AntibiotikaresistenzMultiresistente Keime verbreiten sich: WHO zeigt sich besorgt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihren ersten Bericht zu multiresistenten Keimen veröffentlicht. Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Antibiotikaresistenzen sind zum weltweiten Problem geworden.

22 Länder, 500.000 Erkrankte – die Zahlen, die der neue WHO-Bericht veröffentlicht, sind erschreckend. Denn Antibiotikaresistenzen sind nicht nur in deutschen Krankenhäusern zum Problem geworden. Die Anzahl multiresistenter Keime steigt weltweit unabhängig vom Entwicklungsstatus eines Landes. Das ist das Ergebnis des neuen ‚Global Antimicrobial Surveillance System‘, das das Verbreitungsrisiko resistenter Erreger bewerten soll – und es auf Grundlage der Daten von 500.000 Patienten aus 22 Ländern als hoch einstuft.

Am häufigsten kommen Resistenzen bei den Keimen Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae, Staphylococcus aureus und Streptococcus pneumoniae vor. Diese können unter anderem zu Darm-, Lungen- und Hautinfektionen führen. Unbehandelt kann sich ein solcher Erreger im Körper ausbreiten und schlimmstenfalls eine Blutvergiftung auslösen. Auch Salmonellen werden immer schwieriger zu behandeln.

Als Beispiel für den Ernst der Lage bringt die Weltgesundheitsorganisation den Erreger E. coli vor – der beispielsweise Harnwegsinfektionen verursachen kann. Blasenentzündungen sind weit verbreitet und galten bisher als gut behandelbar. Innerhalb der letzten Untersuchungen ist die Multiresistenz der Keime jedoch von acht auf aktuell 65 Prozent gestiegen.

„Manche der weltweit verbreitetsten – und potenziell gefährlichsten – Infektionen erweisen sich als medikamentenresistent. Und am beunruhigendsten dabei ist, dass die Erreger keine nationalen Grenzen scheuen“, äußerst sich Dr. Marc Sprenger, WHO-Spezialist für Antibiotikaresistenzen, besorgt.  

Aufgrund der Ergebnisse empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation allen Ländern weltweit zu vergleichbaren Warnsystemen, mit denen die Verbreitung multiresistenter Keime frühzeitig entdeckt werden kann.

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