Katholische KircheMissbrauch an Nonnen: Papst räumt "sexuelle Sklaverei" ein

Papst Franziskus überrrascht mit einer spektakulären Beichte: Das Oberhaupt der katholischen Kirche hat erstmals den Missbrauch von Nonnen in der katholischen Kirche eingeräumt.

Über den Wolken scheint Papst Franziskus immer offener für Geständnisse zu sein. Nach seiner 2018 getätigten diskrimierenden Äußerung gegenüber homosexuellen Kindern auf einer Pressekonferenz im Flugzeug, überrascht der Papst nun mit einer Beichte auf dem Rückflug von Abu Dhabi: Das Oberhaupt der Katholiken räumt den sexuellen Missbrauch von Nonnen ein, wie die "Tagesschau" berichtet.

 

Papst Franziskus räumt Missbrauch von Nonnen ein

Auf die Frage einer Journalisten, ob es sexuellen Missbrauch von Nonnen gäbe, entgegnete Papst Franziskus zunächst, dass durchaus Bischöfe existierten, "die das gemacht haben" und es sogar Fälle von "sexueller Sklaverei" in der Vergangenheit gegeben hat. Die katholische Kirche soll schon mehrere Glaubensgemeinschaften aufgelöst haben und die verantwortlichen Kleriker suspendiert haben.

 

Auch Papst Benedikt soll gegen sexuelle Übergriffe vorgegangen sein

Das aktuelle katholische Oberhaupt betonte auch das Wirken seines Vorgängers Papst Benedikt im Kampf gegen die Verantwortlichen, betonte aber auch die Schwierigkeiten, da es in der katholischen Kirche viele Widersacher gäbe. So soll es Papst Benedikt nicht gelungen sein, eine Glaubensgemeinschaft aufzulösen, in der eindeutige Missbrauchsbeweise vorlagen. Papst Franziskus ließ zwar offen, um welchen Orden es sich handelte, aber versprach, den Kampf nicht aufzugeben: "Als ich Papst geworden bin, war, war eine meiner der ersten Maßnahmen, dass ich gesagt habe: Bringt mir diese Akte aus dem Archiv - und ich habe damit angefangen."

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Missbrauch von Nonnen ist immer noch ein Problem

Der Papst betonte darüber hinaus: "Ich glaube, dass es noch immer gemacht wird. Das ist keine Sache, die einfach so aufhört, die Sache geht so weiter." Es sei nach wie vor wichtig gegen sexuelle Übergriffe auf Nonnen vorzugehen: "Muss man mehr (gegen das Problem) machen? Ja. Wollen wir mehr machen? Ja."

 

Kritischer Zeitpunkt für Beichte des Papstes

Wie ernst Papst Franziskus das Thema ist, zeigt der Zeitpunkt seiner öffentlichen Beichte: Ende des Monats trifft sich der Papst mit den weltweiten Spitzen der katholischen Kirche zu einer von ihm initiierten Konferenz zum Thema Missbrauch. Ursprünglich war das Treffen geplant, um den sexuellen missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Geistliche zu thematisieren. Mit der öffentlichen Äußerung bezüglich sexueller Übergiffe auf Nonnen kommt nun ein weiteres brisantes Thema auf die Agenda.

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