InterviewNatürlich! Beatrice Egli über Auszeiten und neue Pläne jenseits der Musik

Sängerin Beatrice Egli meldet sich mit neuer Musik von ihrem längeren Australien-Trip zurück. Sie hat sogar gleich ein ganzes Album mit dem Titel „Natürlich!“ im Gepäck. Was es mit dem Titel auf sich hat und wie sie zum ihrem verflixten siebten Karrierejahr steht, hat sie Wunderweib im Interview verraten. 

Beatrice Egli hat in Australien ihr neues Album „Natürlich!“ aufgenommen.
Beatrice Egli hat in Australien ihr neues Album „Natürlich!“ aufgenommen.
Foto: Universal Music

Die letzten Monate war es um Schlagerstar Beatrice Egli (30) etwas ruhiger geworden. Die Sängerin hatte sich zurückgezogen und reiste durch Australien. Doch wie sollte es anders sein: Als waschechte Künstlerin mit Musik im Blut konnte sie es nicht lassen und nahm kurzfristig in Australien ihr neues Album „Natürlich!“ auf, das am 21. Juni 2019 erscheint. Nachdem wir mit „Terra Australia“ und „Rock mis Härz“ bereits einen musikalischen Vorgeschmack ergattern konnten, wurde nun auch die dritte Singleauskopplung des neuen Albums veröffentlicht. Sie trägt den Titel „Le Li La“ und macht richtig Lust auf den Sommer – da hat uns Beatrice Egli mehr als nur die Sonne aus Australien mitgebracht.

Zurückgekehrt mit vielen neuen Ideen und mit guter Laune sprach Beatrice Egli mit Wunderweib.

 

Schlagerstar Beatrice Egli im Interview

Dein Sieg bei DSDS liegt nun ziemlich genau 6 Jahre zurück. Du bist mit deiner Karriere also im verflixten 7. Jahr. Macht sich das bemerkbar? Hast du dich darauf vorbereitet?

(Lacht) Ich glaube, was das angeht, bin ich nicht so abergläubig. Aber es ist schon so, dass natürlich die Veränderung eigentlich bereits stattgefunden hat durch meine Auszeit, die ich mir genommen habe und ich mich mal wieder neu geordnet habe und vielleicht auch strukturiert und überhaupt alles hinterfragt habe und das ist auch gut. Und dass das schon vor dem siebten Jahr passiert ist, ist vielleicht genau das Richtige, um diesem Verflixten aus dem Weg zu gehen.

Kommen darum auch Projekte abseits der Musik mehr zum Tragen, wie zum Beispiel die RTL-Show „Schlager sucht Liebe“?

Ja, ich glaub schon. Etwas bei mir, was ich total gerad genieße, ist neben der Musik noch neue Dinge zu entdecken – unter anderem auf jeden Fall das Moderieren, zum Beispiel jetzt neu bei RTL. Aber auch die Synchronrolle, die ich bei „Playmobil der Film“ spreche. Also es ist schon sehr facettenreich gerade mein Leben und das genieße ich.

Wieso deine Auszeit in Australien?

Australien ist ein Kontinent, den ich seit ich 16 war bereisen wollte, und eigentlich so ein Teenietraum von mir. Es hat jetzt etwas länger gedauert, bis dieser Traum sich erfüllen konnte und war ehrlich gesagt auch gar nicht so einfach zu organisieren, weil ich vor über eineinhalb Jahren das geplant hatte, dass ich dann mal eine längere Zeit weg sein kann. Ich kann jetzt ja nicht einfach so sagen: ‚So ich bin jetzt mal ein paar Wochen weg.‘ Dafür sind die Pläne auch einfach zu lange vorausgeplant.

War dir der Rummel um deine Person dann doch zu viel?

Ich glaube, die letzten sechs Jahre waren einfach wahnsinnig intensiv. Ich habe kaum Pausen gemacht und auch vier Tourneen und sechs Alben. Also es ist schon viel passiert in sechs Jahren und daher war einfach mal Zeit das Tempo rauszunehmen, offline zu sein und einfach mal kurz wieder zu mir zu finden.

Was hast du für dich aus dieser Erfahrung und Australien mitgenommen?

Ich glaub, in erster Linie hat die Reise Ruhe in mein Leben gebracht, weil ich einfach auch mal runterkommen konnte. Und wenn die Batterien wieder geladen sind, ist man nicht andersrum so geladen, wenn mal etwas nicht so läuft. Das kennt ja jeder, dass die Anspannung einfach wächst, umso mehr Dinge man hat. Und wenn man dann erholt ist, kann man ganz anders wieder an die Dinge rangehen und auch ein bisschen leichter. Und das spür ich schon noch, dass diese Leichtigkeit in mir gewachsen ist.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Terra Australia! Es ist der Weg den du wählst...

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Auch musikalisch hat dich Australien beeinflusst und das hört man. Was können Fans von dem neuen Album erwarten? Wird es sich sehr von deinen vorherigen Werken unterscheiden?

Die Reise hat mich natürlich auch musikalisch beeinflusst und das ist auch zu hören. Mein Produzent ist ja auch nach Australien geflogen, wir haben das Album da aufgenommen. Das heißt, die Produktion klingt natürlich durchaus anders. Aber dabei ist es wie bei allem: Ich bin Beatrice und das hört man auch. Aber es hat sich auch einfach ein bisschen verändert und es sind ein paar neue Rhythmen mit drauf. Beim Song „Auszeit“ mit akustischer Gitarre ist so eine Leichtigkeit da. Aber gleichzeitig ist da auch das Freche beim Song „Natürlich“. Das ist auf jeden Fall die freche Beatrice, die da durchkommt, die natürlich auch zu mir gehört und das leb ich auch aus. Dass ich als Mädchen Spaß haben will und das Leben genießen will. Aber neu ist auch, was es vorher noch nie gab, ein Schweizerdeutscher Song „Rock mis Härz“ zu hören.

Wie war der Entstehungsprozess zum Album?

Es gab schon einige Songs, die ich schon länger kannte. Andere sind während der Reise entstanden und einige wurden dann erst bei den Aufnahmen geschrieben. Das ist ein stetiger Prozess gewesen. Aber schlussendlich war es auch schön – keiner wusste, dass ich ein Album in Australien mache. Also es ist auch sehr einfach entstanden. Wir haben so Bücherregale ausgeräumt und Schaumstoff reingemacht und das war dann meine Gesangskabine. (Lacht.) Es war also wirklich alles andere als ein professionelles Studio. Wir waren in einem Beachhouse ganz einfach und natürlich. Und das habe ich auch sehr genossen und ich glaub, das hört man auch ganz deutlich auf dem Album, diese natürliche Leichtigkeit die das Leben, der Sommer, mir ein bisschen mitgegeben hat.

Wieso hast du dich für den Albumtitel „Natürlich!“ entschieden?

Es gibt natürlich dieses Lied, in dem ich gefragt werde: ‚Willst du mal heiraten? Möchtest du gern einen Freund haben? Möchtest du gerne Spaß haben und das an jedem Ort?‘ Da ist ganz klar die Antwort: ‚Natürlich!‘

Aber es gibt auch die natürliche Beatrice, die ich mir einfach auch bewahren wollte. Und ich habe in Australien auch wieder etwas zu der natürlichen Beatrice gefunden. Und deswegen auch das Wort ‚natürlich‘.

Was bedeutet Natürlichkeit für dich?

Ich glaube, dass das schönste in der Natürlichkeit liegt und dass auch der Ursprung des Wortes die ‚Natur‘ eine wirklich wunderschöne Sache ist, die mir auch immer wieder hilft zu mir zu finden und all das Natürliche in mir bewahrt.

Was würde die heutige Beatrice ihrem jüngeren Ich raten, das gerade DSDS gewonnen hat?

(Überlegt.) Bis heute würde ich mir das selber noch mehr wünschen: Die Geduld. Dass alles mit der Zeit kommt, wie es kommen muss und alles auch Zeit braucht. Aber auch jetzt sag ich das mir noch (lacht). Also es fällt mir nicht ganz einfach. Das ist eher das, was mich seit jeher begleitet.

Könntest du dir vorstellen mal beim ESC aufzutreten? Wenn ja, eher für Deutschland oder für die Schweiz?

Puh. Das ist für mich mittlerweile ein sehr politisches, nicht so ein einfaches Thema. Weil ich finde auch, es braucht wirklich großen Mut für sein Land anzutreten und auch den Druck auszuhalten. Ich habe da großen Respekt für jeden, der sich da hinstellt. Denn die Unterstützung vom Land selber ist nicht immer nur schön.

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