Krass oder nachvollziehbar? Nadia Bokody kündigt ihren Freundinnen die Freundschaft wenn sie Kinder bekommen

Nadia Bokody aus Sydney hat einen kontroversen Standpunkt. Sie kann nicht mit Frauen befreundet sein, die ein Kind haben. Was wirklich hinter dieser krassen Aussage steckt.

"Jetzt wo du Mutter bist, kann ich nicht mehr mit dir befreundet sein!" Dieser Satz klingt wie ein schlechter Scherz, doch Nadia Bokody meint das total ernst und hat so in den vergangenen Jahren schon mehrere Freundschaften beendet. Die australische Journalistin kündigt ihren Freundinnen die Freundschaft, sobald sie Baby bekommen. 

"Es ist nicht so, als hätte ich es nicht versucht. Aber die Prioritäten ändern sich nun mal, wenn man ein Kind bekommt und das ist doch auch völlig in Ordnung", sagt sie im Interview mit der britischen Zeitung Daily Mail. "Alles dreht sich um dieses kleine Wesen und die Spontanität bleibt einfach auf der Strecke." Die Erkenntnis: Sobald ihre Freunde Kinder bekamen, hat sie sie kaum noch gesehen. Und wenn, dann drehte sich alles nur ums Kind. 

 

 

"Die meisten meiner Freunde waren dankbar für meine Ehrlichkeit" 

Wann immer enge Freundinnen von ihr verkündet haben, dass sie ein Kind erwarten, hatte diese Nachricht für die Journalistin einen bittersüßen Beigeschmack. "Zu wissen, wie sehr sie sich ein Kind gewünscht haben und wie viel sie teilweise durchgemacht haben, um diesen Wunsch zu realisieren, was wäre ich für ein Mensch, wenn ich mich nicht aus tiefstem Herzen für sie freuen würde", sagt sie ernst. "Aber in diesen Momenten war ich auch wahnsinnig traurig, weil ich wusste, dass unsere Freundschaft zu Ende ist." 

Die meisten ihrer Freunde waren Nadia  dankbar für ihre Ehrlichkeit. "Sie haben bereitwillig anerkannt, dass sich unsere Freundschaft mit der Geburt ihres Kindes grundliegend ändern wird", versichert sie. "Ihre Kinder haben höchste Priorität und das verstehe ich absolut. Und ich bin froh, dass wir so ehrlich darüber reden können." 

Nur eine Freundin fühlte sich vor den Kopf gestoßen von so viel Ehrlichkeit. "Sie wollte einfach nicht einsehen, dass ein Kind ihr Leben grundlegend ändern wird, und schwor mir, dass sie dieselbe Person bleiben würde und sich an unserer Freundschaft nichts ändern würde", berichtet Nadia. "Seit der Geburt ihres Kindes vor zwei Jahren haben wir uns vielleicht zweimal gesehen und es war jedes Mal seltsam. Wir haben einfach keinen gemeinsamen Nenner mehr." 

Ein Kind muss nicht das Ende eine Freundschaft bedeuten. Wenn beide Seiten ein Paar Regeln einhalten und bereit sind, für die Freundschaft etwas zu tun. Hier ein paar Tipps für beide Seiten. 

 

Wie Du mehr Verständnis für deine schwangere Freundin aufbringen kannst 

Wer schwanger ist, redet zwangsläufig von seiner Schwangerschaft, dem Baby und dem Leben, das auf sie zukommt. Und egal wie sehr man sich bemüht, dieses Thema bei kinderlosen Freunden auszuklammern, es gelingt einfach nicht und das sollte es auch nicht. Ein Kind ist das größte aber gleichzeitig auch anstrengendes, was einem im Leben passieren kann. Und mehr als alles andere brauchen wir die Hilfe und Unterstützung von unseren Freunden.

Und ja, ihr dürft gerne hinter unserem Rücken mit den Augen rollen, wenn wir stundenlang nur über unseren Nachwuchs geredet haben. Aber gebt uns die Chance eine Weile in dieser Blase zu leben, denn das bleibt nicht für immer so. Wenn doch, sagt es uns! Ehrlichkeit macht eine Freundschaft aus. Auch wenn es ein sensibles Thema ist, richtig kommuniziert wird auch jede noch so überschwängliche Neu-Mama verstehen, dass die beste Freundin nicht den ganzen Tag über Babybrei, wunde Brustwarzen und vollgekackte Windeln sprechen möchte! 

Tipps für den Umgang mit einer Neu-Mami 

  • Verständnis für die neue Lebenssituation: Sie bleibt deine beste Freundin, aber du musst auch akzeptieren, dass sie jetzt eine neue wichtige Rolle übernommen hat. Sie ist Mutter. 
  • Wichtige Themen ansprechen, auch wenn es schwerfällt: Je öfter man gefrustet nach Hause geht, desto mehr leidet die Freundschaft. Und deine Freundin hat mit Baby eh gerade alle Hände voll zu tun. Verzeih ihr, wenn sie deinen Gemütszustand nicht mehr so wie früher sofort an deinem Gesichtsausdruck ablesen kann. 
  • Arbeit abnehmen: Ein Säugling ist enorm viel Arbeit. Wenn ihr euch trefft, mach es der Mama und ihrem Baby so einfach wie möglich. Am besten trefft ihr euch zu Hause oder im Kaffee um die Ecke. Bring etwas zu essen oder frag, ob sie noch etwas braucht, was du auf dem Weg besorgen kannst. 

>>> 5 Anzeichen dafür, dass eure Freundschaft ewig halten wird

 

Wieso auch Neu-Mamis ihre Freundschaften pflegen sollten

Ja, ein Kind ist das Größte und man will seine neuen Erfahrungen zu jede Zeit in die Welt hinausschreien, aber diese Dauerbeschallung kann auch anstrengend sein. Weißt du noch, wie dein Leben verlief, als du noch keine Kinder hattest? Hand aufs Herz, warst du nicht auch manchmal von diesen Paaren genervt, die nur noch über ihre Kinder gesprochen haben? Bei all der Baby-Euphorie vergiss nicht zu fragen, was deine Freundin gerade bewegt.

Eure Freundschaft wird sich ändern und das sollte beiden Seiten bewusst sein, aber jeder sollte auch bereit sein, daran zu arbeiten. Dein Leben hat sich grundlegend geändert, dass deiner Freundin nicht. Sie verlässt sich auch weiterhin auf deine Ratschläge und dein offenes Ohr, verwehre ihr das nicht, auch wenn es dir nach einer schlaflosen Nacht schwer fällt, noch richtig zuzuhören. Eine Freundschaft ist ein Geben und Nehmen. 

Tipps für den Umgang mit der kinderlosen Freundin

  • Versetz dich in ihre Situation: Was bedeutet das Baby für sie? Eure Freundschaft wird sich ändern, doch wie, das entscheidet ihr selbst. 
  • ​Lass sie teilhaben an deinem Leben, auch an den nicht so unschönen Momenten: "Manchmal bin ich überfordert." Oder "Mein Mann und ich leben uns auseinander und wir wissen nicht, wie wir das ändern sollen." Ehrliche Gefühle schaffen Nähe und verbinden. 
  • Babyfreie Zone: Das lange Partynächte mit einem Säugling nicht mehr drin, dafür hat jeder Verständnis. Aber gegen einen ruhigen Mädelsabend auf dem Sofa ist nicht einzuwenden. Babyphone auf leise stellen und die Ohren auf Empfang. Deine Freundin hat schließlich auch das Recht, sich mal richtig auszusprechen. 

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