Kammerjäger klagenRattenplage in Deutschland: Darum ist es dieses Jahr besonder schlimm

Die Ratten sind los. Sie dringen in Wohnungen ein, fressen sich durch unseren Müll und übertragen Krankheiten. Wieso sind es dieses Jahr besonders viele Tiere, die in unseren Städten ihr Unwesen treiben?

Der heiße Sommer 2018 bringt neue bisher ungeahnte Folgen. In den Städten im Land treiben sich in diesem Jahr besonders viele Ratten herum, die Dank der warmen Temperaturen mehr Nahrung als sonst gefunden haben.

 

So viele Ratten gab es selten

Bei schönem Wetter sind mehr Menschen im Freien unterwegs, die ihren Dreck und ihre Abfälle hinterlassen. Grillreste, heruntergefallene Pommes und Eiswaffeln sind für die Nager wahre Köstlichkeiten, die ihnen das Leben um einiges angenehmer gestalten. Dadurch vermehren sich die Ratten sehr rasant. Auch Sylvia Kostner vom Landesamt für Gesundheit und Soziales erklärte gegenüber Bild: „Die Zahl der Rattenmeldungen nimmt seit vier bis fünf Jahren zu. Deshalb gab es 2017 das erste Mal mehr als 10 000 Bekämpfungsmaßnahmen.“ Aktuell sind Kammerjäger im ganzen Land überlastet.

Normalerweise reduziert sich der Rattenbestand stets von alleine, wenn in den überfluteten Kanälen in der Kanalisation viele Tiere ertrinken. Dies blieb dieses Jahr aus. Durch den geringen Niederschlag der letzten Wochen finden die Ratten nun großzügigen Lebensraum in der Kanalisation, wo sie zudem keine natürlichen Feinde haben. Ratten sind Allesfresser und extrem anpassungsfähig. Sie entwickeln schnell Resistenzen gegen Antibiotika und Giftköder. Das macht die Arbeit für die Kammerjäger nur noch schwieriger. Ratten sind zudem schon nach nur zwei Monaten geschlechtsreif und paaren sich das gesamte Jahr über. Allein ein Tier kann bis zu 40 überlebensfähige Junge pro Jahr bekommen. In Städten werden sie von Füchsen, Mardern und Hunden gejagt.

 

Krankheitsüberträger

Bis zu 120 verschiedene Infektionskrankheiten können Ratten durch Flöhe, Urin, Kot oder Bisse an den Menschen übertragen. Daher sind sie ein hohes Gesundheitsrisiko. Die bekanntesten Krankheiten sind das Hantavirus, Typhus, Cholera und Leptospirose (meldepflichtig).

Daher sollte bereits im Vorfeld auf einiges geachtet werden. Es sollte vermieden werden Essensreste im Klo hinab zu spülen und Mülltonnen sollten geschlossen gehalten werden. Zudem sollten keine Essensreste im Freien entsorgt werden.

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