UmweltschutzMikroplastik-Stopp in Schweden: Was würde ein Verbot in Deutschland bedeuten?

In Schweden wird Mikroplastik aus dem Handel verbannt. Was würde ein solches Verbot für Deutschland bedeuten? Wir erklären, wo sich überall Mikroplastik versteckt und wieso es so gefährlich ist.

Mikroplastik ist überall. Und es schadet der Umwelt. Aus diesem Grund hat Schweden als Vorreiter einen entscheidenden Schritt gewagt: Das Land verkauft zukünftig keine Produkte mehr, die Mikroplastik enthalten. Der Verkaufsstopp gilt ab dem ersten Juli, Händler dürfen bereits erstandene Ware bis Januar 2019 verkaufen. Danach sollen die Produkte kein Mikroplastik mehr enthalten.

Das klingt zunächst einmal banal, das Ausmaß des Verbots wird allerdings deutlich, wenn man realisiert, wo drin sich die kleinen Kunststoffteilchen überall verstecken. Das ist vielen Menschen gar nicht bewusst. Aus diesem Grund wollen wir einmal fantasieren, was ein solches Mikroplastik-Verbot für Deutschland bedeuten würde.

 

Welche Produkte enthalten Mikroplastik?

 

  • Zahnpasta
  • Gesichtspflege:
    • Peeling
    • Reinigungsprodukte
    • Cremes
  • Duschgel
  • Deodorants
  • Haarpflege:
    • Shampoo
    • Conditioner
    • Haarspray
    • Haarcreme
  • Cremes aller Art:
    • Bodylotion
    • Sonnenmilch
    • Handcreme
  • Make Up, Puder, Concealer
  • Rouge, Lidschatten
  • Mascara, Eyeliner
  • Lippenkosmetik, Lipgloss, Lippenstift
  • Nagellack

 

Die Liste stammt aus dem BUND-Einkaufsratgeber, in dem alle Marken und Produkte, die Mikroplastik enthalten, einzeln aufgeführt sind. Diese würden bei einem Verbot aus dem Supermarktregal verschwinden – und müssten ihre Rezeptur langfristig umstellen. Die Aufzählung ist erschreckend lang.

In Kosmetikprodukten sind Kunststoffe unter folgenden Namen und Abkürzungen auf der Liste der Inhaltsstoffe zu erkennen:

  • Polyethylen (PE)
  • Polypropylen (PP)
  • Polyethylenterephthalat (PET)
  • Polyurethan (PUR)
  • Polyacrylat (PA)
  • Polymethylmethacrylat (PMMA)
  • Polystyren (PS)
  • Acrylates Copolymer (AC)
  • Acrylates Crosspolymer (ACS)
  • Nylon-12
  • Nylon-6
 

Wieso schadet Mikroplastik der Umwelt?

Mikroplastik lagert sich in der Umwelt an, zum Beispiel sind weltweit zahlreiche Gewässer verunreinigt. Die Partikel sind kleiner als fünf Millimeter, so dass man sie manchmal gar nicht erkennen kann. Das heißt aber nicht, dass sie weniger schädlich sind. Denn in Alltagsgegenständen kommen sie massenhaft vor – wie die obige Liste zeigt – so dass sich Mikroplastik in großen Mengen in der Natur ansammelt.

Dort werden die Plastikteilchen erst richtig gefährlich, denn sie ziehen Giftstoffe quasi magisch an. Pestizide haften an Mikroplastik, das wiederum wird von Meerestieren als Nahrung verwechselt und aufgenommen.

Die Kunststoffteilchen sind nicht biologisch abbaubar. Zudem sind auch moderne Kläranlagen nicht fähig, jegliches Mikroplastik aus dem Wasser zu filtern.

Die Vorstellung, täglich Mengen an Plastik über das Trinkwasser zu sich zu nehmen, ist weder schön, noch gesund - für Menschen und Tiere aber derzeit Realität.

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