Im UnterrichtNordrhein-Westfalen: Schreiben nach Gehör soll an Schulen abgeschafft werden

Bisher wurden Kinder in den ersten zwei Jahren nicht beim Schreibenlernen korrigiert. Das gefiel vielen Eltern nicht. Politiker in NRW wollen das jetzt ändern. 

Inhalt
  1. Kinder sollen einen verbindlichen Grundwortschatz erlernen
  2. Bestimmte Worte sollen die Kinder auswendig lernen 
  3. Auch Eltern dürfen jetzt wieder ihre Kinder korrigieren

Seit Jahren ist das Prinzip "Schreiben nach Gehör" umstritten. Grundschüler lernen in vielen Bundesländern Schreiben nach Gehör, das bedeutet, dass Rechtschreibfehler nicht korrigiert wurden. Weder Eltern noch Schulexperten gefiel diese Regelung. In Nordrhein-Westfalen hat sich diesem Thema nun die Landesregierung angenommen. 

 

Kinder sollen einen verbindlichen Grundwortschatz erlernen

Eine neue Handreichung für Lehrer und Lehrerinnen sieht ab dem Schuljahr 2019/20 vor, dass Grundschüler in NRW über einen Pflichtwortschatz von 533 Wörtern verfügen müssen. "Die Regeln der deutschen Rechtschreibung können und müssen von der ersten Klasse an gelernt werden", fordert Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Studien hätten deutlich gemacht, dass viele Schülerinnen und Schüler die deutsche Rechtschreibung nicht ausreichend beherrschen. Lehrer sollen in Zukunft stärker kontrollieren, dass Kinder von Anfang an richtig schreiben lernen. 

 

Bestimmte Worte sollen die Kinder auswendig lernen 

Der neue Pflichtwortschatz besteht aus zwei Teilen. Zum einen gibt es 533 "Nachdenk- und Merkwörter", sie spiegeln wichtige Rechtschreibphänomene der deutschen Sprache wieder. Dazu gehört zum Beispiel das Wort "Hund". Die Schreibweise lässt sich aus der Mehrzahl "Hunde" herleiten. Ein Merkwort ist beispielsweise "viel", bei dem man die Schreibweise erst lernen muss. Weitere Merkwörter sind "bisschen", meistens" oder "nämlich", sie werden in der Grundschule sehr oft falsch geschrieben. Zum Pflichtwortschatz kommen rund 200 individuelle Wörter, wie etwa "Karneval" oder "Fußball", die für Kinder wichtig sind. 

 

Auch Eltern dürfen jetzt wieder ihre Kinder korrigieren

Grundschüler durften bisher in den ersten beiden Klassen nach Gehör schreiben und wurden nicht korrigiert. Auch die Eltern sollten möglichst nicht in die Rechtschreibung ihrer Kinder eingreifen, um sie nicht zu demotivieren. Das soll sich jetzt ändern. Denn Wissenschaftler der Universitäten Hamburg und Hannover haben herausgefunden: Richtig schreiben, ist "kein naturwüchsiger Prozess, der von alleine geschieht."

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