Reporter deckten aufNahrungsergänzungsmittel: Hochgiftige Mittel gelangen ohne Kontrolle in den Verkauf

Nahrungsergänzungsmittel dürfen nur nach einer behördlichen Erlaubnis auf den Markt. Doch der Report Mainz deckte jetzt auf, dass extrem giftige Mittel unkontrolliert in den Verkauf gelangen können.

Experten sind sich einig: Wer sich ausgewogen und gesund ernährt, braucht in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Trotzdem steckt hinter den Mitteln ein Milliardengeschäft. Allein im letzten Jahr wurde laut ,Lebensmittelverband Deutschland' mit den bunten Pillen, Kapseln und Pulvern ein Umsatz von 1,44 Milliarden Euro erzielt. Doch um ein Produkt auf den Markt zu bringen, bedarf es einer behördlichen Erlaubnis - eigentlich. Denn der Report Mainz deckte nun auf, dass extrem giftige Mittel unkontrolliert zum Verkauf stehen.

 

Report Mainz: Giftige Nahrungsergänzungsmittel im Umlauf

Die Reporter testeten selbst innerhalb von zwei Monaten, wie einfach es ist, ein Nahrungsergänzungsmittel bei den Behörden anzumelden. Ihr fiktives Produkt namens „Immuno Royal“ wurde problemlos auf dem Markt zugelassen - obwohl auf dem Etikett (!) der vermerkte giftige Pflanzenstoff Datura-Extrakt (Stechapfel) stand. "Damit kann man potenziell auch Menschen umbringen", schätzt der Pharmakologe Martin Smollich vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein die Pflanze ein, die zu den toxischsten in Mitteleuropa zählt. 

 

 

Nahrungsergänzungsmittel: Gesundheitsgefahr möglich

Natürlich haben die Reporter ihr Mittel nicht hergestellt und auf den Markt gebracht. Doch das Experiment zeigt, wie gefährlich die Pillen sein können. Smollich kann eine Gesundheitsgefahr von Nahrungsergänzungsmittel nicht ausschließen

Jedes Nahrungsergänzungsmittel muss beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit registriert werden. Die Prüfung übernehmen dann 400 Landkreise und kreisfreie Städte. Der Report Mainz fragte bei der entsprechenden Behörde nach, weshalb ihr Produkt nicht kontrolliert wurde. Die unfassbare Antwort: Dies würde nur stichprobenartig gemacht und die Hersteller seien selber für die Sicherheit zuständig.

Verbraucherschutzpolitikerin Renate Künast (Bündnis90/Die Grünen) fordert deshalb mehr Sicherheit und strenge Kontrollen: "Wir können den Markt mit etwas, das am Ende gesundheitsschädlich ist, nicht einfach so unreguliert lassen."

Die komplette Reportage läuft heute, am 9.9.2019, um 21.50 Uhr in der ARD. 

 Nahrungsergänzungsmittel: Hochgiftige Mittel gelangen ohne Kontrolle in den Verkauf
Nahrungsergänzungsmittel werden nur stichenprobenartig geprüft. Eine Gesundheitsgefahr kann nicht ausgeschlossen werden.
Foto: iStock/Symbolbild

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