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Neues Bürgergeld: Lohnt sich ein Job im Geringverdiener-Bereich noch?

Tschüss Hartz IV! Lohnt sich bei neuem Bürgergeld noch ein Geringverdiener-Job? Wir haben die Zahlen.

Frau zählt einige Euro und Cents Münzen in der Hand, Geldbörse und Mahnbrief
Foto: Karl-Hendrik Tittel/iStock

Es ist beschlossene Sache: Laut Bundeskabinett soll das neue Bürgergeld am 1. Januar 2023 das Arbeitslosengeld II ersetzen. Mehr Chancen, mehr Freiheit, mehr Respekt für Lebensleistung heißt es laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Große Worte, doch viele Menschen mit einem Job im Geringverdiener-Bereich fragen sich stirnrunzelnd: Lohnt sich das überhaupt finanziell noch? Lies bei uns, was am Ende tatsächlich übrig bleibt.

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Kritik am neuen Bürgergeld - Lohnt es sich zu arbeiten?

Selbstverständlich möchte niemand dem Staat auf der Tasche liegen und natürlich hat ehrliche Arbeit zurecht einen hohen Stellenwert. Trotzdem bemängeln Kritiker des neuen Bürgergeld-Systems, der Anreiz zu arbeiten würde deutlich geringer ausfallen, in Anbetracht des Wegfalls von Sanktionen und höherer Regelsätze.

Lies hier im Detail, welche Veränderungen noch mit dem neuen Bürgergeld auf dich zukommen:

Doch ist diese Kritik berechtigt: Würde man in einem Geringverdiener-Job unterm Strich genauso mit dem Geld auskommen können, wie mit dem monatlichen Bürgergeld? Wir haben den Vergleich beider Einkommensquellen.

Einkommen Geringverdiener vs. Bürgergeld: Das ist die Differenz

Geht man von einem Job im Mindestlohn-Bereich aus, für den 12 Euro pro Stunde gezahlt werden und auf den, als reguläres Einkommen, noch Steuern gezahlt werden müssen, ergibt sich die folgende Rechnung:

12 Euro x 173 Stunden pro Monat = 2076 brutto

Nach Steuern sind das ca. 1.477 Euro netto (Beispiel: Ledig, ohne Kinder)

Der Regelsatz für das Bürgergeld Einkommen beträgt 502 € monatlich, darauf muss man allerdings keine Steuern zahlen. Also ist brutto gleich netto. Daraus ergibt sich folgende Rechnung:

502 Euro

+ 426 Euro (Mietzuschuss / Höchstwert für einen Einpersonenhaushalt in Berlin)

+ ca. 70 Euro (Heizkosten)

= ca. 1.000 Euro

Geringverdiener haben 477 Euro mehr zum Leben

Geringverdiener haben demnach am Ende 477 Euro mehr zum Leben, als Empfänger des Bürgergelds. Zwar haben auch Geringverdiener die Möglichkeit Unterstützung beispielsweise in Form von Wohngeld zu beantragen, aber in dem Fall müssen gegebenenfalls Benzin- oder Fahrkartenkosten vom Gehalt bezahlt werden. Diese Kosten fallen bei Empfängern des neuen Bürgergeldes nicht an.

Schau dir im Video an, welche Gesetzes-Änderungen ab September gelten.

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