Die Folgen des StoppsNach AstraZeneca-Stopp: Impf-Ziel in Deutschland nicht mehr erreichbar?

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca darf wegen schwerer Nebenwirkungen vorerst nicht mehr verabreicht werden. Ist das Impf-Ziel für September damit hinfällig?

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gab am Montag in Berlin bekannt, dass Deutschland nun nach einer Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts auch wie andere europäische Länder den Corona-Impfstoff von AstraZeneca vorerst nicht mehr einsetze. Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) prüft den Impfstoff nun erneut, der vorerst auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wird. Was bedeutet der Impf-Stopp des Herstellers für Deutschland?

 

AstraZeneca gestoppt: Impf-Ziel noch erreichbar?

Der Impfstoff von AstraZeneca soll in sieben Fällen Thrombosen der Hirnvenen, die im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen stehen, ausgelöst haben. Doch ob dies Zufall ist oder ob es sich um Nebenwirkungen handelt, muss noch geprüft werden. Sicher ist: Gemessen an inzwischen mehr als 1,6 Millionen Impfungen mit AstraZeneca sind sieben Fälle eine geringe Zahl. Spahn bezeichnete die Entscheidung, das Impfen mit dem britisch-schwedischen Vakzin zu stoppen, daher als "reine Vorsichtsmaßnahme".

Doch ob das geplante Impf-Ziel noch erreicht werden kann, ist fraglich. Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte an, man wolle allen Bürger eine Impfung bis zum 21. September 2021 ermöglichen - vorausgesetzt, die Lieferungen und Zulassungen der Corona-Impfdosen kommen pünktlich. Mit dem Impf-Stopp von AstraZeneca fällt nun erstmal ein großer Hersteller weg.

Nach AstraZeneca-Stopp: Impf-Ziel in Deutschland nicht mehr erreichbar?
AstraZeneca-Impfungen werden vorerst gestoppt - und könnten zu Impf-Verzögerungen führen.
Foto: IMAGO / Independent Photo Agency Int.
 

Das sagen die Ministerpräsidenten der Länder

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet glaubt: "Das wird viele Strategien wieder verändern". Das sagte der CDU-Bundesvorsitzende in der ZDF-Sendung "Was nun, Herr Laschet?". 

Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard sagte dem NDR am Dienstagmorgen (16.3.): "Wir hatten für die kommenden Wochen 23.000 Impfungen mit AstraZeneca geplant und dafür Termine vereinbart". Diese Termine sollen bestehen bleiben, allerdings werden die 23.000 Bürger mit einem anderen Impfstoff behandelt, so die SPD-Politikerin. Neue Termine könnten jedoch vorerst nicht vergeben werden, so Leonhard. Für Gesamtstrategie heißt: "Wir werden langsamer, es verzögert sich, wir können weniger Menschen einladen. Es wird noch langsamer und zäher und die Menschen brauchen noch mehr Geduld."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich zuversichtlich in der ARD: "Man wird nach einer Überprüfung wahrscheinlich feststellen können, dass geimpft werden kann (...). Da machen Prioritätenlisten aber wirklich keinen Sinn mehr." Er würde sich auch sofort mit AstraZeneca impfen lassen. 

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