SchmerzmittelOpioid-Epidemie in den USA – aber wie ist die Lage in Deutschland?

USA ist die Nummer 1 im Schmerzmittel-Verbrauch und besonders Opioide werden immer öfter missbraucht. Wie die Lage in Deutschland ist und wie man Opioide richtig anwendet, erfahrt ihr hier. 

Inhalt
  1. USA als Spitzenreiter beim Schmerzmittel-Missbrauch
  2. Die Lage in Deutschland
  3. Was sind Opioide
  4. Wer braucht Opioide?
  5. Der richtige Umgang mit Opioiden

 

USA als Spitzenreiter beim Schmerzmittel-Missbrauch

Erschreckende Zahlen machen deutlich, dass in den USA immer mehr sehr starke Schmerzmittel verschrieben werden. Gemeint ist damit nicht nur die Regelmäßigkeit, sondern auch die Höhe der Verordnung. Damit ist der erste Schritt in die Abhängigkeit und Sucht getan. Denn: Sobald man erstmal abhängig ist, ist es nicht mehr ausreichend, Pillen nur zu schlucken. Sie werden zerstampft und geschnupft, damit die Wirkung sofort eintritt. Verneint ein Arzt ein weiteres Rezept, können Abhängige leicht auf Irrwege geraten, indem sie sich auf illegalem Wege aus dem Internet oder von der Straße schmerzhemmende Stoffe besorgen.

Die USA ist leider in diesem Falle ein Parade-Beispiel des Opioid-Missbrauches: In den letzten 20 Jahren haben sich die Verschreibungszahlen von sehr starken Scherzmittel vervierfacht, sodass Amerika Platz 1 im Pro-Kopf-Verbrauch von Schmerzmittel belegt. Die Folgen sind eindeutig: Täglich sterben dort knapp 142 Menschen an einer Überdosis von sehr starken Schmerzmittel wie Opioide sie sind. Längst hat sich der Konsum von den Großstadtghettos in die weiße Mittelschicht ausgebreitet.

Der Grund für die Zunahme von Verschreibungen: Opioide werden in den USA durch Pharmaunternehmen viel stärker vermarktet als in Deutschland. So ist es an der Tagesordnung, Werbespots über solche Opioide in Fernsehen zu finden.

 

Die Lage in Deutschland

Deutschland distanziert sich eindeutig von der Opioid-Epidemie in den USA und spricht eher von einer Opioid-Phobie, da viele Schmerzpatienten unterversorgt sind.

Hierzulande sollte man Opioide eher als Standardbehandlung bei Krebspatienten und in der Palliativmedizin einsetzen, um solchen Menschen mit Opioiden das Leben zu erleichtern. Außerdem sind die Werberegeln in Deutschland wesentlich strenger als in Amerika und die Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente ist verboten.

Suchtforscher haben sich nur das Ziel gesetzt, Opioide zu entwickeln, sie ausschließlich Schmerzen lindern, aber weder süchtig machen, noch Nebenwirkungen haben. Dabei sollen diese tatsächlich nur auf das kranke Gewebe einwirken.

Opioide-Epidemie
Opioide unterliegen in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz. 
Foto: iStock
 

Was sind Opioide

Opioide zählen zu den sehr starken Schmerzmitteln und unterliegen in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz. Die meisten Opioide lassen sich daher nur mit einem speziellen amtlichen Formular verordnen, nur sehr wenige kann man über den klassischen Rezeptblock verschreiben.

Sie werden aus synthetisch aus Schlafmohn gewonnen, besitzen eine morphinähnliche Wirkung und wirken über unsere körpereigenen Schmerzrezeptoren.

 

Wer braucht Opioide?

Die Anwendung von Opioiden ist weit gefächert. Neben Narkosen werden sie bei Tumorbehandlungen und in der Palliativmedizin eingesetzt. Aber auch nach einer Operation, bei Arthrose, Gürtelrose, diabetesbedingten Nervenschmerzen oder chronischen Rückenschmerzen können Opioide eingesetzt werden.

Sollten starke Schmerzen eine psychosomatische Ursache haben, sind Opioide nicht die erste Wahl. Da sie die Stimmung positiv beeinflussen können, ist bei solchen Patienten die Suchtgefahr höher.

Auch bei chronischen Kopfschmerzen und funktionellen Störungen wie beispielsweise einem Reizdarm, wird eine andere Behandlung zu Rate gezogen.

 

Der richtige Umgang mit Opioiden

Bei einer Langzeittheraphie sollte die Absetzung schrittweise unter Anleitung von Schmerztherapeuten begleitet werden, damit mögliche Entzugserscheinungen beherrscht werden können.

Auch der Verlauf der Medikation muss von einem Arzt engmaschig überwacht werden, da Opioide starke Nebenwirkungen haben. Solche Nebenwirkungen sind: Übelkeit, Erbrechen, chronische Verstopfungen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Schwindel
Trotz starker Vorwürfe im Hinblick auf die Opioid-Epidemie in den USA, ist nicht jeder Mensch bei einer Einnahme direkt suchtgefährdet. Die psychologische Verfassung sowie die ärztliche Nachbehandlung spielen dabei eine große Rolle.  
 

Opioide einnehmen
Die EInnahme und das Absetzen von Opioiden sollte immer von einem Artz begleiten werden. 
Foto: iStock
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