VersorgungsnotstandPflegenotstand: Intensivstationen kämpfen mit zu wenig Personal

Der Pflegenotstand bringt Krankenhäuser an ihre Grenzen. Ausgerechnet auf Intensivstationen gibt es zu wenig Personal. Jetzt fordert die DGIIN-Gesellschaft Maßnahmen um den Pflegenotstand zu bekämpfen -  sonst müssen die Stationen schließen.

Eine Online-Umfrage bringt aktuell erschreckende Fakten ans Licht: Auf Dreiviertel der deutschen Intensivstationen mussten bereits Betten gesperrt werden. Der Grund dafür sind keineswegs zu wenig Patienten – sondern ein Mangel an Pflegepersonal. Wären die Betten belegt, gäbe es schlichtweg niemanden, der sich um die Patienten kümmern könnte.

Die Untersuchung wurde von den zwei Intensivmedizinern Dr. Karagiannidis und Dr. Janssens aus Deutschland gestartet. Weiterbildungsbefugte deutscher Intensivstationen sollten dabei Fragen zur Pflegesituation beantworten.

 

Zu wenig Personal für zu viele Patienten

Im Krankenhaus sind Patienten darauf angewiesen, sich auf das Pflege- und Ärztepersonal verlassen zu können. Insbesondere auf der Intensivstation ist auch eine intensive Betreuung notwendig. Diese kann aktuell aber nicht mehr gewährleistet werden. Statt einer 1:1-Versorgung, wie sie empfohlen wird, sieht die Realität oft anders aus: Pfleger kümmern sich tagsüber um 2,5 bis 2,6 Patienten, nachts sind die sogar für drei gleichzeitig verantwortlich. An einen Notfall mag bei diesen Ergebnissen niemand denken.

Der aktuelle Pflegenotstand beeinträchtig die Versorgungsqualität – denn unter den schlechten Bedingungen leidet das Personal, dem es gar nicht mehr möglich ist, Bestleistungen zu bringen. Dadurch passieren zwangsläufig Fehler. Der Unterschied zu anderen Branchen: Hier geht es um Menschenleben. Die Gesundheit sollte niemals zum Geschäft gemacht werden – doch genau das passiert aktuell in Deutschland, während jeder zusieht.

 

Pflegenotstand kann nur durch mehr Budget bekämpft werden

Als einzige Lösung sehen Ärzte das Einstellen von mehr Personal. Doch auch der Nachwuchs bleibt bei schlechter Anerkennung des Berufs und unkomfortablen Arbeitsbedingungen wie Schichtdiensten aus. Ganz zu schweigen vom Gehalt – auch eine bessere Vergütung würde helfen, mehr Pflegekräfte zu gewinnen.

Jetzt fordert die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) eine umfassende Reform: Ein spezielles Pflegebudget soll für bessere Arbeitsbedingungen, Pflegeschlüssel und Bezahlung sorgen. Die Gesundheitspolitik muss sich ändern - nur dann kann die Versorgung in deutschen Krankenhäusern auch zukünftig noch gewährleistet werden.

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