ArbeitRaucherin gekündigt, weil sie nach Zigaretten riecht!

Eine Frau hat vor der Arbeit geraucht. Als sie ihr Büro betrat, roch sie nach Nikotin. Deswegen wurde sie zwei Stunden später gekündigt. Sie zog vor Gericht.

Die Frau hat einen Job als Bürokraft gefunden. Nachdem sie einen halben Tag Probearbeit geleistet hat, wollte der Arbeitgeber mit ihr ein paar Tage später sprechen. Er fragte sie, ob sie rauche, sie bejahte. Er wies sie auf das Rauchverbot in der Firma hin, die Frau versicherte, dass sie sich daran selbstverständlich halten werde.

An ihrem ersten richtigen Arbeitstag rief der Arbeitgeber die Frau schon nach zwei Stunden zu sich - und kündigte ihr fristlos. Der Grund: Sie hätte sehr nach Zigarettenrauch gerochen, Kollegen und Kunden hätten sich darüber beschwert. Und sie "waren gezwungen", die Büroräume zu lüften. Tatsächlich hat die Arbeitnehmerin vor Arbeitsbeginn geraucht. Doch ist das tatsächlich ein Kündigungsgrund?

 

Nikotingeruch ist kein Kündigungsgrund

Die Frau zog vor das Arbeitsgericht in Saarlouis. Das Urteil des Richters: Das Verhalten des Arbeitgebers verstoße gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht und die allgemeine Handlungsfreiheit der Frau. Zudem dürfe der Arbeitnehmer ohne ein vorheriges Gespräch und ohne der Frau eine Gelegenheit zur Reaktion zu geben, keine Kündigung aussprechen. Vor allen Dingen, da sie nicht einmal gegen das innerbetriebliche Rauchverbot verstoßen habe. Dass die Frau vor der Arbeit geraucht hat, gehöre zu ihrer Privatsphäre.

Hinzu kommt: In der Probezeit beträgt die Mindestkündigungsfrist zwei Wochen. Der Richter stellte fest: Die Kündigung widerspreche "dem Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden und sei damit nach § 242 BGB treuwidrig und unwirksam."

(Das Urteil wurde am 28. Mai 2013 gesprochen. Aktenzeichen: 1 Ca 375/12).

 

(ww7)

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