Golden Globes 2018Oprah Winfrey: Diese 5 Ratschläge gab Oprah nach ihrer Rede bei den Golden Globes

Oprah Winfrey wird für ihre Rede bei den Golden Globes 2018 gefeiert. Doch auch backstage verteilte die Moderatorin Lebensweisheiten.

Inhalt
  1. Oprah: Von der Drogensüchtigen zur Milliardärin
  2. Oprahs Weisheiten nach der Golden Globe Rede
  3. 1. Lerne am Verhalten der Menschen, wer sie wirklich sind!
  4. 2. Mach die Arbeit, die geradewegs aus deiner Seele kommt!
  5. 3. Das schönste Geschenk ist, von jemandem wirklich gehört zu werden!
  6. 4. Negatives kann sich immer noch ins Positive umkehren!
  7. 5. Eine gemeinsame Stimme ist lauter als eine einzelne!

Oprah Gail Winfrey wird am 29. Januar 64 Jahre alt. Sie hat es geschafft, mit ihrer Oprah Winfrey Show jede Woche rund 21 Millionen Zuschauer in 105 Ländern an den Bildschirm zu fesseln, an ihren Lippen zu kleben. Nebenbei wurde sie schauspielerisch tätig und hat eine eigene Produktionsfirma gegründet. Oprah Winfrey ist nicht nur ein Mensch. Oprah ist eine Marke. Laut des Wirtschaftsmagazines Forbes gehört Oprah zu den einflussreichsten Menschen der Welt.

 

Oprah: Von der Drogensüchtigen zur Milliardärin

Was Oprah sagt, ist für Millionen Frauen Gesetz. Sie sagt kluge Dinge, durchdachte Dinge - und vor allem nur solche Dinge, die aus ihrem Innersten, ihrer Seele kommen. Oprah spricht nicht nur mit ihrem Verstand, sondern auch mit ihrem Herzen - und das schon ihr Leben lang.

Ihre unvergleichliche Karriere - von einer drogen- und esssüchtigen Minderjährigen zur Oscarpreisträgerin, Bestsellerautorin (Was ich vom Leben gelernt habe) und ersten afroamerikanischen Milliardärin der USA - wurde nun mit einem Golden Globe belohnt: Oprah wurde am 7. Januar in Beverly Hills (Kalifornien, USA) für ihr Lebenswerk geehrt (mit dem traditionellen Cecil B. DeMille Award). Ihre Dankesrede (s. Video unten) geht viral - und das nicht ohne Grund. Sie spricht von Frauenrechten, Rechten von Afroamerikanern, von der Relevanz von Wahrheit und Gerechtigkeit.

 

Oprahs Weisheiten nach der Golden Globe Rede

Für ihre Dankesrede bekam Oprah stehende Ovationen vom Publikum der 75. Golden Globes. Hollywood-Größen wie Meryl Streep, Nicole Kidman, Helen Mirren, Reese Witherspoon, Michelle Williams, Susan Sarandon, Michelle Pfeiffer, Angelina Jolie, Steven Spielberg, Denzel Washington, Hugh Jackman und Robert De Niro erhoben sich von ihren Plätzen und applaudierten Oprah fast anbetend zu.

Das war aber noch lange nicht alles. Wer Oprah kennt, weiß: nach Oprahs Rede ist vor Oprahs Rede! Backstage beantwortete sie Journalisten noch zehn Minuten lang Fragen. Und Oprahs antworten - wie sollte es auch anders sein - haben es in sich. Oprah antwortet nicht nur, sie sprudelt vor Weisheiten und Ratschlägen, die jedem ihrer Zuhörer von größtem Wert sind. Die besten Gedanken von Oprah bei der Backstage-Rede sind folgende:

 

1. Lerne am Verhalten der Menschen, wer sie wirklich sind!

Oprah Winfrey Backstage Rede
"Lerne am Verhalten der Menschen, wer sie wirklich sind!"
Foto: YouTube Screenshot / Variety

Eine Journalistin fragte Oprah Winfrey: "Was war ihre größte Lektion, die Sie im Laufe Ihrer Karriere gelernt haben?" Oprah musste nicht lange nachdenken. "Du musst wissen: Wenn Menschen dir zeigen, wer sie sind, glaubst du es ihnen zunächst. Das Problem an der Sache ist: Du wirst diese Lektion 29 Mal erleben müssen, bis du aus ihr lernst. Du wirst vielen Menschen begegnen, bist du bemerkst, dass es nicht so einfach ist.
Die größte Lektion, die ich gelernt habe, ist: Man kann nur von dem Verhalten eines Menschen darauf schließen, wer er wirklich ist. Nicht nur seinem Verhalten mir gegenüber, sondern auch, wie er sich anderen Menschen gegenüber verhält. Lästert jemand bei dir über andere, kannst du dir sicher sein, dass er hinter deinem Rücken auch über dich redet."

 

2. Mach die Arbeit, die geradewegs aus deiner Seele kommt!

Oprah Winfrey Backstage Rede
"Mach die Arbeit, die geradewegs aus deiner Seele kommt!"
Foto: YouTube Screenshot / Variety

Ein junger Filmstudent fragte Oprah nach dem Rezept für eine erfolgreiche Hollywood-Karriere: "Was können Sie Filmstudenten mit auf den Weg geben, die es in Hollywood zu etwas bringen wollen?" Auch hier zögerte Oprah nicht: "Filme zu machen heißt das zu machen, was du liebst." In der Zeit, in der sie die Oprah Show moderiert hat, hat sie rund um die Uhr gearbeitet, erzählt sie. "Manchmal bin ich mitten in der Nacht erst nach Hause gekommen und hatte keine Lust mich überhaupt umzuziehen - weil ich wusste, dass das alles in vier Stunden wieder von vorne losgeht." Und dennoch: Oprah fühlte sich auch in dieser arbeitsreichen Zeit nie ausgelaugt: aber sie fühlte sich nie ausgelaugt: "Ich fühlte mich erschöpft - aber niemals aufgebraucht!" Wie schaffte sie das?

"Mach den Job, der geradewegs aus deiner Seele kommt, für den deine Seele geschaffen ist!", rät Oprah. "Von Geschichten, mit denen du aufgewachsen bist, bis zu Themen für die du eine Leidenschaft empfindest." Oprah hält diese innere Bestimmung für unglaublich wichtig: "Ich glaube, die zweitwichtigste Weisheit, die ich je mit auf den Weg bekommen habe, ist: Der Schlüssel zum Erfolg und zum Glücklichsein im Leben ist, deine Persönlichkeit mit deiner Seele in Einklang zu bringen."

Laut Oprah soll die Persönlichkeit der Bestimmung der Seele dienen. "Es muss vom Innersten deiner Seele kommen - dann kannst du auch nicht scheitern. Du scheiterst nur, wenn du mit dem falschen Ansatz an die Arbeit gehst. Wenn es dein einziges Ziel ist, Geld zu machen oder berühmt zu werden, dann scheiterst du mit Sicherheit!"

 

3. Das schönste Geschenk ist, von jemandem wirklich gehört zu werden!

Oprah Winfrey Backstage Rede
"Das schönste Geschenk ist, von jemandem wirklich gehört zu werden!"
Foto: YouTube Screenshot / Variety

Eine weitere Frage, die sogar Oprah sichtlich unter die Haut ging, war: "Was würden Sie heute der 7-jährigen Oprah raten? Speziell über das Überleben als Frau in dieser Welt?" Oprah schaut sichtlich berührt. "Mit 7 war ich sehr traurig. Damals kam jegliche wahre Liebe von meinen Lehrern." Dann richtet sie sich an das ganze Publikum:

"Viele Menschen unterschätzen die Kraft, die dabei entsteht, wenn man eine andere Person so sieht, wie sie wirklich ist. Wie es sich für diesen Menschen anfühlt, wenn er weiß, dass er von jemandem wirklich gehört wird. Es ist das schönste Geschenk, das du jemandem machen kannst."

Oprah erzählt davon, wie sie in ihrer Show zahlreiche Prominente und Politiker interviewt hat. Vom Familienvater, der ein schweres Schicksal getragen hat, bis zu hochrangigen Politikern wie Ex-Präsident Obama, haben ihr alle nach der Show die gleiche Frage gestellt: Wie war das? Wie war ich? "Es war die größte Lektion, die ich aus der Oprah Show gelernt habe", sagt Oprah. "Diese Frage zeigte mir, dass alle Menschen im Kern gleich sind. Wir wollen alle gehört werden."

"Das in anderen Menschen zu erkennen, hat mir geholfen eine barmherzige, verständnisvolle Person zu werden, die jeden zu allem interviewen kann", enthüllt Oprah. "Jetzt weiß ich: Alle Menschen haben den gleichen Kern."

 

4. Negatives kann sich immer noch ins Positive umkehren!

Oprah Winfrey Backstage Rede
"Negatives kann sich immer noch ins Positive umkehren!"
Foto: YouTube Screenshot / Variety

Das vergangene Jahr war vor allem für die USA wenig erfreulich. Von einem Präsidenten Donald Trump bis zum Harvey Weinstein-Skandal. Ein Journalist bat Oprah um eine Prognose für 2018: "Glauben Sie, die Welt geht jetzt in eine bessere Richtung als letztes Jahr?"

Auch hier spricht Oprah von ihrer Lebenserfahrung. "Ich habe mit den Jahren gelernt, dass wenn etwas wirklich Schreckliches vor sich geht, es immer noch ins genaue Gegenteil umschwenken kann. Für jede Aktion gibt es auch eine mögliche Reaktion."

Oprah hat die Weinstein-Affäre im Oktober 2017 verfolgt. "Mit jedem weiteren Tag der Enthüllung habe ich gedacht: Hier bietet sich gerade eine Gelegenheit für ein starkes Wachstum. Wie können wir diesen Moment nutzen, um uns zu erheben - statt uns nur selbst als Opfer zu sehen?"

"Ich denke, schwarz zu tragen bei den Golden Globes als Zeichen der Solidarität, ist der erste Schritt. Eine Spendenaktion für die Opfer sexueller Gewalt ist der nächste, größere Schritt. Es ist nämlich vor allem wichtig zu zeigen, dass es nicht nur um die Frauen in Hollywood geht - denn wir sind schon alle privilegiert. Wir müssen auf alle Frauen der Welt aufmerksam machen, die unter sexueller Gewalt leiden. Denn heute ist keine Kultur, keine Rasse, keine Religion, kein Arbeitsplatz und nicht einmal die Politik von diesen Vorwürfen befreit. Alle sind davon betroffen."

 

5. Eine gemeinsame Stimme ist lauter als eine einzelne!

Oprah Winfrey Backstage Rede
"Eine gemeinsame Stimme ist lauter als eine einzelne!"
Foto: YouTube Screenshot / Variety

In ihrer Dankesrede bei den Globes (s.u.) erinnerte Oprah an Recy Taylor, eine damals 25-jährige, afroamerikanische Frau, die im September 1944 auf dem Weg aus der Kirche von sechs weißen Männern entführt und massenvergewaltigt wurde. Die Männer wurden später identifiziert - aber nur zu niedrigen Geldstrafen verurteilt.

"Einer der Gründe, warum ich die Geschichte von Recy Taylor in meiner Rede erwähnte, ist auch, um den Menschen zu zeigen: Vergewaltigungen gibt es schon seit einer verdammt langen Zeit. Dass Menschen das Gefühl haben, sie könnten oder dürften über so etwas nicht sprechen - das gibt es schon seit langem," führt Oprah aus. "Es gibt so viele Menschen, die so viel ertragen mussten und still geblieben sind. Sie haben einfach weiter gemacht, weil sie keinen anderen Ausweg gesehen haben. Heute und jetzt haben wir uns alle zusammen getan und zu einer großen Stimme vereint. Es fühlt sich an wie die Ermächtigung der Frauen, die nie eine Stimme hatten."

Das ganze Backstage-Interview von Oprah Winfrey nach der Golden Globe-Verleihung 2018 siehst du hier (englisch):

Und hier nochmal Oprah Winfreys Rede bei den Golden Globe Awards 2018 - in voller Länge (englisch):

Oprah Winfreys Dankesrede bei den Golden Globes 2018:

Hi. Thank you. Thank you. Thank you all. OK. OK. Thank you, Reese. In 1964, I was a little girl sitting on the linoleum floor of my mother's house in Milwaukee watching Anne Bancroft present the Oscar for Best Actor at the 36th Academy Awards. She opened the envelope, and said five words that literally made history: 'The winner is Sidney Poitier.' Up to the stage came the most elegant man I had ever seen. I remember his tie was white and, of course, his skin was black. And I'd never seen a black man being celebrated like that. And I have tried many, many, many times to explain what a moment like that means to a little girl, a kid watching from the cheap seats as my mom came through the door, bone tired from cleaning other people's houses. But all I can do is quote and say that the explanation in Sidney's performance in 'Lilies of the Field', ''Amen, amen. Amen, amen'.

In 1982, Sidney received the Cecil B. DeMille Award right here at the Golden Globes, and it is not lost on me that at this moment, there are some little girls watching as I become the first black woman to be given this same award.

It is an honor - it is an honor and it is a privilege to share the evening with all of them and also with the incredible men and women who inspire me, who challenge me, who sustain me, and made my journey to this stage possible. Dennis Swanson, who took a chance on me for 'AM Chicago'. Quincy Jones, who saw me on that show and said to Steven Spielberg, "Yes, she is Sofia in 'The Color Purple.'" Gayle, who has been the definition of what a friend is. And Stedman, who has been my rock. Just a few to name.

I'd like to thank the Hollywood Foreign Press Association because we all know that the press is under siege these days, but we also know that it is the insatiable dedication to uncovering the absolute truth that keeps us from turning a blind eye to corruption and to injustice -to tyrants and victims and secrets and lies. I want to say that I value the press more than ever before as we try to navigate these complicated times, which brings me to this: What I know for sure is that speaking your truth is the most powerful tool we all have.

And I'm especially proud and inspired by all the women who have felt strong enough and empowered enough to speak up and share their personal stories. Each of us in this room are celebrated because of the stories that we tell. And this year we became the story. But it's not just a story affecting the entertainment industry. It's one that transcends any culture, geography, race, religion, politics, or workplace. So I want tonight to express gratitude to all the women who have endured years of abuse and assault because they, like my mother, had children to feed and bills to pay and dreams to pursue.

They're the women whose names we'll never know. They are domestic workers and farm workers. They are working in factories, and they work in restaurants, and they're in academia and engineering and medicine and science. They're part of the word of tech and politics and business. They are athletes in the Olympics, and they are soldiers in the military. And there's someone else: Recy Taylor, a name I know and I think you should know too. In 1944, Recy Taylor was a young wife and a mother. She was just walking home from the church service she'd attended in Abbeville, Alabama, when she was abducted by six armed white men, raped, and left blindfolded by the side of the road coming home from church.

They threatened to kill her if she ever told anyone, but her story was reported to the NAACP, where a young worker by the name of Rosa Parks became the lead investigator on her case. And together they sought justice. But justice wasn't an option in the era of Jim Crow. The men who tried to destroy her were never persecuted. Recy Taylor died 10 days ago, just shy of her 98th birthday. She lived as we all have lived, too many years in a culture broken by brutally powerful men. For too long, women have not been heard or believed if they dared to speak their truth to the power of those men, but their time is up.

Their time is up. Their time is up. And I just hope - I just hope that Recy Taylor died knowing that her truth, like the truth of so many other women who were tormented in those years and even now tormented, goes marching on. It was somewhere in Rosa Parks' heart almost 11 years later when she made the decision to stay seated on that bus in Montgomery. And it's here with every woman who chooses to say, "Me too" and every man, every man who chooses to listen.

In my career what I've always tried my best to do, whether on television or through film, is to say something about how men and women really behave, to say how we experience shame, how we love and how we rage, how we fail, how we retreat, persevere, and how we overcome. I've interviewed and portrayed people who have withstood some of the ugliest things life can throw at you, but the one quality all of them seem to share is an ability to maintain hope for a brighter morning, even during our darkest nights. So I want all the girls watching here now to know that a new day is on the horizon.

And when that new day finally dawns, it will be because of a lot of magnificent women, many of whom are right here in this room tonight, and some pretty phenomenal men fighting hard to make sure that they become the leaders who take us to the time when nobody ever has to say, 'Me too' again.

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