TerrorabwehrPolizei in Rage: Wir sind es leid, beschimpft zu werden!

Die Polizei tut ihr Bestes für unsere Sicherheit und erntet dennoch immer wieder Kritik. In einer ARD-Show platzte einem Polizisten jetzt der Kragen. 

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Polizeivorsitzender Wendt: "Polizisten sind es leid, von Ihnen beschimpft zu werden!"
Foto: ARD Mediathek

Grünen-Politikerin Renate Künast und Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft werden in diesem Leben wohl keine großen Freunde mehr werden. Den Eindruck hatte man gestern Abend, als sich die beiden in der Politik-Talkshow 'Hart aber fair' in Rage redeten.

Dort wurde zunächst eine These von Künasts Partei-Kollegin und Chefin der Grünen, Simone Peter, diskutiert. Die Parteichefin der Grünen hatte sich kritisch zu Polizeieinsätzen der letzten Silvesternacht geäußert und dafür reichlich Kritik geerntet: Nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht 2015/2016 in Köln wurden letztes Silvester mehr als 1.000 Männer - überwiegend mit Migrationshintergrund - in deutschen Großstädten wie Hamburg oder Berlin von der Polizei kontrolliert. Simone Peter warf der Polizei 'Racial Profiling' vor. Renate Künast räumte nun in der Politik-Talkshow 'Hart aber fair' ein, der Einsatz sei gut gewesen, man müsse solche Einsätze dennoch hinterfragen dürfen. 

Dem Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, platzte daraufhin der Kragen: "Die Polizisten sind es leid, nach gelungenen Einsätzen von Ihnen beschimpft zu werden! Wundert mich, dass Sie bei Amri nicht nachfragten, wieso man ihm nicht in die Beine schoss. Da waren Sie vermutlich im Urlaub.“ Künast hatte sich so letztes Jahr zum Axt-Attentäter in Würzburg geäußert, der ebenfalls erschossen wurde. 

Polizei wünscht sich härtere Maßnahmen

Als das Thema weiter auf Anis Amri, den Attentäter auf dem Berliner Weihnachtsmarkt fiel, waren sich die Talkshow-Gäste überwiegend einig: Das Attentat hätte verhindert werden müssen, da der Täter bereits vorher auffällig gewesen war. (Amri hatte 14 verschiedene Identitäten und sein Asylverfahren war bereits beendet.) Wendt verteidigte daraufhin die Polizei; diese sei machtlos, wenn es um Maßnahmen wie Abhören, Überwachen und Abschieben gehe. Über derartige Maßnahmen entscheide allein die Justiz. Wendt sprach sich für eine härtere Justiz und strengere Strafmaßnahmen aus: „Ich möchte, dass wieder lebensnähere Entscheidungen möglich sind. Wenn eine bandenmäßig organisierte Räuberbande mit wenigen Monaten auf Bewährung davonkommt, ist das kein Rechtsstaat. Das ist ein Witz und keine Strafjustiz, sondern Sozialpädagogik.“

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