Klare ForderungProstitutions-Verbot in Deutschland bald dauerhaft?

Aufgrund der Coronakrise ist Prostitution derzeit in ganz Deutschland untersagt. Doch könnte sich die vorläufige Regelung zu einem dauerhaften Verbot entwickeln?

Durch die Coronakrise gibt es in fast allen Bereichen der Gesellschaft deutliche Einschränkungen. Auch Bordelle in ganz Deutschland mussten schließen, weil Prostitution ein zu großes Risiko bei der Verbreitung des Virus darstellt.

 

Auch nach Corona: Politiker fordern Verbot der Prostitution

Doch der Shutdown des Gewerbes soll eigentlich nur vorläufig sein. Wenn das die Krise überstanden ist, sollen Bordelle und Co. wieder öffnen dürfen. Doch 16 Parlamentarier von Union und SPD stellen sich jetzt dagegen und fordern ein dauerhaftes Verbot der Prostitution. Das sollen die Bundestagsabgeordnete in einem Brief an Regierungschefs der Länder gefordert haben, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Corona-Maßnahmen: Ticker rund ums aktuelle Geschehen

Zum einen betonen die Politiker, dass zum jetzigen Zeitpunkt Sexkauf neue Infektionsherde mit sich ziehen könnte. "Es dürfte auf der Hand liegen, dass Prostitution die Wirkung eines epidemiologischen Superspreaders hätte - sexuelle Handlungen sind in der Regel nicht mit Social Distancing vereinbar", so die Parlamentarier.

 

Abgeordnete schlagen Ausstiegshilfen für Prostituierte vor

Doch auch darüber hinaus fordern die Abgeordneten, Prostitution zu untersagen. In einem Großteil der Fälle handele es sich um eine menschenunwürdige, zerstörerische und frauenfeindliche Tätigkeit, begründen sie in dem Schreiben. In der Krise seien die Betroffenen ihren Zuhältern komplett ausgeliefert. "Diesen Frauen hilft nicht die Wiedereröffnung der Bordelle, sondern eine Ausbildung oder Tätigkeit in einem existenzsichernden Beruf", heißt es weiter.

Corona-Wirtschaftskrise: Fast jeder fünfte Job in Gefahr

Die 16 Parlamentarier wünschen sich deshalb Ausstiegshilfen wie sie in Schweden bereits eingeführt wurden. Diese beinhalten unter anderem Sprachkurse für ausländische Prostituierte, Wohnungen, Gesundheitsversorgung und Traumatherapie. Zu den Unterstützern der Forderung gehören unter anderem die Gewerkschafterin Leni Breymaier und der Mediziner Karl Lauterbach. In Deutschland soll es derzeit rund 400.000 Prostituierte geben, von denen nur 33.000 von behördlich registriert sind.

Zum Weiterlesen:

 

Kategorien: