KrankheitenPowassan-Fieber: Zecken übertragen tödliches Virus

Das Powassen-Fieber wird durch Zecken übertragen
Zecken können neben Borreliose und FSME auch das Powassan-Virus übertragen
Foto: Istock
Inhalt
  1. Was ist das Powassan-Virus?
  2. Welche Symptome treten beim Powassan-Virus auf?
  3. Lässt sich eine Infektion mit dem Powassan-Virus behandeln?

Zecken sind Überträger zahlreicher Krankheiten. Neben FSME und Borreliose warnen Ärzte nun vor einem weiteren Virus, den Zecken auf Menschen übertragen: das Powassan-Fieber.

 

Was ist das Powassan-Virus?

Das Powassan-Virus (POW) ist benannt nach der Gemeinde Ontarios (Kanada) Powassan, wo ein kleiner Junge als erster Mensch an dem Virus verstarb. POW gehört - ebenso wie beispielsweise FSME, Dengue und Gelbfieber - zur Gattung Flavivirus.

Das Powassan-Virus ist sowohl in Nordamerika (Nordosten der USA, Kanada), als auch in Eurasien (v.a. Russland) verbreitet - wobei es zu den seltenen Viren gehört. In den vergangenen 10 Jahren wurden im Nordosten der USA rund 75 Fälle diagnostiziert, wie Experten des Centers of Disease Control and Prevention CDC) verzeichnen. Laut CDC ist die Anzahl der gemeldeten Fälle in den letzten Jahren angestiegen.

Das POW-Virus wird durch infizierte Zecken auf Menschen (und Nagetiere) übertragen. So kommt es, dass die meisten Infektionen im späten Frühling und Frühsommer auftreten - wenn die Zecken am aktivsten sind. Auch Nager wie Murmeltiere, Eichhörnchen und Mäuse können das POW-Virus in sich tragen und es per Biss auf Menschen übertragen. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist jedoch nicht möglich.

 

Welche Symptome treten beim Powassan-Virus auf?

Die häufigsten Symptome vom POW-Virus sind Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwächegefühl, Verwirrung, Krämpfe und Gedächtnisverlust. In etwa 50 Prozent der Fälle treten neurologische Langzeitschäden auf (z.B. Gedächtnisstörungen, chronische Kopfschmerzen, Muskelschwund), da POW-Viren das zentrale Nervensystem angreifen. Es wurden auch viele Fälle gelistet, bei denen infizierte Menschen keinerlei Symptome zeigten. In jedem Fall kann POW Hirnhautentzündungen (Meningitis) hervorrufen, die in rund 10 Prozent der Fälle tödlich enden.

Die Diagnose stellen Ärzte anhand von einer Blutprobe oder der Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit.

Die Inkubationszeit des Powassan-Virus kann zwischen einer Woche und einem Monat (nach dem Zeckenbiss) betragen.

 

Lässt sich eine Infektion mit dem Powassan-Virus behandeln?

Bislang wurden keine Medikamente gegen das Powassan-Virus entwickelt. So werden bei Patienten nur die Symptome behandelt. In der Regel ist die Behandlung mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden, da z.B. künstliche Beatmung vonnöten ist.

Auch eine Impfung gegen das Powassan-Virus gibt es bislang nicht. Die einzige Möglichkeit, sich vor POW-Viren zu schützen, ist der Schutz vor Zecken.

 

(ww7)

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