Mama-BlogNur pädagogisch wertvolles Holzspielzeug? So ein Quatsch!

Mama-Bloggerin Silke fühlt sich manchmal allein. Allein unter Öko-Mamas. Vegane KiTas? Mehrweg-Windeln? Pappige Reiswaffeln statt Gummibärchen? Für alle Ernährungs- und Bio-Trends probiert die Zweifach-Mama, so gut es geht Verständnis aufzubringen. Bei einem Thema mag ihr das aber so gar nicht gelingen: Spielzeug.

Kein Plastikspielzeug für Kinder? Völliger Quatsch, findet Mama-Bloggerin Silke!
I’m a Barbie Girl! Silke mag Plastikspielzeug. Ihr Sohn auch.
Foto: Silke Schröckert

„Mit diesem ganzen Plastikzeug lässt du dein Kind spielen?!“

Diesen Spruch musste sich meine Mutter immer wieder anhören, wenn andere Eltern mein Kinderzimmer betraten: Bis zum Rand war es vollgestopft mit Barbie-Sachen. Nicht nur unzählige Puppen, auch das Traumhaus, das Traumschiff, der Pferdeanhänger und einfach alles, was groß, rosa und aus Plastik war, schmückten mein kleines Reich viele Jahre lang. Mittendrin: ich. Überglücklich und ununterbrochen am Spielen.

Ganz viel Plastik. Und noch mehr Fantasie.

Mein Sohn ist jetzt Zweieinhalb. Und er hat schon mindestens so viele Matchbox-Autos und Monstertrucks wie ich damals Barbiepuppen. Wenn ich mit Kaffee und Zeitschrift in seinem Kinderzimmer sitze und ihm beim Spielen zugucke, könnte ich platzen vor Glück: Bis zu einer Stunde und länger versinkt er in seiner Autowelt, denkt sich Geschichten aus von Staus, Unfällen, Krankenwagen und Feuerwehr-Einsätzen und erzählt beim Autos-Schieben und Unfallwagen-Abschleppen jeden Schritt seiner Fantasie-Geschichte laut vor sich hin.

Silkes Sohn darf jede Menge Plastikspielzeug benutzen.
Gelb, gelb, gelb sind alle meine Bagger. Und groß. Und aus Plastik.
 

Dafür, dass Kinder sich in dem Alter angeblich kaum alleine beschäftigen können, ist das doch irgendwie erstaunlich, oder? Und ich wage mal eine heikle These: Mit unbehandelten, farblosen Bauklötzen KÖNNTE er es tatsächlich auch nicht. Klar, zum Spielen braucht es Fantasie. Aber die wird durch einen knallroten Plastik-Kipplaster und einen quietschgelben Mini-Bagger mit Sound-Effekten eben weitaus mehr angeregt, als durch spaßfreie Naturholzstückchen.

Wie die Mama, so der Sohn.

Meistens, wenn mein Sohn und ich mit Plastik-Bagger, Plastik-Kipplaster und Plastik-Betonmischer auf dem Spielplatz spielen, kassiere ich von irgendeiner Mama mit Bio-Dinkelkeksen in der Hand und einem verkrampften Ausdruck um die Lippen blöde Blicke. Manchmal gibt es auch einen entsprechenden Kommentar dazu. Dann bin ich heilfroh, dass diese Mütter nur unsere Spielplatz-Ausstattung zu Gesicht bekommen – und nicht das Arsenal an Plastik-Autos, das in Toms Kinderzimmer wartet.

Auch Plastikspielzeug eignet sich super zum Phantasie anregen, findet Mama-Bloggerin Silke.
Silkes Sohn sammelt Autos. Und nein: Die sind nicht aus unbehandelten Holz hergestellt.
 

Ich habe meine eigene Mutter neulich gefragt, warum ich als Kind eigentlich mit Barbies spielen durfte. Und wie sie es geschafft hat, die Kommentare von anderen Müttern zu ignorieren. Ihre Antwort: „Na, du hast dich immer so kreativ damit beschäftigt und dir so tolle Geschichten ausgedacht. Ich wusste, das ist gut für dich. Da war es mir doch egal, was die anderen Mütter dazu sagen.

Ein paar Dinge sollte man halt einfach wirklich genau so machen, wie die eigene Mama es schon gemacht hat.

Eure Silke

Nächster Mama-Blog von Silke:

"Mama, ich muss Pipi. JETZT!"

 

Willst du aktuelle News von Wunderweib auf dein Handy bekommen? Dann trag' dich schnell in unserem WhatsApp-Newsletter ein!

Kategorien: