VerbraucherschutzMikroplastik statt Aloe Vera: Falsche Versprechen bei Drogerie-Produkten

In diesen Drogerie-Produkten steckt Mikroplastik
Cremes, Duschgels, Flüssigseifen: Eigenmarken von Rossmann, dm und Lidl enthalten teilweise Mikroplastik
Foto: iStock

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat 21 Pflegeprodukte getestet. Das Ergebnis ist erschreckend. In 5 Produkten fanden die Tester wenig Aloe Vera, dafür aber Mikroplastik.

Aloe Vera ist einer der gefragtesten Inhaltsstoffe für Pflegeprodukte. Kein Wunder, dass viele Marken mit der Pflanze werben: Wer Aloe auf der Verpackung von Duschgels, Shampoos und Flüssigseifen sieht, ist dazu geneigt, das Produkt als natürlich oder gar gesundheitsfördernd zu akzeptieren. Doch was von den Herstellern suggeriert wird, ist nicht immer drin, wie Verbraucherschützer in Hamburg nun festgestellt haben. Diese "Werbetechnik" bezeichnet die Verbraucherzentrale als "Greenwashing".

21 Pflegeprodukte haben sich die Tester vorgeknöpft - von beliebten Marken wie Balea (dm), Isana (Rossmann), Cien (Lidl), Florena (Beiersdorf) oder Palmolive. Unter den Produkten waren Cremes, Duschbäder und Hautgele.

Dabei hielten nicht alle getesteten Produkte das, was sie auf den Verpackungen versprechen. In fünf der insgesamt 21 Aloe-Vera-Produkten fanden die Tester umweltschädliches Mikroplastik. Dabei vermutet man gerade hinter einem mit Aloe Vera versetzten Duschbad etc., dass es besonders gesund und pflegend ist. Diese Begriffe lassen sich mit Mikroplastik gar nicht in Einklang bringen. Das Material ist nicht biologisch abbaubar und belastet unsere Umwelt somit über mehrere 100 Jahre.

Zu den gefundenen Mikroplastikteilchen sagte die Verbraucherschützerin Silke Schwartau gegenüber Chip.de: „Ohne chemisches Insiderwissen sind die Stoffe für Kunden kaum zu identifizieren.“

 

In folgenden fünf Drogerie-Produkten wurde Mikroplastik gefunden

Balea Dusche & Creme Limette & Aloe Vera von dm

Nicht nur, dass in der 0,55 Euro teuren Packung Mikroplastikteilchen gefunden wurden. Die Verbraucherschützer beanstanden außerdem, dass der Anteil an Aloe Vera in dem Produkt nur sehr gering sein kann, da der Inhaltsstoff erst an achter Stelle auftaucht.

Isana Cremedusche Aloe Vera von Rossmann

In diesem Fall ist nicht bekannt, zu welchem Anteil das Duschgel für 0,55 Euro Aloe Vera enthält. Auf jeden Fall taucht der Inhaltsstoff erst an neunter Stelle als Gel und dann noch einmal an elfter Stelle als Extrakt auf.

Cien Tag für Tag Shampoo 7 Kräuter & Aloe Vera von Lidl

Das Shampoo der Lidl-Eigenmarke (0,75 Euro) enthält nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg wohl weniger als 2,5 Prozent Aloe Vera. Auf der Verpackung taucht die Pflanze erst an 15. Stelle als Inhaltsstoff auf.

Florena Handcreme Aloe Vera von Beiersdorf

Der Vorwurf hier: Obwohl die Verpackung etwas ganz Anderes suggeriert, ist der Anteil an Aloe Vera in der Handcreme für 1,29 Euro doch gering. Auf der Liste der Inhaltsstoffe steht Aloe Vera erst an neunter Stelle.

Palmolive Sensitive Flüssigseife Hygiene Plus von Colgate Palmolive

Auf der Verpackung der Seife (Preis 1,39 Euro pro Stück) ist die Aloe Vera Pflanze ganz deutlich abgebildet. Doch der Extrakt des Gewächses ist erst an 17. Stelle auf der Verpackung vermerkt. Der Anteil liegt so nach Angaben der Tester bei unter 2,5 Prozent.

 

(ww7)

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