YouTube-SchießereiYouTube-Schießerei: Was wir über die Schützin Nasim Aghdam wissen

Nasim Aghdam heißt die Tatverdächtige, die heute in der kalifornischen YouTube-Zentrale um sich geschossen haben soll. Bei der Schießerei gab es mehrere Verletzte. Die mutmaßliche Schützin ist tot – was weiß man über sie und ihr Motiv?

In einem Café auf dem Gelände des YouTube-Konzerns in San Bruno, Kalifornien, kam es zu einer Schießerei. Gegen 13.00 Uhr wurde von mehreren Schüssen berichtet, zwei Frauen und ein Mann wurden verletzt, letzterer schwer.

Stundenlang durchsuchten Polizei-Beamte daraufhin die Gebäude der YouTube-Zentrale. Bis die Entwarnung folgte: Die mutmaßliche Schützin ist tot. Sie soll sich selbst das Leben genommen haben.

Mittlerweile wurde die Tatverdächtige identifiziert. Wie CBS berichtete soll es sich bei der Schützin um Nasim Aghdam handeln, eine 39-jährige Frau aus San Diego.

 

Aber wer ist Nasim Aghdam? Wir fassen zusammen, was bisher über die YouTube-Schützin bekannt ist:

1. Sie war selbst YouTuberin

Nasim Aghdam betrieb mehrere YouTube-Kanäle auf Englisch, Türkisch und Farsi. In den Videos beschäftigte sie sich mit unterschiedlichen Themen von Pop-Kultur über veganen Lebensstil bis hin zu Fitness.

2. Nasim A. galt als vegane Aktivistin

Die YouTuberin setzte sich für den Tierschutz ein. In ihren Videos präsentierte sie pflanzliche Rezepte und setzte sich beispielsweise mit der veganen Ernährungspyramide auseinander, gleichzeitig rief sie mit provokanten Parolen wie „Fleisch ist Mord“ zu einer fleischlosen Ernährung auf. Auf ihrer Website lud Nasim Aghdam Videos hoch, in denen Tiere lebend gehäutet oder gekocht wurden – mit dem Kommentar, alle Konsumenten von tierischen Produkten würden Tierquäler unterstützen.

3. Sie war wütend. Auf die Welt, vor allem aber auf YouTube.

Nasim Aghdams Website versprüht Wut. Auf Fleischesser, die Politik, vor allem aber auf die Video-Plattform. In einer Hassbotschaft zitiert sie Adolf Hitler, um darüber aufzuklären, dass die Welt noch immer voller Diktatoren sei, die nur auf den eigenen Profit und die Manipulation des einfachen Menschen aus seien.

Am Ende wird deutlich, auf wen es Nasim A. besonders abgesehen hat: YouTube. Ihre Videos seien gefiltert, gesperrt und ihre Zuschauerzahlen so gedrückt worden.

Es gibt keine gleichen Wachstumsmöglichkeiten bei YOUTUBE oder irgendeiner anderen Video-Seite, dein Channel wird nur wachsen, wenn sie es wollen“, schließt sie ihre Hasstirade ab. Damit spielt die Frau wohl auf eine Änderung der Richtlinien von YouTube ab, im Zuge dessen mehrere Videos gesperrt oder aber ihnen die Möglichkeit entzogen wurde, Werbung einblenden zu lassen. Nach Angaben von Nasim Aghdams Vater soll diese Änderung ihren Lebensunterhalt bedroht haben – sie sei wütend gewesen, weil sie kein Einkommen mehr hatte.

4. Ihr Vater warnte die Polizei

Der öffentliche YouTube-Hass bereitete sogar ihrem eigenen Vater so große Sorgen, dass dieser den Konzern in der Nacht vor der Schießerei warnen wollte. Nasim Aghdam sei bereits seit einigen Tagen verschwunden gewesen. Als Polizisten sie in der Nähe der YouTube-Zentrale auffanden, zeigte sich ihr Vater alarmiert und warnte die Polizei. Diese schätzte Nasim Aghdam in der Nacht zuvor jedoch als ungefährlich ein, als sie sie schlafend in einem Auto entdeckten.

5. Nasims Motiv ist weiter unklar

Polizei und Medien gingen zunächst von einer Beziehungstat aus. Es ist weiterhin unklar, ob es sich bei dem schwerverletzten Mann um den Ex-Freund der Schützin handelt. Der Verletzte schwebt noch in Lebensgefahr. Andere Stimmen wurden laut, Nasim Aghdam würde niemanden der Mitarbeiter persönlich kennen, sondern einen generellen Hass gegen YouTube hegen. Das Motiv ist zum jetzigen Zeitpunkt somit noch unklar.

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