richter sogar verordnet, dass die Mindesttemperatur der Wohnräume mindestens 20 Grad Celsius betragen müsse. Auch die Warmwassertemperatur wurde festgelegt: Sie soll mindestens 40 Grad Celsius betragen.

Die Mietminderung kann laut einem Urteil des Amtsgerichts Neukölln bis zu 30 Prozent betragen (Aktenzeichen: 10 C 557/84), wenn die Beheizbarkeit mangelhaft ist (25 %) und die Warmwasserversorgung fehlt (5 %). Es seien "wertbildende Merkmale einer Mietwohnung."

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(ww7)

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