Extreme FolgenNeuer Lockdown droht: Wurst-Fabrik sorgt für traurigen Corona-Rekord in NRW!

Beim Fleischkonzern Tönnies gab es in dieser Woche eine Coronavirus-Masseninfektion – mit extremen Konsequenzen.

Inhalt
  1. Massenausbruch bei Tönnies: Kreis Gütersloh überschreitet Obergrenze
  2. Schulen und Kitas in Gütersloh wieder geschlossen
  3. Grund für Corona-Masseninfektion noch unklar

Die Zahl der Corona-Infizierten im Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück steigt immer weiter an. Mittlerweile liegt die Zahl der positiv getesteten Mitarbeiter bei 657 (Stand: 17. Juni, 19:00 Uhr). Und sie könnte noch weiter steigen, denn wie ein Sprecher des Kreises Gütersloh mitteilte, denn von den 1050 veranlassten Tests liegen bisher erst 983 Ergebnisse vor.

 

Massenausbruch bei Tönnies: Kreis Gütersloh überschreitet Obergrenze

Nach einem Corona-Ausbruch in einer Fleischfabrik im Kreis Coesfeld im Mai hatten die Gesundheitsbehörden groß angelegte Reihentests in die Wege geleitet. Zunächst waren im Zuge dessen bei Tönnies nur wenige Infektionen nachgewiesen worden. Bei späteren Tests wurde allerdings ein Infektionsherd festgestellt, wie das Unternehmen erklärte.

Durch den Massenausbruch übersteigt der Kreis Gütersloh deutlich die Corona-Obergrenze von 50 aktuellen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Eine extreme Verschärfung der Maßnahmen will man dort aber verhindern. "Wir glauben, es verantworten zu können, dass es nicht zu einem Shutdown kommen muss", so Landrats Sven-Georg Adenauer bei der gestrigen Pressekonferenz.

 

Schulen und Kitas in Gütersloh wieder geschlossen

Dennoch hat der Massenausbruch deutliche Folgen. Der Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück wurde am Mittwoch direkt geschlossen. Nachdem zunächst die Schlachtungen gestoppt wurden, entschloss sich das Unternehmen später dazu, den gesamten Betrieb einzustellen. Zudem sind nun alle 6400 Mitarbeiter des Werks und deren Kontaktpersonen in Quarantäne.

Neue Corona-Lockerungen - und diese Regeln sind jetzt noch gültig

Der Ausbruch hat auch noch Auswirkungen auf bisherige Lockerungen in Nordrhein-Westfalen. So hat das Landesratsamt am Mittwoch die Entscheidung getroffen, alle Schulen und Kitas im Kreis Gütersloh bis zum 26. Juni zu schließen, um die Gefahr einer weiteren Verbreitung des Virus so gering wie möglich zu halten.

 

Grund für Corona-Masseninfektion noch unklar

Durch die Schließung des Betriebes fehlen nun etwa 20 Prozent der Fleischprodukte auf dem deutschen Markt. "Das ist noch kein Grund, zu Hamsterkäufen zu greifen. Aber das ist schon eine deutliche, hohe Zahl", so Landrat Sven-Georg Adenauer bei der Pressekonferenz am Mittwoch. Wann der Betrieb wieder hochgefahren werden kann, ist noch unklar.

Dem Unternehmen zufolge könnten die Mitarbeiter im Heimaturlaub über Fronleichnam das Virus eingeschleppt haben, nachdem Lockerungen bei den Reisen beschlossen wurden. Die Reisefreiheit sei deshalb ein größerer Risikofaktor als die Unterkünfte, vermutet der Konzern Tönnies nach Angaben von Sprecher Dr. Schulze Althoff. Warum genau es zum Massen-Ausbruch im Betrieb kam, ist bis jetzt allerdings noch nicht geklärt.

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