Kriminalpolizei ermitteltMobbing? Tod der 11-jährigen Schülerin aus Berlin wird untersucht

Eine Schülerin aus Berlin soll einen Suizidversuch unternommen haben, weil sie an ihrer Schule in Reinickendorf gemobbt wurde. Die Kriminalpolizei ermittelt nun zu dem traurigen Fall.

Am Samstag, den 2.2., war bekannt geworden, dass eine elfjährige Grundschülerin aus Berlin-Reinickendorf gestorben ist. Nach mehreren Medieninformationen hatte das Mädchen wohl einen Suizidversuch aufgrund von Mobbing an ihrer Schule unternommen. Eine offizielle Bestätigung dazu gibt es bisher noch nicht. Das Kind starb im Krankenhaus. Die Kriminalpolizei ermittelt nun zu den genauen Todesumständen der Elfjährigen. Zudem sei eine Obduktion der Leiche geplant. 

 

Todesfall der Elfjährigen in Berlin: Grundschule weist Vorwürfe von sich

 

 

Die Hausotter-Grundschule bestreitet, sich um Mobbing-Fälle nicht zu sorgen. "Bei uns kümmern sich alle", sagte die Schulleiterin Daniela Walter dem "Tagesspiegel". "Wir sind eine Schule."

Sofern sich bestätigen sollte, dass die elfjährige verstorbene Schülerin gemobbt wurde, ist sie leider kein Einzelfall an der Schule: Eltern, deren Kinder ebenfalls die Schule besuchen, berichteten der "Berliner Morgenpost", das auch ihre Sprößlinge schon von Mitschülern drangsaliert wurden, teils sogar täglich mit Verletzungen nach Hause gekommen seien und heute noch unter psychischen Problemen leiden. Ein Vater sagte dem "Tagesspiegel", dass es an der Schule "massive Mobbing-Fälle" gegeben haben soll. Viele Elternvertreter an der Grundschule werfen der Einrichtung vor, Gewalt und Mobbing nicht Ernst zu nehmen.

 

Mobbingcoach macht dem Senat Vorwürfe

Etwa 150 Menschen kamen am Sonntag zu einer Mahnwache vor der Schule zusammen, um der Elfjährigen zu gedenken. Der Mobbingcoach Carsten Stahl hatte dazu aufgerufen. Er wirft dem Senat vor, nicht ausreichend gegen Mobbing an Schulen zu unternehmen. „Ich war selbst schon auf sechs Beerdigungen, bei denen Mobbing der Auslöser für den Selbstmord war", sagte Stahl der Bild. "Frau Scheeres (Sandra, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie; Anm. d. Red.) und alle anderen politischen Akteure im deutschen Schulsystem kümmern sich nicht.“ Mobbing gebe es an allen Schulen in Deutschland, doch diese würden das Problem runterspielen, um das Ansehen der Schule zu schützen.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte zu dem Fall: „Ich nehme alle Vorwürfe sehr ernst, und wir werden den Fall wie andere Trauerfälle auch umfassend aufarbeiten." 

Du hast Selbstmord-Gedanken oder kennst jemanden, der welche hat? Dann kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge unter telefonseelsorge.de. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 kannst du außerdem anonym und rund um die Uhr Hilfe von Beratern bekommen, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

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