Mann gestorbenMünchen: U-Bahn-Schubser zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt

Im Juni 2016 wurde ein 87-jähriger Mann in der Münchener U-Bahn geschubst und starb. Der 37-jährige Täter ist nun zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

An der Münchener U-Bahn kam es an der Haltestelle Marienplatz vergangenen Sommer zwischen zwei Passanten zu einem Streit. Martin S. war gegen 14 Uhr auf dem Weg zur Arbeit. Der Bahnsteig war überfüllt, es gab Gedränge. Dabei berührte ihn der 87-jährige Josef P. versehentlich an der Schulter. Der 37-jährige Lagerist wurde wütend und stieß den Mann daraufhin gegen die Brust, doch er konnte sich nicht mehr festhalten und prallte mit dem Hinterkopf auf den Betonplatten auf. Er erlitt eine Platzwunde und ein Schädelhirntrauma. Er half dem Verletzten mit einem Fahrgast auf, wollte dann aber in die bereitstehende U-Bahn springen und flüchten. Die anderen Passanten ließen das nicht zu und hielten Martin S. fest. Trotzdem wurde er erst fünfeinhalb Monate später festgenommen. 

München: U-Bahn-Schubser zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt
An der Münchener U-Bahn-Haltstelle Marienplatz schubste ein Mann einen Renter, der an den Folgen seiner Verletzungen starb.  
Foto: iStock

Josef P. starb drei Monate später nach dem Vorfall im Krankenhaus an den Folgen seiner schweren Verletzungen. Den Erben wurde 10.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Der Angeklagte Martin S. legte vor Gericht ein Geständnis ab, hatte sich bereits vor Prozessbeginn entschuldigt: "Ich wollte zu keiner Zeit, dass das so ausgeht und dass das passiert. Es tut mir wahnsinnig leid, ich möchte mich entschuldigen."

S. ist seit seinem 15. Lebensjahr drogenabhängig, saß schon einmal fünf Jahre wegen anderer Delikte im Gefängnis und habe laut seiner Verteidigerin nur noch ein "Marginales Erinnerungsvermögen" an den Tathergang. Er ist zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden

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