Gesetze & RegelungenNeue Gesetze 2018: Das ändert sich im neuen Jahr

Inhalt
  1. Rentenbeitrag sinkt
  2. Renten können um 3 Prozent ansteigen
  3. Hartz IV-Regelsatz steigt
  4. Riester-Sparer erhalten höhere Förderung
  5. Mehr Gegenstände von der Steuer absetzbar
  6. Steuererklärung ohne Belege
  7. 500-Euro-Schein wird abgeschafft
  8. Höhere KfZ-Steuer für Neuwagen
  9. Geoblocking für Streaming-Dienste abgeschafft
  10. Kreditkartenzahlung ohne Aufschläge möglich
  11. Reisen können teurer werden
  12. Reisemängel länger geltend machen
  13. Preisansage am Telefon
  14. Füge: BKA speichert Daten von Auslandsreisenden
  15. Mutterschutz für Studentinnen und Auszubildende
  16. Lohntransparenz zwischen Frauen und Männern
  17. Ab 2018: Mehr Kindergeld, höherer Kinderfreibetrag
  18. Beiträge für Krankenkassen sinken
  19. Rentenangleichung zwischen alten und neuen Bundesländern
  20. Mehr Geld für Frührentner
  21. Branchen-Mindestlöhne steigen an
  22. Beiträge der Künstlersozialkasse sinken
  23. eCall-Pflicht für neue Autos
  24. Wechsel von ISDN auf IP-Anschluss
  25. Alkoholverbot bei der Deutschen Bahn

Im Jahr 2018 treten neue Gesetze in Kraft. Was genau sich ändern wird und wer davon profitiert erfährst du hier.

Neues Jahr, neue Regelungen: Im Jahr 2018 treten nach und nach neue Gesetze in Kraft. Was sich für uns im neuen Jahr ändert:

 

Rentenbeitrag sinkt

Die gesetzliche Rentenversicherung wird zum Jahreswechsel um 0,1 Prozentpunkte (auf 18,6 Prozent) sinken. Die Folge: Rentnern bleibt mehr Netto vom Brutto.

 

Renten können um 3 Prozent ansteigen

Steigen im Jahr 2018 die Löhne und Gehälter weiter an, wird die Rente um ca. 3 Prozent ansteigen.

 

Hartz IV-Regelsatz steigt

Zum 1. Januar 2018 steigt der Hartz IV-Regelsatz. Alleinstehende und Alleinerziehende bekommen 7 Euro mehr, Paare 6 Euro mehr als bisher ausgezahlt - das macht 416 Euro. Für Jugendliche und Kinder steigt der Hartz IV-Betrag um 5 Euro (das macht 316 bzw. 296 Euro), für Kinder unter sechs Jahren um 3 Euro (das macht 240 Euro).

Weitere Informationen zum Anstieg des Hartz IV-Satzes gibt es HIER

 

Riester-Sparer erhalten höhere Förderung

Laut Bundesfinanzministerium steigt die Grundzulage für Riester-Sparer ab dem 1. Januar 2018 von 154 Euro auf 175 Euro - ein Plus von 21 Euro im Jahr. Die Kinderzulagen bleiben allerdings gleich.

 

Mehr Gegenstände von der Steuer absetzbar

Wer sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) von der Steuer absetzen will, konnte das nur bei einer Obergrenze von 410 Euro tun. Ist ein Gegenstand teurer, musste er bis jetzt über mehrere Jahre abgeschrieben werden.

Ab Januar 2018 steigt die Obergrenze auf 800 Euro (netto; 952 Euro brutto).

 

Steuererklärung ohne Belege

Wer seine Steuererklärung abgibt, muss ab 2018 nicht mehr alle Belege vorlegen. Aufgehoben werden sollten sie dennoch: Auf Nachfrage sollte man sie vorzeigen können.

Zudem gilt ab 2018 eine neue Abgabefrist für Steuererklärungen. Sie müssen dann bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt eingereicht werden. Wer Steuerberater einstellt, gilt die Frist bis zum 28. bzw. 29. Februar des Folgejahres.

 

500-Euro-Schein wird abgeschafft

Der 500-Euro-Schein wird nicht mehr gedruckt. Ab Ende des Jahres 2018 wird er zudem auch nicht mehr ausgegeben.

Mehr Infos zum Ende des 500-Euro-Scheins findest du HIER

 

Höhere KfZ-Steuer für Neuwagen

Am 1. September 2018 wird die Steuer für Neuwagen vermutlich ansteigen. Grund dafür ist der neue Abgastest WLTP, der für alle Neuzulassungen verpflichtend ist.

 

Geoblocking für Streaming-Dienste abgeschafft

Ab dem 20. März 2018 müssen kostenpflichtige Streaming-Dienste (für Filme, Musik, Videospiele; u.a. Amazon, Netflix oder Sky Go) auch im EU-Ausland ohne Aufpreis nutzbar sein. Somit fällt das sogenannte Geoblocking weg, welches bestimmte Inhalte bislang in bestimmten Ländern gesperrt hat.

 

Kreditkartenzahlung ohne Aufschläge möglich

Wer per Kreditkarte einkauft - z.B. über das Internet, beim Einkauf, bei Hotelbuchungen - wird demnächst keinen Aufpreis mehr zahlen müssen. Grund für die Gesetzesänderung ist die Umsetzung einer EU-Zahlungsrichtlinie, die bis zum Samstag, dem 13. Januar 2018, auch in Deutschland umgesetzt werden muss.

 

Reisen können teurer werden

Ab Juli 2018 dürfen Reiseveranstalter höhere Preisaufschläge für schon gebuchte Reisen verlangen. Bis zu 20 Tage vor Reisebeginn kann der Preis um bis zu 8 Prozent erhöht werden - bislang lag die Grenze bei 5 Prozent.

 

Reisemängel länger geltend machen

Bislang mussten Reisemängel innerhalb des ersten Monats nach der Rückkehr geltend gemacht werden. Dieser knappe Zeitraum wird nun auf 2 Jahre ausgedehnt.

 

Preisansage am Telefon

Verbraucher werden künftig besser vor Lockanrufen (Ping-Anrufe) geschützt. Dabei rufen Betrüger auf Handys kurz an, damit das Opfer zurückruft. Für diesen Rückruf fallen hohe Kosten an.

Ab dem 15. Januar 2018 wird in Mobilfunknetzen eine kostenfreie Preisansage geschaltet, die in 22 Ländern aktiv ist. So erfahren die Rückrufer zu Beginn, ob sie das Telefonat viel kosten wird.

 

Füge: BKA speichert Daten von Auslandsreisenden

Das Bundeskriminalamt (BKA) speichert ab Mai 2018 die Daten deutscher Auslands-Flugreisender. So wird das BKA den Namen, Sitzplatz, Flugnummer und die IP-Adresse aller Flugreisenden fünf für Jahre lang speichern.

 

Mutterschutz für Studentinnen und Auszubildende

Ab dem 1. Januar 2018 gilt das Mutterschutzgesetz (MuSchG) auch für Studentinnen, Auszubildende und Schülerinnen. Das Gesetz beinhaltet den Kündigungsschutz sowie die Gestaltung der Arbeitsplätze und -bedingungen für Schwangere.

Mehr Infos dazu gibt es HIER beim Bundesministerium für Familie und Frauen

 

Lohntransparenz zwischen Frauen und Männern

Ab 2018 dürfen Frauen Auskunft darüber verlangen, wie viel ihre männlichen Kollegen bei vergleichbarer Arbeit verdienen. Diese gilt vorerst jedoch nur für Betriebe mit über 200 Beschäftigten.

Mehr Infos dazu: Ab Januar 2018 dürfen Arbeitnehmer einsehen, was ihre Kollegen verdienen

 

Ab 2018: Mehr Kindergeld, höherer Kinderfreibetrag

Ab 2018 steigt das Kindergeld um 2 Euro pro Kind. Der Unterhaltshöchstbetrag steigt ebenfalls - von 8.820 Euro auf 9.000 Euro.

Zudem wird der Kinderfreibetrag um 72 Euro angehoben und liegt nun bei 4.788 Euro (vorher: 4.716 Euro). Der Grundfreibetrag wird von 8.820 Euro auf 9.000 Euro angehoben (also um 180 Euro).

 

Beiträge für Krankenkassen sinken

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen sinkt im Jahr 2018 von 1,1 auf 1,0 Prozent. Den Zusatzbeitrag zahlen die Versicherten selbst.

Nach der Senkung ist die AOK Sachsen-Anhalt mit 0,3 Prozent die günstigste Krankenkasse für Versicherte. Den höchsten Zusatzbeitrag in Höhe von 1,7 Prozent verlangt die VIACTIV Krankenkasse sowie die SECURVITA BKK und die Merck BKK.

Eine Übersicht über die Krankenkassen und ihre Zusatzbeiträge findest du HIER.

 

Rentenangleichung zwischen alten und neuen Bundesländern

Ab dem 1. Juli 2018 wird der Rentenwert der neuen Bundesländer an den Rentenwert der alten Bundesländer auf 95,8 Prozent (des Westwertes) angepasst. Die Änderung wird in sieben Schritten vollzogen. Mit einem Schritt pro Jahr ist die Rentenangleichung im Juli 2025 vollendet.

Mehr zum Thema Rentenangleichung Ost-West findest du HIER

 

Mehr Geld für Frührentner

Die Erwerbsminderungsrente, die Menschen z.B. krankheitsbedingt beziehen, steigt ab dem 1. Januar 2018 an. Denn: Die sogenannte Zurechnungszeit wird schrittweise - von 2018 bis zum Jahr 2024 - um drei Jahre verlängert.

Bislang wurde die Erwerbsminderungsrente so berechnet, als hätte der Bezieher bis zum 62. Lebensjahr gearbeitet. Nach der Umstellung bis zum Jahr 2014 wird mit einem fiktiven Renteneintritt von 65 Jahren gerechnet.

Mehr Infos zum Thema gibt es HIER

 

Branchen-Mindestlöhne steigen an

Der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro ist auch im Jahr 2018 gültig. Er gilt ab Januar 2018 in allen Branchen und steigt erst 2019 wieder flächendeckend an.

Ab dem 1. Januar 2018 steigen jedoch schon tarifliche Branchen-Mindestlöhne für

  • die berufliche Aus- und Weiterbildung von 14,60 Euro auf 15,26 Euro
  • das Elektrohandwerk von 10,65 Euro bzw. 10,40 Euro auf bundesweit 10,95 Euro
  • die Pflegebranche von 10,20 Euro (West) / 9,50 Euro (Ost) auf 10,55 Euro (West) und 10,05 Euro (Ost)

Der gesetzliche Mindestlohn gilt nicht  für Praktikanten, Jugendliche unter 18 Jahren ohne Berufsausbildung, Auszubildende und Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten ihrer Beschäftigung.

 

Beiträge der Künstlersozialkasse sinken

Die Beiträge der Künstlersozialkasse (KSK) sinken am 1. Januar 2018 auf 4,2 Prozent (bislang: 4,8 Prozent). Viele Künstler haben nur ein geringes Einkommen, sodass sie sich die Mindestbeiträge zur Krankenkasse oder Rentenversicherung nicht leisten können.

In der KSK sind somit rund 180.000 Selbstständige pflichtversichert. Die Versicherten müssen nur den halben Beitrag selbst zahlen (20 Prozent übernimmt der Staat, 30 Prozent der Arbeitgeber); der monatliche Beitrag richtet sich nach dem Einkommen.

 

eCall-Pflicht für neue Autos

Alle neuen Automodelle, die ab dem 31. März 2018 neu auf den Markt kommen, müssen mit dem automatischen Notrufsystem eCall (emergency call) ausgestattet sein. Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa.

eCall alarmiert im Fall eines schweren Unfalls automatisch den Rettungsdienst über die Rufnummer 112. und übermittelt die Position des Autos und die letzte Fahrtrichtung an die Rettungsstelle.

Ohne integrierten eCall bekommt der Autohersteller keine Typgenehmigung für sein Auto - also keine Genehmigung zur Herstellung des Fahrzeugs.

 

Wechsel von ISDN auf IP-Anschluss

ISDN-Anschlüsse (Integriertes Sprach- und Datennetz) werden 2018 weiter durch IP-Anschlüsse (Internet Protokoll) ersetzt. Betroffen sind über 20 Millionen Anschlüsse in Deutschland. Seit 2014 werden ISDN-Anschlüsse nach und nach auf IP umgestellt. 2018 werden alle Anschlüsse der Deutschen Telekom auf IP-Telefonie umgestellt sein.

 

Alkoholverbot bei der Deutschen Bahn

Auf Regionalstrecken in Norddeutschland herrscht in Zügen der Deutschen Bahn ab 2018 Alkoholverbot. Zunächst sollen Passagiere nur darauf hingewiesen werden, langfristig wird ein Bußgeld verhängt werden, wenn jemand gegen die Vorschrift verstößt.

Auch interessant:

>> Neue Gesetze: Verkehrssünder müssen höhere Strafen zahlen

>> Streupflicht: Wer muss was, wann, wie und wo streuen?

>> Nordseeküste: Eintritt am Strand ist gesetzlich verboten

>> Mutterschutzgesetz: Das sind deine Rechte in der Schwangerschaft

>> Haustiere: Was dürfen Vermieter verbieten?

(ww7)

Kategorien: