Steigende MeereKlimawandel: Millionen in Küstengebieten von ansteigendem Meeresspiegel bedroht

Der Klimawandel ist allgegenwärtig: Vor allem an den Küsten spüren Menschen weltweit seine Auswirkungen. Eine neue Datenanalyse von CORRECTIV zeigt, was uns noch erwartet und wie prekär die Situation schon ist. 

Inhalt
  1. Millionen Menschen in Küstengebieten sind gefährdet   
  2. Europas Strände versinken
  3. Aufklärung hilft



Wer kennt den 2007 erschienenen oscarprämierten Film „Eine unbequeme Wahrheit“ mit dem Politiker und Umweltschützer Al Gore in der Hauptrolle nicht? Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte uns allen klar gewesen sein, dass der Klimawandel bittere Realität ist und uns früher oder später einholen wird. 
Neuste Datenanalysen des gemeinnützigen Recherchezentrums CORRECTIV zeigen jetzt, dass der Klimawandel und seine Folgen hunderte Millionen Menschen bereits eingeholt hat. Menschen, die an den Küsten unserer Welt leben! 
Gemeinsam mit Journalisten aus sieben Ländern und mithilfe der britischen Behörde „Permanent Service of Mean Sea Level“ (PSMSL), die seit 1933 die Fluthöhen von Häfen in aller Welt gesammelt hat, konnte CORRECTIV eine präzise Datenanalyse veröffentlichen, die anschaulich zeigt, dass der Meeresspiegel schneller ansteigt als erwartet. Die Analyse zeigt außerdem, wie sich der Pegel in Zukunft verändern wird und das sorgt für ein beunruhigendes Ergebnis. 
Anders Levermann, Klimafolgen-Forscher in Potsdam und New York weiß: Dort wo das Meer stark angestiegen ist, wird es auch künftig weiter stark ansteigen."
Die Folge daraus ist ganz einfach: Das Meer wird Strände fortspülen, Inseln versenken und Ebenen überschwemmen!
Aktuell gehen Forscher des Weltklimarates IPCC von einem globalen Anstieg des Meeresspiegel von 20 bis 80 Zentimeter bis zum Jahre 2100 aus. Bis zum Jahr 2200 oder gar 2300 gibt es Prognosen von mehreren Metern. 

 

Millionen Menschen in Küstengebieten sind gefährdet   

Die in den Küstengebieten der Welt lebenden Menschen haben mit zwei unterschiedlichen Entwicklungen zu kämpfen. 
In vielen Regionen steigt der Meeresspiegel durch die Erderwärmung und das Schmelzen der Gletscher an. In manchen Regionen zeigt sich ein gegenteiliger Effekt. Die früher von kilometerdicken Eispanzern zusammengepresste Erdkruste dehnt sich nach dem Schmelzen der Gletscher aus, wodurch das Land ansteigt
In beiden Fällen müssen die Menschen sich den stark schwankenden Meereshöhen anpassen. 

 

Europas Strände versinken

Am stärksten vom Meeresspiegelanstieg betroffen ist Asien. Die Hauptstadt der Philippinen, Manila, ist mit einem rund 80 Zentimeter höheren Pegel als vor 50 Jahren am stärksten vom Klimawandel bedroht
In Skandinavien tritt der gegenteilige Effekt ein. Das Land steigt schneller als das Wasser und sorgt dafür, dass Häfen und Seen verlanden. In Bodo, im Norden Norwegens stieg das Land um 25 Zentimeter.
In Europa werden in den kommenden Jahren weitere Strände weggeschwemmt werden. Schwere Stürme wie der Herbststurm „Herwart“ unterstützen das Phänomen. 80 Prozent des Badestrandes auf der Nordseeinsel Wangerooge wurden so fortgeschwemmt und die Südspitze der Insel Sylt steht ebenfalls kurz vor dem Abbruch. 
Das Tauen des Permafrostbodens in Alaska macht ganze Dörfer unbewohnbar und auch Amerikas Ostküste hat mit hohen Pegelständen und schweren Stürmen zu kämpfen. 
Das Parana-Delta zwischen Argentinien und Uruguay droht früher oder später im Wasser unterzugehen und mit ihm die dort lebenden Menschen. 

 

Aufklärung hilft

Die Frage danach, was wir dagegen tun können, ist nicht so einfach zu beantworten. Die Menschheit muss an globalen Lösungen arbeiten
Jeder Einzelne sollte sich dennoch bewusstmachen, dass der Ausstoß von Kohlendioxid eine erhebliche Rolle beim Anstieg des Meeresspiegels spielt. Das Gas hat stetig dafür gesorgt, dass sich unsere Erde im vergangenen Jahrhundert um ein Grad erwärmt hat. Wenn wir also durch einen gesunden Lebensstil dazu beitragen können, dass weniger Kohlendioxid ausgestoßen wird, sollten wir dies tun. Außerdem sollten wir uns immer vor Augen halten, dass der Klimawandel auch uns jederzeit eingeholt haben kann. 

Mit Klick auf den unterlegten Link gelangst du zur interaktiven Karte „Steigende Meere“ von CORRECTIV.org. Hier kannst du erfahren, wie sich der Meeresspiegel in deiner Region verändert und weitere Informationen dazu erhalten. 

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