Super-KeimeOECD: Multiresistente Keime breiten sich aus - 100.000 Tote allein in Deutschland

Forscher schlagen Alarm. In Deutschland könnten in den nächsten Jahren bis zu 100.000 Menschen an multiresistenten Keimen sterben. Das ergab eine Untersuchung der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Die sogenannten Super-Keime könnten bis zum Jahr 2050 zum Tod von 2,4 Millionen Menschen in wohlhabenden Ländern führen. Von dieser Entwicklung ist auch Deutschland betroffen.

Die Gefahr besteht zwar schon länger, doch richtig greifbar war sie bisher nicht. Multiresistente Keime, die gegen die wichtigsten Antibiotika immun sind, treten mit der Zeit immer häufiger auf. Für Experten sind sie sogar eine der gefährlichsten Bedrohungen für die weltweite Gesundheit. Trotzdem reagiert die Regierung eher zögernd. Wirkliche Maßnahmen zur Eindämmung dieser Super-Keime finden bisher nicht statt.

 

Multiresistente Keime auf dem Vormarsch 

Genau davor warnen die Forscher der OECD. „Selbst kleine Schnittwunden in der Küche, unbedenkliche chirurgische Eingriffe oder Erkrankungen wie Lungenentzündung könnten lebensbedrohlich werden“, meinen die Experten. So könnten bis zum Jahr 2050 in Europa, Nordamerika und Australien rund 2,4 Millionen Menschen nur an diesen multiresistenten Keimen sterben, zumindest wenn diese sich weiterhin so schnell verbreiten und die Politik keine Gegenmaßnahmen ergreift. Besonders Kleinkinder und ältere Menschen sind gefährdet.

Aktuell werden bereits 17 Prozent aller Infektionen in Industrieländern durch resistente Keime hervorgerufen. Allerdings ist Deutschland noch weniger stark betroffen. So lösten die Super-Keime im Jahr 2015 nur 10,3 Prozent aller Infektionen aus. Doch mit der aktuellen Prognose würden in den nächsten 30 Jahren dennoch rund 100.000 Menschen sterben.

 

Strategien gegen multiresistente Keime

Die OECD empfiehlt daher fünf Strategien, um dem entgegen zu wirken. Denn der Kampf gegen die multiresistenten Erreger ist nicht teuer. Zu den Strategien zählen eine bessere Hygiene in Krankenhäusern und strengere Regeln für Ärzte, um die Verwendung von Antibiotika zu reduzieren. Diese sollten erst den Krankheitsverlauf abwarten und häufiger Schnelltests einsetzen, um herauszufinden, ob eine Infektion von Viren oder Bakterien verursacht wurde. Nur in letzterem Fall sind Antibiotika überhaupt sinnvoll.

Allein diese einfachen Maßnahmen könnten bis zum Jahr 2050 1,6 Millionen Leben in den Industrieländern retten und jedes Jahr 4,8 Milliarden Dollar in den OECD-Ländern einsparen.

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