Umfrage zur LebensmittelkennzeichnungNutri-Score: Deutsche wollen die Lebensmittel-Ampel

Brauchen wir eine zusätzliche Lebensmittelkennzeichnung? Und welche hilft eine gesündere Ernährung zu unterstützen? Bei der ersten Frage sind sich Regierung, Unternehmen und Verbraucher einig, doch Letztere sorgt für Streit. Eine Umfrage stellt die Meinung der Verbraucher jetzt klar.

Was hat es mit dem Nutri-Score eigentlich auf sich? Es handelt sich um eine Lebensmittel-Ampel mithilfe dessen Verbraucher auf den ersten Blick erkennen sollen, welches Lebensmittel, aus einer Kategorie (z.B. Joghurt,Nudeln, Eis, Shakes, ...) gesünder ist.

Bofrost* ist der europäische Marktführer im Direktvertrieb von Eis- und Tiefkühlspezialitäten und hat seine Präsenz dazu genutzt eine große Kundenbefragung durchzuführen. Rund 6.000 Verkaufsfahrerinnen und Verkaufsfahrern, die im direkten, persönlichen Kontakt zu ihren Kunden stehen, wurden befragt. Hinzu kamen Kunden, die sich in einem bofrost*-eigenen Onlinepanel registriert haben und anonymisiert befragt wurden.

Zum Thema Nutri-Score äußerten sich in dem Onlinepanel über 1.000 Kunden des Unternehmens. Das Ergebnis dieser recht umfangreichen Befragung spricht für eine Lebensmittelkennzeichnung. 94 Prozent der Befragten sprachen sich für eine zusätzliche Kennzeichnung aus. Präferiert wird mit 37 Prozent das Nutri-Score-System, dicht gefolgt vom Modell des BLL (36 Prozent). In Puncto Verständlichkeit liegt der Nutri-Score allerdings klar vorne. So heißt es in der Presseerklärung von bofrost*: „So haben 70 Prozent der befragten bofrost*Kunden in der Befragung mit Hilfe des Nutri-Score verschiedene Eisprodukte ernährungsphysiologisch korrekt eingeordnet.“ Beim zweitplatzierten MRI-Modell gelang dies lediglich 35 Prozent, beim Keyhole nur 27 Prozent und beim BLL nur noch 8 Prozent der Befragten.

Die aktuelle Situation in Sachen Lebenmittelkennzeichnung

Der Nutri-Score ist das Streitthema des Jahres. Der aktuelle Höhepunkt in Bezug auf eine zusätzliche Lebensmittelkennzeichnung ist die Auseinandersetzung zwischen dem Ministerium von Bundesernährungsministerin und foodwatch, die sich in einer Klage widerspiegelt. Denn die Bundesernährungsministerin hält nach Aussagen von Foodwatch e.V. eine wissenschaftliche Studie geheim, die dem Nutri-Score ein positives Zeugnis ausstellt.

Dass dies nur die Spitze des Eisberges ist, zeigen Meldungen des letzten halben Jahres. Unternehmen wie Danone, bofrost*, Mestemacher, McCain und Iglo haben beschlossen den Nutri-Score auf freiwilliger Basis auf all ihren Produkten in Deutschland einzuführen. Diese Lebensmittelkennzeichnung ist in Ländern wie Frankreich bereits Alltag. Erste Produkte mit der Kennzeichnung sind aber auch hier bereits erhältlich. Antje Schubert, Vorsitzende der Geschäftsführung von iglo Deutschland, dazu: „Wenn wir in Politik und Wirtschaft den europäischen Gedanken wirklich ernst meinen, müssen wir den Menschen auch mit europäischen Lösungen begegnen, die ihren Wünschen entsprechen.“

Frau Julia Klöckner möchte demnächst über eine neue Nährwertkennzeichnung entscheiden. Das Ziel hat die Bundesernährungsministerin klar formuliert. Die Entscheidung soll maßgeblich von der Meinung der Verbraucher abhängen. Die Ergebnisse sollen dann im September vorgestellt werden. Nun kommen der Ministerin unter anderem Unternehmen wie bofrost* mit eigenen Umfragen zuvor. Einer der Gründe könnte dabei sein, dass iglo im April eine einstweilige Verfügung gegen das Kennzeichnungssystem auf ihren Verpackungen erhalten hat. Iglo gab im Zuge dessen bekannt: „Die Einführung der von Verbrauchern und Verbraucherschützern bevorzugten Lebensmittelkennzeichnung Nutri-Score auf den iglo-Produkten ist damit vorläufig gestoppt.“ Gegner sei der Schutzverband gegen Unwesen in der Wirtschaft e.V..

 

Das könnte dich auch interessieren:

Kategorien: