GesundheitNeuer Hefepilz Candida auris: Infektionen in Deutschland nehmen zu

Die Infektionen mit dem Hefepilz Candida auris nehmen in Deutschland zu. Für Menschen mit schwachem Immunsystem kann der Pilz gefährlich werden.

Inhalt
  1. Candida auris überträgt sich von Mensch zu Mensch
  2. Hefepilz ist für Diabetiker, Frühchen und Kranke tödlich
  3. Candida auris ist nur im Labor nachweisbar

Das Nationale Referenzzentrum für invasive Pilzinfektionen (Leibniz Institut) in Jena hat im Jahr 2017 schon drei Fälle von Infektionen mit Candida auris in Deutschland registriert. "Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Fallzahlen höher sind. Es gibt sicherlich Labors, denen der Erreger durchgerutscht ist", berichtete Zentrumsleiter Prof. Dr. med. Oliver Kurzai in einer dpa-Meldung.

In den USA wurden bis Mai 2017 von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) 77 Candida auris-Fälle registriert. Auch in Großbritannien und Indien wurden in den vergangenen Monaten immer mehr Fälle erfasst. Zum ersten Mal wurde der Hefepilz im Jahr 2009 in Asien nachgewiesen.

 

Candida auris überträgt sich von Mensch zu Mensch

"Candida auris ist eine neue Pilzart, die vor wenigen Jahren zum ersten Mal in Japan beschrieben wurde“, erklärt Kurzai gegenüber dem Informationsdienst Wissenschaft (idw). "Der Pilz wird im Gegensatz zu allen bisher bekannten Arten häufig von Patient zu Patient übertragen und kann somit Ausbrüche in Krankenhäusern verursachen."

Der Pilz ist gegen mindestens eines der Medikamente resistent, das man zur Behandlung des Pilzes einsetzt. Gegen Fluconazol waren bislang 86 Prozent aller entnommenen Candida auris-Stämme resistent. 50 Prozent waren gegen Voriconazol immun, 43 Prozent gegen Amphotericin B resistent. Laut dem Nationalen Referenzzentrum für invasive Pilzinfektionen sollten zur Behandlung Echinocandine eingesetzt werden (z.B. Caspofungin).

 

Hefepilz ist für Diabetiker, Frühchen und Kranke tödlich

Gesunde Menschen müssen sich vor dem Pilz nicht fürchten. Vor allem Krankenhaus-Patienten mit geschwächtem Immunsystem, Diabetiker und Frühchen kann Candida auris gefährlich werden. Denn der Pilz kann in die Blutbahnen der Patienten gelangen und eine tödliche Blutvergiftung (Sepsis) verursachen. Die gefährdeten Personengruppen können im Falle einer Ansteckung unter multiplen Organversagen sterben.

Neben dem Blutkreislauf kann der Pilz auch andere Körperpartien befallen, etwa die Atem- und Harnwege oder Wunden.

Der Pilz dringt in den Körper ein und verursacht invasive Infektionen. Er befällt etwa die Haut oder Schleimhäute - ohne dass der Betroffene den Pilz bemerkt.

 

Candida auris ist nur im Labor nachweisbar

Das Problem an dem Pilz ist dennoch die korrekte Diagnose: "Die aktuellen Standard-Verfahren für Pilzinfektionen erkennen diesen Hefepilz nicht. Im besten Fall zeigen die Tests nur, dass etwas nicht stimmt", erklärt Kurzai. Typische Symptome für den Pilzbefall gibt es (noch) nicht. Candida auris kann nur im Labor identifiziert werden.

Um den Pilz zu diagnostizieren, werden häufig Abstriche von Händen, Nase, Leiste, Rachen und Achsel genommen. Auch ist es möglich, eine Candida auris-Infektion durch Proben von Blut, Urin oder Gallenflüssigkeit festzustellen.

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(ww7)

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