Exklusiv über Familie, Karriere und FrauenrechteNazan Eckes im Interview: "Ich bewundere Frauen, die gegen Widerstände ankämpfen!"

Im Interview mit wunderweib nimmt Nazan Eckes kein Blatt vor den Mund. Ein Gespräch mit einer starken Frau mit starkem Statement.

Nazan Eckes im Interview
Nazan Eckes gehört zu den beliebtesten und erfolgreichsten TV-Moderatorinnen Deutschlands
Foto: Zucker. Kommunikation / Kindle Storyteller Award 2017

Das deutsche Fernsehen ist ohne Nazan Eckes kaum noch vorstellbar. Die gebürtige Kölnerin stieg die Karriereleiter hinauf: Begonnen bei einem Volontariat bei Viva, moderierte Eckes anschließend das Wetter bei Guten Abend RTL und wurde schließlich Nachrichtensprecherin der RTL II News.  Es folgten Moderationen zahlreicher Unterhaltungsshows, wie etwa Let's Dance, die Echo-Verleihung, Deutschland sucht den Superstar und die Moderation von Explosiv Magazin (RTL). Ab dem 10. August ist Eckes zudem als Jurorin in der 11. Staffel von Das Supertalent (RTL) zu sehen - neben Dieter Bohlen und Bruce Darnell.

Das Leben im Rampenlicht ermöglichte es der 41-Jährigen, sich für soziale Projekte einzusetzen. Eckes ist als Botschafterin für das SOS Kinderdorf Lüdenscheid sowie Terres des Femmes und die Stiftung Lesen unterwegs. Seit 2015 engagiert sich die zweifache Mama für das Programm Stark im Beruf des Bundesfamilienministeriums. Kein Wunder also, dass der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck der Moderatorin in diesem Jahr den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verlieh.

Am 12. Oktober ist Nazan Eckes auf der Frankfurter Buchmesse zu sehen. Nicht als Autorin, sondern als eine von insgesamt sechs Juroren, die den Deutschen Self Publishing Award Kindle Storyteller verleihen, für den sich Hobby-Autoren noch bis zum 31. August 2017 bewerben können (HIER geht's zu den Teilnahmebedingungen).

wunderweib: Frau Eckes, Sie sind mit 38 Jahren zum ersten Mal Mama geworden. Mit 40 Jahren zum zweiten Mal. Stand für Sie von vorne herein fest: erst Karriere, dann Kinder?

Nazan Eckes: Im Nachhinein war es so, das kann ich nicht abstreiten (lacht). Mit Anfang 30 dachte ich aber noch: Mit 35, 36 will ich das „Projekt Kinder“ abgeschlossen haben. Die Realität sieht ganz anders aus, als man es sich vorstellt. Letztendlich ist das Mamawerden nicht nur eine Frage der biologischen Uhr. Es hängt auch davon ab, wie weit man selbst im Leben ist, ob man sich für die Mutterrolle bereit fühlt. Dann muss natürlich auch noch der richtige Mann dafür da sein (lacht). Bei der Familiengründung spielen also viele Faktoren eine Rolle.

 

"Irgendwann sagen Kopf und Herz einfach JA!"

Bei mir war es nicht anders, als bei vielen anderen Frauen auch, die Mütter geworden sind: Irgendwann sagen Kopf und Herz einfach: Ja, ich bin bereit dazu! Das ist ja nicht so, als wenn man eine Handtasche kauft. Ein Kind zu bekommen ist eine lebenslange Verantwortung - und für die muss man bereit sein und mit der Lebensumstellung auch klar kommen. Wenn man innerlich noch nicht reif genug ist, dann wird man da vielleicht aus der Bahn geschmissen. Mit Anfang 30, muss ich ganz ehrlich sagen, war ich im Kopf noch teilweise wie Anfang 20. Da hätte ich mir das alles einfach noch nicht zugetraut. Jetzt ist einfach die richtige Zeit für Kinder.

Wünschen Sie sich noch ein drittes Baby? Sie haben ja zwei Jungs. Ein kleines Mädchen wäre ja auch nicht schlecht…

Nazan Eckes:  Das sagen alle (schmunzelt). Wir sind mit zwei Jungs sehr glücklich. Man sollte aber niemals nie sagen (lacht)…

Sie beschreiben sich selbst als Familienmensch. Wie äußert sich das in ihrem Alltag?

Nazan Eckes:  Das Thema Familie ist bei mir überpräsent! Also alle meine Freunde und Arbeitskollegen kennen mich inzwischen als Familienmenschen. Ich liebe meine Familie über alles. Und jetzt habe ich meine eigene kleine Familie gegründet – damit hat das alles eine ganz andere Dimension für  mich erreicht. Ich versuche seit eh und je - auch schon ohne Kinder damals! - mein Privatleben und mein Arbeitsleben gut in Einklang zu bringen.

 

"Ich wirke wie eine knallharte Karrierefrau - aber so ist es nicht!"

Vielleicht wirke ich nach außen wie eine knallharte Karrierefrau, bei der keine Minute Zeit für irgendwas anderes ist. Aber so ist es nicht! Ich suche mir die (Arbeits-)Projekte immer ganz gut aus, ich hab sehr flexible Arbeitszeiten – zum Beispiel teile ich mir die Moderation von RTL Exklusiv inzwischen mit zwei Kolleginnen. Auch andere Projekte wie Dance Dance Dance sind bewusst ausgewählte Projekte. Da weiß ich im Vorfeld ganz genau, wie viel Zeit sie benötigen. Dann halte ich mir Drumherum alles schön frei, um auch Zeit für meine Kinder zu haben.

Letztendlich behaupte ich sogar, dass ich viel mehr Zeit mit meiner Familie und den Kindern verbringe, als viele andere arbeitende Mütter - weil ich das alles sehr gut im Voraus planen kann. Ich liebe meinen Job, aber natürlich liebe ich meine Kinder noch viel mehr! Und ich möchte jeden einzelnen Schritt, den sie machen, miterleben.

„Sonntag ist Familientag“ haben Sie auf Ihrer Facebook-Seite gepostet. Wie können wir uns einen Familientag bei den Eckes ausmalen?

Nazan Eckes: Meine Söhne Ilyas (2 Jahre) und Lounis (8 Monate) sind natürlich immer irrsinnig früh wach: Wenn wir Pech haben, schon um halb sieben, wenn wir Glück haben, erst um halb acht. Das heißt dann bei uns ausschlafen. Dann holen wir die Kinder in unser gemeinsames Bett und es wird nochmal rumgekuschelt bevor wir dann endgültig aufstehen. Dann geht’s aber auch schon los: Der erste hat einen riesen Hunger und wir gehen alle zusammen in die Küche, machen Musik an und frühstücken.

 

"Es ist ein buntes, wildes Treiben bei uns am Frühstückstisch!"

Das ist ein sehr buntes, wildes Treiben bei uns am Frühstückstisch (lacht). Im Anschluss  schauen wir, dass wir an die frische Luft kommen. Selbst wenn es regnet, gehen wir wenigstens mal kurz  in den Garten. Wenn das Wetter schön ist, machen wir eine Radtour oder fahren in den Wildpark. Samstags erledigen wir auch mal zusammen die Einkäufe. Im Grunde unterscheiden wir uns also nicht von anderen Familien. Wir sind aber sehr unternehmungslustig und verreisen sehr viel.

Sie bekommen Familie, Beruf und soziales Engagement sehr gut unter einen Hut. Wer ist Ihr (Frauen-)Vorbild?

Nazan Eckes: Das an einer Person fest zu machen, fällt mir tatsächlich unheimlich schwer! Es gibt so viele Frauen, die ich bewundere! Klar, ich bewundere eine Diane von Fürstenberg und Oprah Winfrey. Aber auch meine Mutter bewundere ich und die Kinderrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai.

 

"Frauen, die gegen Widerstände ankämpfen, bewundere ich am meisten!"

Frauen, die gegen Widerstände arbeiten müssen und es trotzdem schaffen, ihren eigenen Weg zu gehen – die sind es, die ich am meisten bewundere! Dabei  ist es egal, ob man Karriere macht, sich für zehn Kinder entscheidet oder für Charity-Projekte einsetzt. Wichtig ist für mich, sich nicht von äußerlichen Zwängen unterkriegen zu lassen – und zur Not auch gegen gesellschaftliche Normen ankämpft, um seinen Weg zu gehen.

Sie haben schon als Moderatorin, Werbegesicht und Autorin gearbeitet – ein Traum vieler junger Frauen. Wie haben Sie es geschafft, den Blick für die Realität nicht zu verlieren?

Nazan Eckes: Wir wachsen in Deutschland in einer sehr freien Gesellschaft auf. Hier ist es absolut normal, dass man als Mädchen zur Schule geht, dass man eine Ausbildung macht, später einen Beruf erlernt und denjenigen heiratet, den man liebt. Aber im größten Teil dieser Welt ist das eben nicht so. Und ein Fortschritt in dieser Hinsicht ist mir schon immer wichtig gewesen. Es ist ein Thema, das ich immer vor Augen habe, weil ich natürlich auch in der türkischen Gesellschaft vieles beobachtet dort  gesehen habe, dass viele junge Frauen und Mädchen eben nicht diese Freiheit haben, die ich in Deutschland erfahren durfte.

 

"Mein tolles Leben weiß ich täglich zu schätzen!"

Spätestens, seitdem viele Menschen aus diesen Ländern zu uns geflüchtet sind, ist mir das Thema nochmal viel wichtiger geworden. Das habe ich immer im Hinterkopf. Meine Freiheit, die ich lebe, dieses tolle Leben was ich haben darf: Das ist absolut nicht selbstverständlich! Und das weiß ich jeden Tag sehr zu schätzen.

Haben Sie einen konkreten Wunsch, wofür sich gerade die deutsche Familienpolitik mehr einsetzen sollte?

Nazan Eckes: Zum einen, dass es für Frauen genauso viele Möglichkeiten gibt wie für Männer! Ich bedauere sehr,  dass es im Berufsleben immer noch so große Unterschiede gibt!

Zum anderen, die Schwierigkeiten mit KITA-Plätzen: Jetzt, wo ich selber arbeitende Mutter bin und mein Freundeskreis ebenfalls aus arbeitenden Müttern besteht, sehe ich, welche Schwierigkeiten es in dem Bereich gibt. Dass es teilweise noch so schwierig ist, seine Kinder in einer guten Betreuung unterzubringen - bei der man sich auch wirklich wohl fühlt und ohne schlechtes Gewissen zur Arbeit gehen kann. Da muss einfach noch vieles passieren.

Aber auch was die Arbeitgeber betrifft: Ich stelle immer wieder fest, dass ich zwar ein ganz großes Glück habe. Meine Vorgesetzte sind selber Familienväter bzw. –mütter und haben Verständnis, wenn ich sage, ich möchte mit zwei Kindern selbst gucken, wann ich wie arbeite. Für meine Chefs ist es selbstverständlich, dass sie Rücksicht drauf nehmen.

 

"Es macht mich wütend, dass vieles nach altmodischen Arbeitszeiten und Kontrollmechanismen verläuft!"

Ich habe aber Freundinnen, die wirklich Angst hatten, nachdem sie Mutter wurden, wieder in den Job zurück zu gehen. Weil sie eben nicht wissen, was auf sie zukommt. Weil sie keine Unterstützung erfahren haben, weil sie auf Unverständnis gestoßen sind, wenn sie gesagt haben, „Ich kann jetzt nur noch 3 Tage die Woche arbeiten.“ Da spüre ich wirklich eine Wut im Bauch und kann das absolut nicht verstehen, warum es da nicht viel flexiblere Arbeitsmodelle gibt, z.B. Mütter von zu Hause arbeiten zu lassen, oder zu sagen: „Dieses Pensum musst du bis Freitagabend abgearbeitet haben und sieh selber zu wie du das machst“.

Dass vieles noch sehr nach altmodischen Arbeitszeiten und Kontrollmechanismen verläuft – das verstehe ich einfach nicht! An dieser Stelle muss sich unbedingt noch sehr viel ändern, damit Mütter Zeit haben, arbeiten zu gehen, ohne dass sie ein schlechtes Gewissen haben!

Sie setzen sich für Frauenrechte ein, sind u.a. Botschafterin für Terres des Femmes. Was liegt Ihnen konkret am Herzen - in dem breiten Feld der Frauenrechte?

Nazan Eckes: Ich habe in den letzten zwei, drei Jahren die Caritas in Köln unterstützt. Die haben u.a. auch ein Projekt für geflüchtete Frauen, die aus verschiedenen Familiensituationen flüchten mussten, etwa aus Kriegsgebieten. Dass die Frauen mit ihren Kindern (ohne einen Job, ohne irgendeine Perspektive) völlig auf sich allein gestellt sind – sowas bricht mir das Herz. Diese Frauen brauchen unbedingt eine Anlaufstelle, brauchen Unterstützung. Dieses kleine Projekt habe ich unterstützt.

 

"Wenn geflüchtete Mütter auf sich allein gestellt sind, bricht es mir das Herz!"

Zudem unterstütze ich die große Organisation Terres des Femmes. Auch solche großen globalen Organisationen müssen unterstützt werden, weil sie im Grunde ebenso viel Arbeit haben wie die Kleinen. Es gibt so unfassbar viel zu tun: Auf der ganzen Welt werden Frauen immer noch benachteiligt, schlimmste Dinge passieren da. Manchmal weiß ich selber gar nicht, was ich zuerst unterstützen möchte. So entscheide ich immer Jahr für Jahr, welche auch kleinen greifbaren Projekte ich unterstützen kann.

Bei all den Kriegen und Ungerechtigkeiten auf der Welt: Woher nehmen sie die Motivation, dass sie als einzelner Mensch etwas bewegen können?

Nazan Eckes: Meine Motivation ist das Leid in der Welt, das einfach nicht weniger wird. Ich weiß auch nicht, ob es mehr wird – oder man es nur als mehr wahrnimmt in einer Welt mit sehr schneller Kommunikation.

Klar habe auch ich manchmal das Gefühl, überhaupt nichts bewegen, nichts verändern zu können. Aber so ist es ja nicht, wenn jeder sich dafür entscheidet, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten irgendwie zu engagieren.

Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, können viel bewirken. Ich kann zu Spenden aufrufen, ich kann selber spenden, ich kann Spenden sammeln. Ich hab das Gefühl, auch die Verantwortung dafür zu tragen, so etwas machen zu müssen. Irgendeinen Sinn muss es ja haben, bekannt zu sein – außer auf roten Teppichen zu stehen. Ich habe aber auch schon als Schülerin immer Geld gespendet. Da waren es halt nur 5 Euro.

 

"Irgendeinen Sinn muss es ja haben, bekannt zu sein – außer auf roten Teppichen zu stehen!"

Am Ende kommt es darauf an, nicht die Augen davor zu verschließen, was in der Welt passiert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir Leute erzählen – und das gar nicht böswillig! – dass sie über schlimme Dinge gar nicht mehr lesen möchten, sich nicht anschauen können, weil es einen so belastet. Ich verstehe das natürlich aus emotionaler Sicht. Aber damit werden die Probleme auch nicht gelöst!

Ich lese mir manchmal sowas extra durch, sitze dann teilweise wirklich tränenaufgelöst da, wenn - gerade Kindern - schlimme Dinge zugefügt werden. Ich denke, das ist das Mindeste, was ich tun kann, mich über dieses Leid zu informieren und auch dadurch einen Ansporn zu entwickeln, eine Motivation zu haben, mich noch mehr zu engagieren.

Sogar ich habe immer wieder das Gefühl, zu wenig zu tun - was schlichtweg auch mit meiner momentanen Situation als zweifache arbeitende Mutter zu tun hat. Ich hab den größten Wunsch für die Zukunft, dass ich für all diese Dinge einfach mehr Zeit habe und diesbezüglich auch noch viel aktiver werde – wenn meine Kinder selbstständiger werden.

Was würden sie Menschen raten, die sich gerne engagieren möchten, aber nicht die finanziellen Möglichkeiten dazu haben?

Nazan Eckes: Ich kann verstehen, dass Spenden für viele auf Dauer frustrierend sein kann, wenn man nicht genau weiß, was mit dem Geld genau passiert. Aber wenn man sich wirklich seriöse Organisationen heraussucht und sich informiert, dann macht eine Spende in jedem Fall Sinn – egal ob ein Euro oder 100 Euro.

 

"Kinderarmut in Deutschland ist größer, als man sich vorstellen kann!"

Wenn man finanziell nicht die Kraft hat, gibt es sehr viele Arten, wie man trotzdem helfen kann. Man kann z.B. Nachhilfeunterricht geben – egal ob für Flüchtlingskinder oder Deutsche. Kindern, die nachmittags Unterstützung brauchen ein wenig helfen. Auch die Kinderarmut in Deutschland ist größer, als man sich vielleicht vorstellen kann.

 

"Es schockiert mich immer wieder, wie viele Kinder mit leerem Magen zur Schule gehen."

Es schockiert mich immer wieder, wie viele Kinder mit leerem Magen in die Schule gehen. Wenn man wirklich will und man sich ein bisschen informiert, was gebraucht wird – das ist der richtige Ansatz. Man kann sich immer in den örtlichen Vereinen informieren, welche Form von Hilfe benötigt wird. Vereine freuen sich darüber, wenn man mit anpackt, wenn man konkret und effektiv helfen kann. Und da gibt es viele Dinge, die wirklich jeder leisten kann.

Sie sind auch Botschafterin der Stiftung Lesen. Warum ist Literatur so ein wichtiges Anliegen für Sie?

Nazan Eckes: Zum einen bin ich selber begeisterte Leserin. Zum anderen ist die Zusammenarbeit mit Stiftung Lesen 2010 entstanden, als ich mein Buch (Guten Morgen, Abendland: Almanya und Türkei - eine Familiengeschichte) veröffentlicht habe und auf Lesereise war. Ich habe dann angefangen auch in Schulen vorzulesen, teilweise sogar in Kindergärten, in Kinderheimen. Und das hat mir unheimlich viel Spaß gemacht.

Ich habe bis jetzt nur ein einziges Mal die Erfahrung gemacht, wie es ist, zu schreiben, Gedanken zu sortieren, diese nieder zu schreiben und das fertige Manuskript irgendwann abzugeben. Man ist dann so nervös, wenn andere das lesen, was man selbst aufgeschrieben hat. Ich finde den Gedanken total spannend, durch Self Publishing das Schicksal des eigenen Werkes in die Hand zu nehmen - unabhängig von einem Verlag im Rücken.

 

"Jeder sollte sein Schicksal selbst in die Hand nehmen!"

"Das eigene Schicksal in die Hand nehmen“  ist für mich ein ganz wichtiger, lebensbegleitender Aspekt - und ist es auch schon immer gewesen. Deshalb fand ich das Projekt auch spannend und habe direkt zugesagt, Jury-Mitglied beim Kindle Storyteller Award 2017 zu werden.

Was lesen Sie persönlich am liebsten?

Nazan Eckes: Das ist ganz unterschiedlich. Wenn ich im Urlaub bin, dann natürlich gerne etwas Seichteres – oder Krimis – die liebe ich! Biografien von historischen Figuren und historische Bücher lese ich auch wahnsinnig gerne. Und Magazine, die über Historie berichten, wie etwa GEO Epoche. Man lernt viel dabei und frischt sein historisches Wissen auf.

Gibt es auch ein Genre bei dem Sie sagen: Da bringen mich keine 10 Pferde zu, das zu lesen?

Nazan Eckes: Klassische Frauenbücher, Frauenromane, Romantic Comedy Geschichten und so – das mag ich überhaupt nicht (lacht). Da kann man mich wirklich mit jagen!

Was ist ihr Lieblingsbuch derzeit?

Nazan Eckes: Sie werden lachen…ich habe mir vor neun Monaten das Buch Girl on the Train gekauft, was jetzt verfilmt wurde. Die ersten 25 Seiten habe ich kurz vor der Geburt meines zweiten Sohnes gelesen. Seitdem habe ich nicht ein einziges Mal auch nur eine Seite lesen können. Es liegt also immer noch auf meinem Nachttischchen und wartet darauf, gelesen zu werden. Ich will aber erst das Buch lesen, bevor ich den Film schaue – der übrigens echt gute Kritiken bekommen hat.

Als Jury-Mitglied für den Kindle Storyteller Award 2017 müssen Sie dann 5 Bücher lesen – wie kriegen Sie das hin?

Nazan Eckes: Keine Ahnung – ich habe da auch echt ein bisschen Panik vor (lacht). Aber das wird sicher so eine Nacht und Nebel Aktion! Tagsüber lesen klappt überhaupt nicht, abends schlafe ich meistens nach zehn Seiten ein. Aber ich habe mich als Teil der Jury dazu verpflichtet und mir das gut überlegt. Also werde ich es schon schaffen!

Sie lesen also am liebsten klassisch abends vor dem Schlafengehen?

Nazan Eckes: Genau! Also früher habe ich auch wahnsinnig gerne an einem verregneten Samstag- oder Sonntagnachmittag stundenlang auf dem Sofa gelesen, dabei geknabbert und Tee getrunken. Das kann ich mit meinen zwei kleinen Jungs natürlich überhaupt nicht mehr machen. Jetzt lese ich am Abend. Auch wenn ich wahnsinnig müde bin, lese ich im Bett noch gerne vor dem Einschlafen.

In Ihrem Hauptberuf als Moderatorin sind Sie am meisten im TV tätig. Was können Bücher, was das Fernsehen nicht kann?

Nazan Eckes: Bücher schaffen eine ganz eigene Fantasiewelt im Kopf - da gibt es keinen, der dir Bilder vorsetzt. Bei Büchern ist deine eigene Fantasie gefragt - du sitzt nicht einfach nur vor der Glotze und siehst dir was an. Deswegen sind Bücher natürlich so bezaubernd.

Das kann natürlich nur ein ganz gutes Buch. Bei einem schlechten Buch merke ich, dass ich nach 50 Seiten immer noch keine konkreten Figuren im Kopf habe. Ein gutes Buch schafft es, dass man auf den ersten Seiten schon ganz genau weiß, mit wem man es zu tun hat. Wenn dann noch die Handlung fesselnd ist, ist es für mich ein gutes Buch. Ich finde es super, wenn jemand dieses gottgegebene Talent hat so gut zu beschreiben - das finde ich wirklich beneidenswert!

Geben Sie Ihre Bücherliebe auch an Ihre Kinder weiter?

Nazan Eckes: Wir haben schon eine beachtliche Sammlung von Kinderbüchern – ich glaube meine Jungs haben schon mehr Bücher, als manche Erwachsene (lacht)! Zu unserer großen Freude liebt mein älterer Sohn Bücher über alles!

Noch bis zum 31. August können Autoren ihr Buch hochladen für den Kindle Storyteller Award 2017, bei dem Sie in der Jury sitzen. Wie erkennt man einen Ort, der einen zum Schreiben anregt?

Nazan Eckes:  Das ist wahrscheinlich bei jedem sehr unterschiedlich. Für mich muss es ein Ort sein, an dem ich mich wirklich wohl fühle. Ein kühles Büro, wo alles weiß ist, wo nix rum steht, wo man glauben könnte, da wird man wenigstens nicht abgelenkt - das ist absolut nicht meine Sache gewesen! Ich habe teilweise im Urlaub am Strand geschrieben, ich fand das super, dem Meeresrauschen zuzuhören, auf meiner Liege zu liegen, zwischendurch spielende Kinder zu beobachten…und dann fiel mir immer etwas Neues ein und ich habe weiter geschrieben.

Zu Hause habe ich auf dem Wohnzimmersofa geschrieben. Ehrlicherweise saß ich nur ganz selten im Büro beim Schreiben. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass es bei vielen Menschen genau andersrum ist, und  sie möglichst wenig Ablenkung brauchen, um sich konzentrieren zu können.

Warum ist bei dem Kindle Storyteller Award 2017 jedes Genre erlaubt außer Erotik? Shades of Grey war doch ein großer Erfolg…

Nazan Eckes: Gute Frage! Vielleicht hatte man nur ein bisschen Angst, dass dann nur Einsendungen kommen, die zu weit unter die Gürtellinie gehen – weil Erotik nun mal ein sehr breites Feld ist. Ich habe da jetzt keine Angst vor gehabt, aber ich bin ja auch nur Jury-Mitglied (lacht)…

Können Sie sich vorstellen selbst noch ein zweites Buch zu schreiben?

Nazan Eckes: Also ich hätte wahnsinnig viel Lust dazu – ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ich das irgendwann mal machen werde. Aber ich glaube tatsächlich, dass das dann was ganz anderes wäre, als mein erstes autobiografisches Buch. Ich würde nicht noch einmal über mein Leben schreiben. Wahrscheinlich wird es eher eine fiktive Geschichte, ein Roman. Ein, zwei Ideen habe ich auch schon grob gescriptet - aber die sind noch nicht gut genug (lacht).

Vermutlich klappt das aber erst so in zehn  Jahren. Wenn ich gerade nicht einmal mehr Zeit zum Lesen habe, habe ich leider erst recht keine Zeit, um ein Buch zu schreiben.

Frau Eckes, vielen Dank für das Interview.

 

 

 

(ww7)

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