Gefährliche SchikaneNordrhein-Westfalen: 9-Jähriger nimmt sich wegen Mobbing das Leben

Der neun Jahr alte Jo David aus Hattingen, Nordrhein-Westfalen, hat sich umgebracht. Der Grund ist mehr als erschreckend.

Der gerade einmal neunjährige Junge Jo David aus Hattingen, NRW, hat sich selbst das Leben genommen, weil seine Freunde ihn ausschlossen und ihn nicht bei dem Computerspiel Minecraft mitmachen ließen.

Neunjähriger Minecraft-Spieler bringt sich um
Ein erst neun Jahre alter Junge aus NRW hat Selbstmord begangen.
Foto: iStock/ Symbolbild
 

Minecraft - ein gefährliches Spiel für Kinder?

Nicht Minecraft war die Ursache, dass Jo David so weit ging, sich das Leben zu nehmen. Das Hauptproblem war, dass der Junge sich ausgeschlossen fühlte und von seinen Freunden gemobbt wurde. Dennoch stellt sich vermutlich vielen Eltern aktuell die Frage, wie gefährlich ein Spiel wie Minecraft für ihre Kinder sein kann.

Zuerst einmal sieht Minecraft nicht so aus, als würde es Kinder gefährlichen Inhalten aussetzen. Es wird weder mit Waffen hantiert, noch ist das Spiel auf irgendeine Weise besonders blutrünstig. Im Rahmen des Rollenspiels hat man die Möglichkeit seine eigene Welt zu erschaffen. Minecraft kann also weitestgehend als harmlos bewertet werden. Von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle wird das Spiel für Kinder ab 6 Jahren freigegeben. 

Gefährlich könnte es allerdings in den Chats und Foren werden, die es zu dem Spiel gibt. Wie ein Test von RTL Next ergeben hat, ist es ganz einfach, über die Chat-Funktion des Spiels Kontakt zu anderen Spielern aufzunehmen. Wenn man da ausgeschlossen und gemobbt wird wird, kann dies natürlich die Stimmung beeinflussen - aber dies könnte bei jedem anderen Spiel auch passieren.

Darüber hinaus besteht bei Chats dieser Art das Risiko, dass Pädophile über das Spiel Kontakt zu Kindern suchen. 

Schon 2016 geriet das Computerspiel Minecraft von der Firma Microsoft wegen eines schlimmen Vorfalls in die Schlagzeilen. Ein Pädophiler hatte über einen Chat zum Spiel Kontakt mit einem 12 Jahre alten Jungen aufgenommen, den er schließlich entführte. Acht Tage lang wussten die Eltern des jungen Pauls nicht, was mit ihrem Kind passiert war. Dann wurde der Junge schließlich in gesundheitlich gutem Zustand in der Wohnung eines 35-Jährigen in Düsseldorf gefunden. 

Zu dem aktuellen Vorfall des neunjährigen Jo David äußerte sich Microsoft wie folgt: "Es hat für uns bei Microsoft Priorität, dabei zu helfen, dass Kinder online sicher bleiben, und wir stellen Kontrollmechanismen für die X-Box und Windows zur Verfügung, die Eltern helfen, den Inhalt, die Chatoptionen und die Freigabe-Einstellungen zu wählen, die für ihre Familien richtig sind."

Für Jo David kam jedoch jede Hilfe zu spät.

 

Weitere Tipps für Eltern, um ihre Kinder zu schützen

  • Zuerst einmal sollten Eltern sicherstellen, dass Kinder sich nur in Chaträumen aufhalten, die von geschulten Moderatoren kontrolliert werden. Diese gehen zum Beispiel Mobbing direkt vor und greifen ein, wenn es nötig ist. 
  • Zusätzlich sollten Kinder darüber aufgeklärt werden, dass sie in Chats mit ihnen fremden Personen keine persönlichen Daten weitergeben.
  • Kinder sollten auch dazu angehalten werden, den Hilfe-Button, der in vielen Chats vorhanden ist, zu verwenden, wenn ihnen etwas komisch vorkommt. Eltern können sich auch den Chatbetreiber wenden, wenn sie sich Sorgen machen beziehungsweise feststellen, dass ihr Kind beispielsweise gemobbt wird.

 

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