Kondensstreifen von FlugzeugenNeue Studie: Fliegen ist klimaschädlicher als bisher gedacht

Neusten Erkenntnissen zu Folge ist Fliegen noch schädlicher als zunächst gedacht. Denn nicht nur das von Flugzeugen freigesetzte Kohlendioxid hat einen Einfluss auf unser Klima, auch die Kondensstreifen richten großen Schaden an.

Insgesamt hält der Kohlendioxidausstoß des Flugverkehrs nur einen kleinen Anteil am weltweiten Ergebnis. Trotzdem gilt Fliegen als absoluter Klimakiller. Zwei deutsche Forscherinnen warnen nun auch noch vor den Kondensstreifen der Flugzeuge. Die seien noch sehr viel klimaschädlicher als das CO2.

 

Kondensstreifen von Flugzeugen sorgen für eigenen Treibhauseffekt

Laut Lisa Bock und Ulrike Burkhardt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sollen besonders die Streifen in etwa acht Kilometer Höhe besorgniserregend sein. Dort treffen Wasserdampf und Ruß aus den Flugzeugabgasen auf kalte Luft. So entstehen langlebige Eiswolken, die verhindern, dass Wärme von der Erde wieder ins All abstrahlen kann. Es kommt zu einem ähnlichen Treibhauseffekt wie beim CO2, erklären die Kölner Forscherinnen im Fachmagazin "Atmospheric Chemistry and Physics".

 

Flugverkehr noch schädlicher für das Klima als gedacht

In den vergangenen Jahren hätten diese Eiswolken sogar mehr zum globalen Temperaturanstieg beigetragen als alles CO2, das seit Beginn der Luftfahrt in die Atmosphäre gelangt ist. Dennoch würde dies in Klimaberechnungen bisher nicht berücksichtigt. Laut den beiden Forscherinnen könnte sich der Einfluss der Eiswolken auf unser Klima aber in den kommenden Jahrzehnten verdreifachen. Das liegt unteranderem daran, dass die Zukunftsprognose für den Flugverkehr zunimmt. Mehr Flugzeuge in der Luft bedeuten auch mehr Eiswolken – zumindest bisher.

Die Forscherinnen glauben, dass zumindest saubere Emissionen das Problem deutlich reduzieren könnten. Weniger Ruß in den Abgasen sorgt für weniger Eiskristallbildung in den Kondensstreifen. Allerdings müsste dafür schon in naher Zukunft der Rußgehalt um mehr als 50 Prozent reduziert werden, wie es in der Studie von Lisa Bock und Ulrike Burkhardt heißt.

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