Rechte als MutterMutterschutzgesetz: Das sind deine Rechte in der Schwangerschaft

Du bist schwanger und berufstätig? Dann hast du nach dem deutschen Mutterschutzgesetz bestimmte Rechte, damit du trotz Schwangerschaft keinerlei Nachteile im Berufsleben hast. 

Inhalt
  1. Was bedeutet das Mutterschutzgesetz?
  2. Für wen ist das Mutterschutzgesetz gedacht?
  3. Ab wann tritt das Mutterschutzgesetz in Kraft?
  4. Sind Schwangere vor einer Kündigung geschützt?
  5. Wann gilt das Beschäftigungsverbot?
  6. Was ändert sich ab 2018 im Mutterschutzgesetz?

Wenn du ein Kind erwartest und in einer Voll- oder Teilzeitstelle beschäftigt bist, hast du Rechte. Diese sind im deutschen Mutterschutzgesetz (MuSchG) geregelt. Ab Januar 2018 treten neue Regeln in Kraft, von denen viele Frauen profitieren sollen. Aber was bringen die neuen Gesetze und welche Rechte umfasst das MuSchG überhaupt? Wir klären die wichtigsten Fragen für dich - los geht's:

verhuetungsmittel ist es moeglich trotz spirale schwanger zu werden h
Das Mutterschutzgesetz schützt jede schwangere, berufstätige Frau.
Foto: iStock
 

Was bedeutet das Mutterschutzgesetz?

Laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend  sei das "Ziel des Mutterschutzrechts (...), den bestmöglichen Gesundheitsschutz für schwangere und stillende Frauen zu gewährleisten. Es soll nicht dazu kommen, dass Frauen durch Schwangerschaft und Stillzeit Nachteile im Berufsleben erleiden oder dass die selbstbestimmte Entscheidung einer Frau über ihre Erwerbstätigkeit verletzt wird."

 

Für wen ist das Mutterschutzgesetz gedacht?

Das Gesetz greift für dich, wenn du werdende Mutter bist und in einem Arbeitsverhältnis stehst. Das gilt auch für Heimarbeiterinnen, Hausangestellte, geringfügig Beschäftige und weibliche Auszubildende. Seit April 2017 gilt das MuSchG auch für selbstständig erwerbstätige Frauen, wenn sie eine Krankentagegeldversicherung bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse abgeschlossen haben. In diesem Fall bekommst du Krankentagegeld während der Schutzfrist (diese beginnt sechs Wochen vor der Entbindung und endet im Normalfall acht Wochen danach) und am Entbindungstermin. 

 

Ab wann tritt das Mutterschutzgesetz in Kraft?

Sobald du deinem Chef von deiner Schwangerschaft erzählst, gilt das MuSchG. Dein Vorgesetzter ist dann verpflichtet, der zuständigen Aufsichtsbehörde die Schwangerschaft mitzuteilen. Zudem muss er dafür sorgen, dass du und dein Baby vor Gefahren geschützt sind. Dein Arbeitsplatz muss also ggf. so umgestaltet werden, sodass er keine Gefahr darstellt.

 

Sind Schwangere vor einer Kündigung geschützt?

Vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung darfst du nicht gekündigt werden. Seit dem 30. Mai 2017 ist auch eine Kündigung nach einer Fehlgeburt nach der zwölften Schwangerschaftswoche nicht erlaubt.

Und: Du hast das Recht auf deinen vollen Urlaub.

 

Wann gilt das Beschäftigungsverbot?

Ein generelles Beschäftigungsverbot, also die Schutzfrist, gilt, wie oben beschrieben, sechs Wochen vor Geburt und acht Wochen nach der Entbindung. Im Individualfall kannst du bereits durch ein ärztliches Attest früher ins Beschäftigungsverbot gehen - etwa, wenn deine und die Gesundheit des Babys gefährdet sind, oder du gesundheitlich arbeitsunfähig bist (beispielsweise durch eine Hyperemesis, Schwangerschaftserbrechen). Auch Nacht-, Fließband-, oder Sonntagsarbeit stellen ein frühzeitiges Beschäftigungsverbot dar. Gleiches gilt für die Zeit nach der Geburt: Ein Arzt kann dir maximal bis zum 6. Monat nach der Entbindung ein Beschäftigungsverbot erteilen.

Bei einer Behinderung des Kindes, die acht Wochen nach der Geburt festgestellt wird, kann die Mutter eine Verlängerung der Schutzfrist von acht auf zwölf Wochen beantragen.

 

Was ändert sich ab 2018 im Mutterschutzgesetz?

Das MuSchG gilt ab Januar 2018 auch für Frauen,...

  • ... die in einer Ausbildung oder einem Praktikumsverhältnis sind
  • ... die mit Behinderung oder in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt sind
  • ... die als Entwicklungshelferinnen tätig sind
  • ... die als Freiwillige nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz beschäftigt sind
  • .... die u.a. als Mitglied einer geistlichen Genossenschaft oder Diakonisse tätig sind
  • ... die in einer arbeitnehmerähnlichen Position tätig sind (z.B. Fremdgeschäftsführerin)
  • ... die Schülerinnen und Studentinnen sind

Mehr über Schwangerschaft & Co.:

Kategorien: