Achtung

Kurzarbeit & Steuererklärung: Nach Coronajahr droht Steuernachzahlung

Während des ersten Coronajahres war Kurzarbeit für viele ein Segen, doch jetzt droht vielen eine Steuernachzahlung. Wie du schon im Voraus testen kannst, ob auch du davon betroffen bist und warum es sich lohnt, jetzt schon mehr zu wissen, erfährst du bei uns.

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Noch nie haben so viele Unternehmen in Deutschland Kurzarbeit angezeigt wie im Jahr 2020, denn die Wirtschaft leidet extrem unter der Coronakrise. Dem Ifo-Institut zufolge ist die Zahl der Kurzarbeiter hierzulande im Mai 2020 auf 7,3 Millionen gestiegen – weit mehr als beispielsweise in den Rekordmonaten der Finanzkrise 2008/09.

Kurzarbeitergeld: Darum drohen Steuernachzahlungen

Im Jahr 2021 könnte es für diese Personen allerdings ein böses Erwachen geben. Das Kurzarbeitergeld ist zwar steuerfrei, aber Bezieher sollten sich Experten zufolge trotzdem auf Steuernachzahlungen einstellen, denn das Geld unterliegt dem sogenannten Progressionsvorbehalt, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Kfz-Steuer wird erhöht: Diese Autofahrer sind betroffen

Doch was steckt dahinter? Das an sich steuerfreie Kurzarbeitergeld wird am Ende des Jahres dem Einkommen hinzugerechnet. Sprich: Das steuerpflichtige und steuerfreie Einkommen, in dem Fall also das Kurzarbeitergeld, werden zu einem Gesamteinkommen addiert und schließlich ein Durchschnittssteuersatz ermittelt. In der Regel ergibt sich daraus ein erhöhter persönlicher Steuersatz und somit auch die zu zahlenden Steuern.

Nachzahlungen: Vor allem Ehepaare betroffen

Dadurch bleibt das Kurzarbeitergeld steuerfrei, allerdings führt die obere Berechnung dazu, dass das steuerpflichtige Einkommen letztendlich höher besteuert wird, so Steuerberater Stefan Bürker gegenüber dem Portal "B4B Schwaben". Unter Umständen kann es bei Einkommenssteuererklärung also zu Nachzahlungen kommen.

Corona-Wirtschaftskrise: Fast jeder fünfte Job in Gefahr

Besonders teuer könnte das übrigens für Ehepaare werden, denn auch das Einkommen des Partners gehört zum Progressionsvorbehalt. Und: Je höher das Einkommen, desto höher die Steuerschuld. Eheleuten drohen Lohnsteuerhilfevereinen zufolge sogar Nachzahlungen von mehreren Hundert Euro.

Kurzarbeit & Steuererklärung: Alles, was du wissen musst

Generell sind Arbeitnehmer nicht unbedingt dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Doch wer Kurzarbeitergeld bezogen hat, ist dazu verpflichtet und muss die Lohnersatzleistung in seiner Erklärung angeben. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld bezogen wurden.

Da wie schon angesprochen ein erhöhter persönlicher Steuersatz entstehen kann, ist es besonders wichtig, in der Steuererklärung nicht nur die Kurzarbeit (Lohnersatzleistung) anzugeben, sondern jede zusätzliche Ausgabe. So kannst du eine mögliche Nachzahlung mindern.

Steuererklärung-Hacks: Das solltest du unbedingt beachten

Doch ob dich eine Nachzahlung oder vielleicht doch eine Rückerstattung erwartet, kommt ebenfalls darauf an, inwiefern dein Entgeldausfall mit Kurzarbeitergeld aufgestockt wurde. Wie du vorab herausfinden kannst, was dich erwartet? Ein Kurzarbeiter-Rechner kann dir einen ersten Eindruck vermitteln, mit was du zu rechnen hast.

Wichtige Info für alle, die von ihrem Unternehmen eventuell eine Corona-Prämie erhalten haben: Sie ist steuerfrei und muss nicht angegeben werden. Abgabefrist für die Steuererklärung ist übrigens der 2. August 2021!

Zum Weiterlesen: