Schadstoffbelastung Öko-Test: Schokolade mit Mineralöl belastet

Inhalt
  1. Was hat es mit Mineralöl in Lebensmitteln auf sich?
  2. Wieso ist Mineralöl für den Körper gefährlich?
  3. Diese neun Schokoladen sind besonders belastet

Öko-Test hat Schokolade untersucht – mit einem erschreckenden Ergebnis: Alle der 40 Schokoladensorten wiesen Mineralöle auf. Betroffen sind gleich mehrere Supermärkte.

Eigentlich fing der Skandal bereits im Dezember an. Ausgerechnet Adventskalender, die eigentlich die Vorweihnachtszeit versüßen sollten, hinterließen einen bitteren Nachgeschmack: In mehreren Produkten wurden Mineralöle gefunden.

Jetzt hat Öko-Test unsere Lieblingssüßigkeit erneut unter die Lupe genommen. Untersucht wurden insgesamt 40 Schokoladen verschiedener Supermärkte und Hersteller. Das Ergebnis lässt selbst Schokoladenliebhabern den Appetit vergehen – denn in allen Produkten konnte Mineralöl nachgewiesen werden.

 

Was hat es mit Mineralöl in Lebensmitteln auf sich?

Unterschieden wird zwischen MOSH, gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen, und MOAH, aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen.

Meist ist die Belastung auf die Verpackung zurückzuführen, von der die Schadstoffe direkt an das Lebensmittel abgegeben werden. Besonders betroffen sind dabei ausgerechnet recycelte Kartonverpackungen, in denen häufig Rückstände von Druckfarben oder aber Kleber zu finden sind. Schokolade kann zudem über die Verarbeitung oder den Transport mit Mineralölen verunreinigt werden.

Alle untersuchten Schokoladen-Sorten wiesen Mineralöle auf.
Alle untersuchten Schokoladen-Sorten wiesen Mineralöle auf.
Foto: iStock

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Wieso ist Mineralöl für den Körper gefährlich?

Die Gruppe der MOSH sammelt sich im Körper an und kann Organschäden hervorrufen. Besonders in den Lymphknoten und der Leber können sich die Mineralölrückstände anreichern. MOAH sind hingegen stark krebserregend und besonders bedenklich, da sie bereits in kleinsten Mengen schädlich sind.

Alle der 40 getesteten Schokoladen enthielten MOSH, ein Viertel ebenfalls MOAH.

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Diese neun Schokoladen sind besonders belastet

Rewe: Ja! Zartbitter Schokolade

Hachez: Ecuador Edel Zartbitter Chocolade 58 % Kakao

Lidl: J.D. Gross Edelschokolade Arriba Superieur 81%, Fairtrade

Aldi Süd:

  • Moser Roth Bourbon Vanille, weiße Schokolade
  • Moser Roth Caramel, Edel-Vollmilch-Chocolade
  • Moser Roth Edel Bitter 70%
  • Moser Roth Edel Bitter 85 %
  • Moser Roth Edel Vollmilch

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Auffällig ist, dass die Schadstoffbelastung sich unabhängig durch unterschiedliche Marken und Supermärkte zieht. Zudem kann es sein, dass ein Produkt einer Marke besonders belastet, ein anderes hingegen harmlos ist.

Ein Beispiel dafür ist Aldis Hersteller Storck, der die Marke Moser Roth produziert. Fünf der Produkte schnitten mit am schlechtesten ab.

Gleichzeitig stammt jedoch auch der Testsieger aus dem Hause Storck: Die Sorte Choceur Feinherb Nuss wies die geringste Mineralöl-Belastung auf.

Insgesamt wurden somit nur eine Schokolade als unbedenklich, zwölf als nur leicht erhöht bewertet.

Wie kann das sein? Dass immer noch Mineralöle in frei verkäuflichen Lebensmitteln nachzuweisen sind, ist ein Problem und liegt vor allem daran, dass die Grenzwerte für MOSH und MOAH noch nicht offiziell festgelegt wurden. Es existiert seit März zwar ein entsprechender Entwurf, allerdings wurden in diesem wieder keine MOSH-Werte berücksichtigt.

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(ww4)

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