B.1.640.2

Neue Corona-Variante in Frankreich entdeckt – Was wir bisher darüber wissen

Mindestens zwölf Menschen in Südfrankreich sind mit einer Corona-Variante infiziert, die bisher unbekannt war. Ist B.1.640.2 gefährlicher als Omikron?

Neue Corona-Variante in Frankreich
Das Coronavirus mutiert Foto: iStock/atakan

Französische Forscher*innen haben eine neue Corona-Virusvariante entdeckt, die Grund zur Sorge gibt. Erste Tests wiesen "atypische Mutationen-Kombinationen" in der Mutante nach.

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Neue Corona-Variante in Frankreich: Zwölf Infektionsfälle

Die Expertinnen und Experten des Forschungsinstituts IHU Méditerranée Infection in Marseille informieren in einer vorab veröffentlichten Studie über die neue Corona-Variante, die vorläufig als B.1.640.2 bezeichnet wird. B.1.640.2 konnte bis zum 3. Januar bei zwölf an Corona erkrankten Personen in Südfrankreich nachgewiesen werden. Ausgangspunkt der Infektion soll eine Person sein, die von einer Reise aus Kamerun, Zentralafrika zurückgekehrt war.

Zum Gesundheitszustand oder den Krankheitsverläufen der Infizierten wurde bisher keine Angaben gemacht.

B.1.640.2: Mehr Mutationen als Omikron

Erste Laboruntersuchungen weisen auf "atypische Mutationen-Kombinationen", wie die Forschenden es nennen, hin. Ingesamt konnten 46 Mutationen bei B.1.640.2 identifiziert werden. Die Anzahl allein macht die Corona-Mutante nicht gefährlicher. Auffällig aber ist, dass B.1.640.2 mit 46 mehr Mutationen am Spike-Protein aufweist als Omikron mit 32.

Das Coronavirus nutzt das Spike-Protein, um am ACE2-Rezeptor menschlicher Zellen anzudocken und dadurch in die Zellen einzudringen.

Ist die neue Corona-Variante gefährlicher als Omikron?

46 Mutationen am Spike-Protein sind noch kein Beweis dafür, dass die neue Corona-Mutation ansteckender oder gar tödlicher ist als die bisher bekannten Virusvarianten.

Nach ersten Untersuchungen können die Wissenschaftler*innen bisher nur Vermutungen anstellen. So ließ sich beispielsweise die Mutation N501Y nachweisen, die bereits in der Alpha-Mutation vorkommt und die dafür bekannt ist, sich leichter zu verbreiten. Auch über die in B.1.640.2 gefundene Mutation E484K weiß man mehr: Sie gehört zu den sogenannten Escape-Mutationen oder auch Fluchtmutationen, die sich gebildet haben, um die eingesetzten Impfstoffe zu umgehen.

Wie viele Corona-Mutationen wird es noch geben?

An sich sind neue Corona-Varianten nicht ungewöhnlich. Mutationen entstehen bei allen Viren dadurch, dass die Erreger in Wirtszellen eindringen und deren Zellinformationen zur Vermehrung nutzen. Hierbei wird das Genom (die Erbinformation) kopiert. Häufiges Kopieren führt zu Fehlern und Mutationen entstehen. Manche dieser Mutationen sind gefährlicher für den Menschen, andere weniger gefährlich. Über Omikron vermutet man beispielsweise, dass es zwar leichter übertragbar ist, dafür aber weniger schwere Krankheitsverläufe auslöst.

Forscher*innen aus Thüringen prognostizierten im Februar 2021, dass wir mit rund 23 Corona-Mutationen pro Jahr rechnen müssen.

Die Studie zur neuen Corona-Variante aus Frankreich wurde im Preprint veröffentlicht – das bedeutet, dass die Ergebnisse noch einer Prüfung unabhängigen Expertinnen und Experten unterzogen werden.

Es gibt übrigens auch Menschen, die sich nie mit Corona anstecken und deswegen als superimmun gelten. Neugierig? Alle infos gibt's im Video:

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Artikelbild & Social Media: iStock/atakan

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